Lindau

Blick hinter die Kulissen: Zehntklässler aus Lindau erkunden Flughafen

Lindau / Lesedauer: 4 min

Die Klasse 10c des Bodensee-Gymnasiums beschäftigt sich im Rahmen der Aktion „Wir lesen“ täglich mit der Lindauer Zeitung. Dafür nehmen sie den Flughafen unter die Lupe.
Veröffentlicht:23.01.2023, 01:00

Von:
Artikel teilen:

Die Klasse 10c des Bodensee-Gymnasiums Lindau beschäftigt sich im Rahmen der Aktion „Wir lesen“ täglich mit der Lindauer Zeitung. Die Schülerinnen und Schüler schreiben auch eigene Texte, wie diesen Bericht über einen Besuch des Bodensee-Airports.

Es ist ein klirrend kalter Dezembermorgen, an dem wir uns auf den Weg zum Friedrichshafener Flughafen machen. Mit dem Betreten der großen Flughafenhalle entfliehen wir der Kälte und sind an dem Ort angelangt, an dem wir einen ganzen Vormittag damit verbringen dürfen, für unser Zeitungsprojekt zu recherchieren und Interviews zu führen.

Unsere Blicke schweifen über die Reklametafeln, die traumhafte Reiseziele präsentieren, und wir schwelgen in Erinnerungen an unseren letzten Urlaub. Gerade jetzt, wenn es draußen eisig ist, sehnt sich wohl der ein oder andere beim Betrachten danach, in die Sonne zu reisen. Doch mit dem Tagträumen ist es schnell vorbei, denn wir werden in die Realität zurückgeholt und mit Warnwesten und Besucherausweisen ausgestattet. Bevor es mit der Führung über den Flughafen weitergeht, müssen wir uns nämlich vorerst durch die Sicherheitskontrolle begeben.

Geduldig warten wir, bis wir an der Reihe sind, legen unsere Rucksäcke und Taschen ab, damit diese auf spitze Gegenstände kontrolliert werden können und gehen durch den Metalldetektor. Dieser schlägt tatsächlich mit einem lauten Piepen bei einigen Schülerinnen und Schülern an, die daraufhin noch etwas genauer unter die Lupe genommen und mitunter auch abgetastet wurden. Bei einer Klassenkameradin wird sogar ein Sprengstofftest gemacht, was stichprobenartig zur Routine an der Sicherheitskontrolle gehört. Nachdem all das geschafft ist, lernen wir einen langjährigen Mitarbeiter kennen, der uns in eine Wartehalle führt, wo er uns erst einmal einige interessante Hintergrundfakten darlegt. So erfahren wir etwas zur Entstehungsgeschichte des Flughafens, welcher am 6. Juni 1928 eröffnet wurde.

Anschließend steigen wir in einen Bus ein, der schon auf der weitläufigen Landebahn auf uns wartet und uns zur Flughafenfeuerwehr bringt. Während der kurzen Fahrt können wir zufällig auch noch die Landung einer Maschine der italienischen Lufthansa-Tochter „Air Dolomiti“ beobachten. Gebannt sehen wir dabei zu, wie die Piloten auf den Landeplatz zusteuern und schließlich sicher aufsetzen.

Jetzt richten wir unsere Aufmerksamkeit jedoch auf die Tore der riesigen Fahrzeughalle der Flughafenfeuerwehr, die sich gerade öffnen. Der Geruch von Benzin und Motorenöl steigt uns in die Nase und wir erblicken mehrere gigantische Einsatzfahrzeuge, die bereit für den nächsten Notfall sind. Auf die Frage, wo sich die Einsatzkräfte gerade aufhalten, erklärt uns der Mitarbeiter, dass diese hauptsächlich nur nebenberuflich bei der Feuerwehr arbeiten, einige davon jedoch auch in anderen Abteilungen beschäftigt sind und somit in kürzester Zeit am Einsatzort eintreffen müssen. Nachdem wir noch ein paar Details über die Technik der Fahrzeuge erfahren haben, erteilt uns der Mitarbeiter die Erlaubnis, selbst in einem der immensen Löschfahrzeuge Platz nehmen zu dürfen. Das ist für die meisten von uns der Höhepunkt des Tages, da wohl noch kaum jemand in einem Feuerwehrfahrzeug sitzen durfte.

Zu guter Letzt bekommen wir die Möglichkeit, den Leiter der Marketingabteilung, Bernd Behrend, in einem Interview – geführt von Loki Fritz, Silas Eisenacher und Marco Stiefenhofer – mit Fragen zu löchern. Was ihn besonders an seiner Arbeit fesselt, seien die täglichen neuen Herausforderungen und sein vielfältiges Arbeitsspektrum, das durch die geringe Größe des Flughafens ermöglicht wird, da er dadurch die Möglichkeit hat, in unterschiedlichen Bereichen tätig zu werden. Er gewährt uns außerdem Einblick in Pläne, wie das Fliegen zukünftig nachhaltiger gestaltet werden kann. So sollen ab 2026 Elektroflugzeuge Kurzstreckenflüge übernehmen. Besonders beeindruckend war der Fakt, dass die Flughafencrew mehrmals im Jahr hohen Besuch wie zum Beispiel den Bundespräsidenten oder anderen VIPs empfangen darf.