Angespannte Stimmung

Kommandantenwechsel bei der Feuerwehr? Witzigmann gibt nicht kampflos auf

Lindau / Lesedauer: 3 min

Kurz vor der Hauptversammlung gibt es bei der Feuerwehr weitere Neuigkeiten. Schon wieder geht es um Personalien.
Veröffentlicht:25.01.2023, 17:00
Aktualisiert:25.01.2023, 01:00

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Kurz vor der Hauptversammlung gibt es bei der Feuerwehr schon wieder Neuigkeiten. Nun hat sich auch Alexander Hofmann dafür entschieden, für den Posten des stellvertretenden Kommandanten zu kandidieren. Damit stehen am kommenden Montag bislang vier Männer zur Wahl für Kommandant und Stellvertreter. Doch offenbar mag nicht jeder mit jedem. Und noch eines wird deutlich: Max Witzigmann kämpft dafür, weiter Kommandant zu bleiben.

Es kam für viele überraschend, nicht zuletzt für Witzigmann selbst: Sein jetziger Stellvertreter, Florian Kainz, will ihn ablösen und selber Kommandant werden. Das hat dieser ihm persönlich Ende des Jahres mitgeteilt. Für Witzigmann kam diese Ankündigung „völlig überraschend“, wie er im Gespräch mit der LZ sagte. Als seinen eigenen Nachfolger wünscht sich Kainz offenbar Max Kuen, der am Montag als stellvertretender Kommandant zur Wahl antreten will.

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Florian Kainz ist stellvertretender Kommandant bei der Lindauer Feuerwehr. Er will Kommandant werden. (Foto: Christian Flemming)

Kampflos wird Kommandant Max Witzigmann aber nicht aufgeben. Er selbst wolle sich auf jeden Fall auch wieder zur Wahl stellen, sagt er im Gespräch. Nach einer Übung Anfang Januar hat er um Bewerber für seinen Stellvertreter geworben. „Zwei haben sich gemeldet, einer davon hat dann entschieden, zu kandidieren“, sagt Witzigmann.

Hofmann ist einer von sechs hauptamtlichen Feuerwehrleuten

Das ist Alexander Hofmann. Der 35-Jährige ist einer der sechs hauptamtlichen Feuerwehrleute, die es neben den ehrenamtlichen Kräften in Lindau gibt. Er arbeitet in der Hauptwache im Heuriedweg. Seit 2016 ist er unter anderem als Ausbildungsleiter für den Nachwuchs der Feuerwehr zuständig, knapp 50 Feuerwehrmänner und -frauen habe er schon auf die Prüfung vorbereitet.

„Ich habe mir das vier, fünf Tage überlegt“, erzählt Hofmann, „und dann entschieden, dass ich generell als Stellvertreter antreten werde. Egal, ob Max oder Florian Kommandant werden.“ Ihm gehe es um die Stelle an sich, sagt Hofmann, nicht um persönliche Befindlichkeiten.

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Alexander Hofmann ist seit 2012 bei der Lindauer Feuerwehr. Er möchte stellvertretender Kommandant werden. (Foto: Christian Flemming)

Allerdings habe Florian Kainz ihm schnell deutlich gemacht, dass er ihn nicht als Stellvertreter will. Am vergangenen Freitag habe es eine Infoveranstaltung zur anstehenden Hauptversammlung mit Kommandantenwahl gegeben. Dort habe er Florian Kainz gefragt, ob dieser mit ihm zusammenarbeiten würde, erzählt Hofmann. Das habe Kainz verneint, und zwar vor einigen Zeugen. „Er wird zurücktreten, wenn er die Eins wird und ich die Zwei“, sagt Hofmann.

Florian Kainz verweist auf Nachfrage der LZ darauf, dass er vor der Wahl keine Personalangelegenheiten kommentieren wolle. Auch zu den Gründen, warum er sich zur Wahl stellt, äußert er sich nach wie vor nicht. Ebenso wenig, wie Max Kuen, den die LZ schon vor einigen Tagen erreichen wollte. Es sieht aber danach aus, als würde es am Ende entweder auf das Tandem Witzigmann und Hofmann oder Kainz und Kuen hinauslaufen.

Stimmung ist angespannt

Deutlich wird in allen Gesprächen, dass die Stimmung in der Feuerwehr angespannt ist. „Es ist nicht einfach gerade“, sagt Alexander Hofmann.

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Sollte Witzigmann am Montag als Kommandant abgewählt werden, dann werden die kommenden Monate für ihn vermutlich noch schwieriger. Denn die Wahl ist zwar traditionsgemäß Ende Januar, der neue Kommandant tritt sein Amt aber erst Anfang Juni an.

Vor sechs Jahren hatten sich Max Witzigmann und Florian Kainz gemeinsam zur Wahl gestellt, nachdem sich der damalige Kommandant Robert Kainz und dessen Stellvertreter Gerhard Birk in den Ruhestand verabschiedet hatten.

Damals traten die beiden Neuen als Team an. Florian Kainz hatte sich unter anderem deswegen nur als Stellvertreter aufstellen lassen, weil er durch seinen Arbeitsplatz in Österreich eine etwas längere Anfahrt hat. Beide wurden bei der Jahreshauptversammlung 2017 fast einstimmig gewählt.