Elterntaxis

Die Elterntaxis sind wieder los

Lindau / Lesedauer: 3 min

Polizei führt Verkehrskontrollen durch – die erste Bilanz ist positiv
Veröffentlicht:12.09.2019, 16:09

Von:
Artikel teilen:

Es ist noch kalt und die Sonne ist noch nicht lange aufgegangen, wenn die Schicht von Daniel Stoll und seinen Kolleginnen und Kollegen anfängt. Der Polizist steht mit festem Blick auf die Autos an der Schulstraße in Reutin. Seine Kollegin und Kollegen stehen einige Meter entfernt oder um die Ecke. Gemeinsam schauen sie, ob die Eltern ihre Kinder ordnungsgemäß zur Schule bringen.

Der Schulbeginn nach den Ferien bedeutet volle Straßen, volle Busse, viele Autos an den Schulen. Nicht selten werden dabei Verkehrsregeln missachtet. Zum Schutz der Schulkinder führt die Polizei in ganz Bayern aktuell vermehrt Kontrollen an Schulen durch – auch in Lindau.

„Hälst du das schwarze Auto bitte an“, knackst es aus Stolls Funkgerät. Er geht ein paar Schritte auf die Straße und symbolisiert der Fahrerin anzuhalten. Währenddessen erkundigt er sich bei seiner Kollegin über den Vorfall. Die junge Frau sei über den Zebrastreifen gefahren, obwohl dort Radfahrer gerade mit ihren Rädern die Straße überqueren wollten. „Oh, das wird teuer“, merkt Stoll an, „das sind dann immer die, die jetzt schnell noch in den letzten Minuten pünktlich sein möchten“. Er behält Recht, mit der Fahrerin steigen ihre drei Söhne aus. Der Jüngste habe heute seinen ersten Schultag und sie müsse ihn direkt in die Klasse bringen, die Frau bittet darum, die Angelegenheit danach zu klären, und verschwindet dann in Richtung Schulhaus. 80 Euro plus anfallende Gebühren wird die Frau zahlen müssen. Hinzu kommt ein Punkt in Flensburg.

Häufiger kommen Verstöße gegen Halte- oder Parkverbote vor. Bei solchen Kontrollen passiere es aber auch, dass Kinder nicht richtig im Auto sitzen. Sei es der fehlende Sicherheitsgurt oder kein Kindersitz. An diesem Morgen ist die Schicht ruhig. Am häufigsten muss Stoll Eltern darauf hinweisen, dass sie nicht auf den Lehrerparkplatz fahren dürfen. „Ich bin auch verwundert, aber heute ist wirklich nicht viel los“, erzählt Stoll. Er fragt bei seinen Kolleginnen und Kollegen nach, wie es bei Ihnen ausschaue. In Summe gab es drei Verstöße gegen Halteverbote und den Zebrastreifen-Vorfall.

Die Schulglocke läutet und die Straße ist schlagartig leer. „Jetzt kommen höchstens noch ein paar wenige Zuspätkommer, aber sonst wars das für heute“, sagt Stoll, „das ist schon wirklich gut gelaufen heute“.

Während er darauf wartet, dass seine Kollegin und sein Kollege den Zebrastreifen-Verstoß fertig behandeln, fährt ein weißer SUV auf den Lehrerparkplatz. Stoll lässt den Fahrer zunächst gewähren, fängt ihn beim Aussteigen aber ab und klärt ihn über die Parkplatz-Regelung auf. Einzig Personen mit einer Erlaubnis der Stadt dürfen den Parkplatz benutzen. Besonders in der Stunde vor Schulbeginn sei es für alle, besonders die Kinder, gefährlich, wenn reger Betrieb herrsche, erläutert der Beamte.

Er wolle bloß etwas abliefern und parke wegen der Pakete so nah es gehe am Gebäude, erklärt sich der Fahrer. „Dann klären Sie das das nächste Mal im Vorhinein mit der Schule. Die können Ihnen eine Erlaubnis bei der Stadt beantragen. Das geht ganz einfach.“ Für den Moment lässt Stoll den Mann gewähren, der Unterricht hat begonnen und der Herr hat niemanden gefährdet oder behindert.