Musikverein

Musikverein bringt ferne Welten nach Oberreitnau

Lindau-Oberreitnau / Lesedauer: 3 min

Frühjahrskonzert lockt zahlreiche Zuhörer ins Freizeitzentrum – Finales Stück ist der Höhepunkt
Veröffentlicht:31.03.2014, 14:55
Aktualisiert:24.10.2019, 15:00

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Wer zum Frühjahrskonzert des Musikverein Oberreitnau kommt, weiß dass ihn ein anspruchsvolles und unterhaltsames Programm erwartet. So auch an diesem frühlingshaften Samstag, an dem die knapp 50 Oberreitnauer Musiker mit der Festmusik der Stadt Wien gleich einen pompösen und klangvollen Start hinlegten. Jürgen Mayer , Teil des Oberreitnauer Vorstand-Dreigestirns, begrüßte die zahlreichen Zuhörer im geschmückten Freizeitzentrum Oberreitnau und versprach ein „gefälliges und anspruchsvolles Konzert“. Ein Versprechen, das vollkommen erfüllt wurde. Durch das Programm führte Mirijam Schweizer charmant und höchst sachkundig.

Mit „La Principessa“ taten die Oberreitnauer einmal mehr das, was sie so perfekt beherrschen: Sie zeigten ihre Vielseitigkeit. Bei der musikalischen Geschichte der jungen Prinzessin ließ das pathetische, ausdrucksstarke Thema schnell erahnen, welchen Pflichten die junge Prinzessin schon früh unterliegt. Aber auch der Wildfang im Kind wurde überzeugend dargestellt. Um die Liebe ging es beim Concerto d’Amore, das all die verschiedenen Facetten der Liebe zeigte. Im Stakkato mit fliegenden Fingern wurde rasch die ausgelassene Seite der Liebe offenbar, während ein pathetisches, festliches Thema Gedanken an eine Hochzeit aufkommen ließ. Alle verschiedenen Facetten waren toll gespielt und wussten in jedem Moment zu überzeugen. Das einprägsame Hauptthema war nie langweilig, so dass man dieser Musik ohne Probleme noch Stunden hätte lauschen können.

Mit Ted Huggens „Reflections of this time“ zeigten die Musiker Mut für Ungewöhnliches. Sehr kontrastreich waren die drei Sätze, beginnend mit dem poppigen, modernen und auch mal dissonanten ersten Teil, gefolgt von einem ruhigen Satz mit einem wunderschönen Trompeter- und Saxofon-Solo.

Ganz ungewöhnlich wurde es aber im dritten Teil, in dem sich die einzelnen Instrumentengruppen hinterher liefen, was eher selten zu hören ist im Bereich der Blasmusik. Tatsächlich war die Umsetzung fantastisch.

Mit der „Sehnsuchtspolka“ gelang den Musikern ein leichter musikalischer Einstieg nach der Pause. Richtig anspruchsvoll wurde es nach den Ehrungen beim opulenten und vielseitigen „The New Village“, das musikalisch die Entwicklung einer Stadt über Tausende von Jahren darstellte. Bei der sehr bildlichen Musik wurden Bedrohungen und Entwicklungen gewahr, von warmen und zurückhaltenden Bläserklängen über das treibende Schlagwerk bis hin zum satten und mitreißendem Thema. Keine leichte Aufgabe für Dirigent Matthias Preising, wenn man seinen Taktstock so durch die Luft wirbeln sah. Die treibenden Rhythmen und der volle Einsatz der Musiker rissen derart mit, dass die anschließenden Reaktionen des Publikums von einem ehrfürchtigen „boah“ bis zum „das ist echt der Wahnsinn“ gingen.

Dabei sollte der Höhepunkt des Konzerts doch erst das finale Stück „Star Wars Saga“ werden. Der Kampf zwischen Gut und Böse in der Zukunft mag wohl jedem bekannt sein, wenn auch nicht von jedem gleichermaßen geliebt. Die Musiker jedoch wussten in gewohnter Manier alle Anwesenden gleichermaßen zu fesseln. Dabei wechselten sich eingängige, gefällige und melodische Themen ab mit dramatischen Passagen, mit einem sich bis zur maximalen Dramatik steigernden Schlagwerk, das bei diesem Stück besonders zu begeistern vermochte. Der höchste Respekt des Publikums war Dirigent Matthias Preising und seinen Musikern sicher.

Die Zugabe – Cpoacabana – entsprach dann auch den Temperaturen auf der Bühne und machte zum Schluss noch einmal richtig Spaß. Leicht, beschwingt und doch flott und kraftvoll entließen die Oberreitnauer ihr Publikum dann in die Frühlingsnacht.