Relegation

Krise: Bayerische A-Ligisten kämpfen

Lindau / Lesedauer: 4 min

Alle Fußball-Mannschaften aus dem Kreis Lindau sind abstiegsgefährdet
Veröffentlicht:30.05.2011, 20:05
Aktualisiert:25.10.2019, 18:00

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Kommenden Sonntag fällt in der Fußball-Kreisliga A II die Entscheidung über Auf- und Abstieg. Die bayerischen Teams sind nur in der zweiten Frage beteiligt – und das durch die Bank. Über Hege/ Bodolz , Lindau, Schlachters und Achberg schwebt das Thema Relegation vor dem letzten A-Liga-Spieltag wie ein Damokles-Schwert.

Die bayerischen A-Ligisten sind in der laufenden Saison das Sorgenkind der Liga. Gemeint sind alle Teams, nicht nur der bereits als Absteiger feststehende TSV Oberreitnau. Der wird die vermaledeite Saison mit vielen Verletzten, knappen Niederlagen und Trainerwechsel punktemäßig höchstwahrscheinlich im einstelligen Bereich abschließen und versucht in der B-Liga mit seinen Nachwuchsspielern einen Neuanfang. Dennoch: Kein einziger bayerischer A-Ligist hat diese Saison einen Fuß auf den Boden bekommen. Den Aufstieg machen die Teams vom württembergischen Seeufer unter sich aus. Diesseits der Grenze legt sich vor dem alles entscheidenden Sonntag manche Stirn in Sorgenfalten.

Aus dem Fenster gelehnt

Heges scheidender Trainer Wolfgang Fluhr hatte sich als erster aus dem Fenster gelehnt und verkündet, dass man mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben werde. Sein Team steht vor dem 26. Und letzten Spieltag tatsächlich von allen bayerischen Vereinen am besten da. Wenn Hege/Bodolz den Klassenerhalt schafft, dann allerdings nur knapp.

Auch für die SpVgg Lindau sind die letzten Wochen zur Hängepartie geworden. Zwar war die Leistung am Sonntag trotz 1:3-Heimpleite gegen Neukirch um Längen besser als das 0:1 bei Hege/Bodolz in der Vorwoche. „Das alles bringt aber nix, wenn du kein Tor schießt“, sagte Pressemann Hans Langenbach am Sonntag. Lindau hapert nicht nur mit seiner Abschlussschwäche, sondern auch mit – laut Langenbach – sieben Verletzten. „So groß ist der Kader halt doch nicht“, meint Lindaus Pressemann.

Richtig eng wird es in Sachen Klassenerhalt für den SV Nonnenhorn. Nur wenn aus der Bezirksliga Kressbronn absteigt, Oberteuringen sich jedoch rettet und stattdessen Leutkirch in die A-Liga muss, erhält der SVN eine zweite Chance per Relegation. Das ärgert in Nonnenhorn viele, vor allem aber Andreas Raaf . „Seit ich Trainer bin, haben wir im Schnitt 1,5 Punkte geholt. Hätten wir diesen Schnitt seit Rundenbeginn, stünden wir jetzt bei 40 Punkten. Damit bist du aktuell Tabellensechster“, rechnet Raaf vor. Weil er aber erst im Herbst übernahm und die Probleme seither trotzdem nicht ganz passé sind, hängt Nonnenhorns Klassenerhalt am seidenen Faden. Was passiert, wenn der Faden reißt? „Keine Ahnung“, sagt Raaf, „wir werden uns zusammensetzen“. Wobei der Trainer bereits angedeutet hat, nicht in die B-Liga mitgehen zu wollen.

Ähnlich wie Nonnenhorn hat auch für den SV Achberg erst in der zweiten Hälfte der Hinrunde die Saison so richtig angefangen. Seither entwickelte sich die Elf von Michael Wilhelm und Klaus Fischer zum Favoritenschreck, trotz der 0:4-Pleite in Brochenzell am vergangenen Sonntag. Dennoch wird es darauf ankommen, ob der Tabellenelfte gegen inzwischen sorgenfreie Oberreitnauer den erwarteten Sieg holt. Der Klassenerhalt wäre die Belohnung für eine famose Rückrunde.

Schlachters’ damaliger Trainer Rainer Häfele hatte nach Ende der Herbstrunde erklärt, unter seinem Nachfolger werde der TSV im Mittelfeld landen. Diese Kategorie ist angesichts der derzeitigen Tabellenlage relativ; bis hoch zu Platz sechs zittern die A-Ligisten dem Saisonende entgegen. Schlachters hat es jedenfalls nicht geschafft, dieser Gefahrenzone zu entkommen. „Selbst schuld. Potenzial haben wir, aber irgendwie ist die Handbremse in den Köpfen angezogen“, sagt Trainer Filipe Rodrigues.

Die Krise der bayerischen A-Ligisten ist auch Filipe Rodrigues aufgefallen. „Vielleicht will keiner der Bessere sein im Kreis Lindau“, mutmaßt der Schlachters-Trainer. Für das Hege-Derby am Sonntag ist Rodrigues „sehr zuversichtlich“, was einen Sieg und damit den Klassenerhalt angeht. „Auf dem Papier sind wir ohnehin die Sieger“, sagt Rodrigues, „wir haben alle Lokalderbys gewonnen“. Was so allerdings nur für das Frühjahr stimmt.

Das allerdings kann schon vor der Entscheidung mit Sicherheit gesagt werden: Die Zahl der Bayern-Derbys wird in der neuen Runde stark zurückgehen. Drei Teams aus dem Kreis Lindau könnten am Ende die Liga verlassen. Aus der Bezirksliga werden lediglich württembergische Teams absteigen, und in der B-Liga sind die Aufsteiger FC Friedrichshafen und – je nach Ausgang der Relegation – SC/Croatia Friedrichshafen.