Weltmeisterschaft

Daniel Bürgin ist bei Weltmeisterschaft der beste Deutsche

Lindau / Lesedauer: 3 min

Mountainbiker von toMotion ist beim 24-Stunden-Rennen am Ende Solofahrer
Veröffentlicht:31.05.2022, 20:02

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Im italienischen Finale Ligure hat die 24-Stunden-Mountainbike-Weltmeisterschaft stattgefunden. Als Solofahrer und bester Deutscher fuhr Daniel Bürgin vom Lindauer Rennstall toMotion Racing by black tusk auf Rang zehn der Elitekategorie. Bürgins Teamkamerad Dennis Sczudlek musste nach 15 Runden das Rennen aufgrund eines technischen Defekts vorzeitig beenden, erreichte jedoch mit 15 gefahrenen Runden Platz neun seiner Altersklasse. Dazu gab es bei anderen Rennen weitere Erfolge durch toMotion-Mountainbiker.

Die Weltmeisterschaft im 24-Stunden-Mountainbike-Marathon hatte viele Weltstars nach Ligurien gelockt. Daniel Bürgin, der sich zwei Wochen zuvor mit einer Trainingstour von 325 Kilometern und 6500 Höhenmetern den letzten Schliff geholt hatte, erfüllte sich mit der WM-Teilnahme laut toMotion-Mitteilung seinen Lebenstraum, „einmal in Finale zu starten“. Das Mittelmeerklima mit Temperaturen deutlich über 30 Grad Celsius machte den Teilnehmern der WM das Leben schwer. Die anspruchsvolle Strecke führte mit einer Länge von zwölf Kilometern und rund 260 Höhenmetern zumeist über Singletrails, die den Fahrerinnen und Fahrern immer wieder traumhafte Ausblicke aufs Mittelmeer boten – sofern die Sportler überhaupt den Blick dafür hatten.

Dennis Sczudlek hat Pech

Bürgin musste sich zunächst durch rund zwölf Stunden Hitze kämpfen, bevor er auf Platz 15 liegend in die Nacht fuhr. Der toMotion-Mountainbiker profitierte von seinem Durchhaltevermögen und arbeitete sich in der Nacht mit kleinen Pausen auf Rang zehn vor. „Diesen Platz konnte ich dann trotz der erneuten Hitzewelle behaupten, um das Rennen nach 24 Stunden und neun Minuten als bester deutscher Fahrer in der Elitekategorie zu beenden“, berichtet er stolz. Mit 23 gefahrenen Runden bewältigte Bürgin im Verlauf der WM 276 Kilometer und rund 6000 Höhenmeter. Sein Teamkamerad Dennis Sczudlek hatte bei der Weltmeisterschaft Pech: Ebenfalls als Solofahrer gestartet, musste Sczudlek das Rennen am frühen Samstagmorgen wegen eines gebrochenen Bremshebels abbrechen. Mit 15 gefahrenen Runden nahm aber auch Sczudlek ein Top-Ten-Ergebnis in seiner Kategorie mit nach Hause.

Auch in Emmelshausen und Obermarchtal hatte sich das toMotion-Team erfolgreich gezeigt. Beim Schinderhannes in Emmelshausen fuhren wie bei der letztmaligen Austragung 2019 wieder drei Lindauer Teammitglieder aufs Podium. Danièle Troesch hatte sich kurzfristig zum Start entschlossen und wurde nach 92 Kilometern und 2200 Höhenmetern Zweite in der Gesamtwertung der Frauen auf der Langstrecke. Gwenda Rüsing erreichte das gleiche Ergebnis auf der Kurzstrecke (33 Kilometer/700 Höhenmeter). Gerd Neumann hatte sich vorgenommen: „Ich will auf das Podium der AK 4!“ Dieser Ankündigung ließ Neumann mit Platz drei der Altersklasse Sen 4 auf der Mittelstrecke Taten folgen. Zehn Fahrerinnen und Fahrer des Lindauer Teams waren auf den drei Strecken unterwegs.

Jürgen Henninger arbeitet sich nach vorne

Beim Marchtal Bike Marathon hatten sich fünf von sechs angetretenen toMotion-Teammitgliedern für die Langdistanz mit 76 Kilometern und 1250 Höhenmetern entschieden. Schnellster Teamfahrer war mit einer Zeit von 2:41,43 Stunden Evgeny Sidorenko, der damit auf Rang acht bei den Männern fuhr. Mike Woland, der eine Woche zuvor mit Daniel Bürgin die 325-Kilometer-Trainingstour bewältigt hatte, erreichte bei den Lizenz-Männern Platz 14, Marcel Scheu fuhr auf Rang 17. Auf der Mitteldistanz fand Jürgen Henninger recht bald seinen Rhythmus und arbeitete sich nach vorne. Obwohl er mit seiner Gruppe wegen einer fehlenden Streckenmarkierung falsch abbog und damit rund 200 Höhenmeter mehr sammelte, erkämpfte sich Henninger in seiner Alterskategorie noch den fünften Platz.

Jürgen Langhans aus Steinach bei Straubing machte wieder einmal den Sprung über die Grenze nach Tschechien, um am Mountainbikerennen Author Kral Sumavy teilzunehmen. Die 53 Kilometer und 1300 Höhenmeter im steinigen und wurzeligen Böhmerwald verlangten von den rund 600 Teilnehmern eine gute Kräfteeinteilung, die dem 52-jährigen toMotion-Fahrer laut Mitteilung „hervorragend gelang“: Nach 2:39,11 Stunden erreichte er das Ziel als 23. in der Gesamtwertung und stand mit Rang drei seiner Alterskategorie auf dem Podium.