Schneechaos

Das Schneechaos inspiriert die Lindauer Narren

Lindau / Lesedauer: 3 min

Doch nicht nur Danny Hemkens, auch OB, LZ und „die Lindauer“ bekommen beim Henkersmahl ihr Fett weg
Veröffentlicht:28.02.2019, 19:20
Aktualisiert:22.10.2019, 12:00

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Lindau ist in Narrenhand. Am Donnerstagabend haben sie das Rathaus erobert, zuvor bekam die ehemalige Verwaltung beim Henkersmahl ihr Fett weg. Aber nicht nur die. Denn die Gedichte und Lieder drehten sich am Donnerstag vor allem um eins: Das Schneechaos und alle, die damit zu tun hatten.

Das spiegelte sich auch in den Kostümen wider: Bürgermeister Karl Schober hatte sich als Schneemann verkleidet, Stadträtin Angelika Rundel war eine ehrenamtliche Schneeräumerin und die Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Chefs der städtischen Firmen stellten Schneeflöckchen und Weißröckchen gleichzeitig dar.

„Der Hemkens war noch nicht bereit, es ist auch unerhört, dass es im Winter schneit“, witzelte auch sogleich Karl Schober, der wie schon in den vergangenen zwei Jahren Oberbürgermeister Gerhard Ecker vertrat. „Der OB ist heut nicht da, sonst könnt er erklären, wo das Problem war“, sagte er. Bürgermeister Uwe Birk hatte sich als „Rotweste“ verkleidet. Seine Forderungen ganz klar: 365 Tage Urlaub, 10 000 Euro Grundeinkommen und Freibier für alle. „Als alkoholfreie Tage sollte man den 29., 30. und 31. Februar festsetzen“, beschloss er.

Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und den Bund Naturschutz, die Bunte Liste und ebenfalls den Lindauer Räumdienst nahmen die Narrenvorsitzenden Jochen Dreher und Thomas Freilinger aufs Korn. „Es lacht der ganze Landkreis und das Allgäu schon. Wenn man sagt ,ich komm’ aus Lindau’, trifft einen der Hohn“, sagte Dreher. Thomas Freilinger bemitleidete Stadtsprecher Jürgen Widmer, der es mit OB Ecker schwer habe. „Im nächsten Jahr wird’s wohl eine neue Chefin oder ein neuer Chef werden – ist ihm die Erleicherterung jetzt schon anzumerken?“ Auch über die Lindauer CSU und deren möglichen OB-Kandidaten machten sich die Narren Gedanken. „Wagt’s der Mathias oder wag er’s nicht? Und wann sagt er es Lindau ins Gesicht?“, fragte Freilinger.

Ihre eigene Version von „Schneeflöckchen“ trugen die Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Chefs der städtischen Firmen vor – inklusive Choreografie. „Schneeflöckchen, Weißröckchen, Du kamst über Nacht. Du schneist auch in Lindau, wer hätt’ das gedacht.“ Einen Regenschirm und eine Schneeschaufel in Miniaturformat hatten die Stadträte Sebastian Krühn und Jasmin Sommerweiß für den Narrenvorstand dabei. Das Narrenlied tauften sie um in „Hoppla Schnee“. Die Binsengeister Helmut Grüner und Franz Grießer erläuterten die verschiedenen Typen Lindauer und kamen zu dem Schluss: „In Lindau isch’s wie überall, s sind lauter normale Leit.“

Ulrich Jöckel ließ es sich nicht nehmen, die LZ aufs Korn zu nehmen und stellte eine Verbindung zwischen den Stadtsprechern Jürgen Widmer und Patricia Herpich her, die beide einmal beim Schwäbischen Verlag gearbeitet haben. Hans Stübner hatte sich als Handy verkleidet, das sich unter anderem mit dem Handy von OB Gerhard Ecker zum Stammtisch trifft. Dessen Passwort lautet übrigens: „Die Politik mach’ ich.“