Jugendraum

Diskussion um Jugendraum im neuen Feuerwehrhaus

Hergensweiler / Lesedauer: 3 min

Gemeinderat stimmt am Ende zu – Einige kritisieren, dass Feuerwehr den Antrag erst so spät gestellt hat
Veröffentlicht:30.01.2015, 18:48
Aktualisiert:24.10.2019, 06:00

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Heftig haben die Hergensweilerer Gemeinderäte in ihrer Sitzung am Donnerstagabend den Antrag auf einen Raum für die Jugendfeuerwehr diskutiert. Den möchte die Feuerwehr in ihrem neuen Haus in einer Galerie über der Fahrzeughalle unterbringen. Und sie hat auch schon gleich mit Arbeiten für Elektro- und Wasseranschlüsse begonnen. Diese hatte Bürgermeister Wolfgang Strohmaier allerdings einstellen lassen. Er wolle zuerst einen Beschluss des Gemeinderats, sagte Strohmaier.

In der Planung fürs neue Haus war die Galerie als Lagerraum für die Jugendfeuerwehr vorgesehen. Dass erst zu diesem späten Zeitpunkt eine Umnutzung beantragt wird, fand der Rathauschef „sehr, sehr schade“. Dem Vorgehen hafte ein Hauch von Salamitaktik an. Für die Nutzung als Jugendraum müsse ein zweiter Rettungsweg geschaffen werden, was nun einen Mauerdurchbruch nach außen, Tür und Außentreppe erfordere.

Architekt Markus Herrmann habe die Kosten dafür auf 15000 Euro geschätzt, sagte Strohmaier. Was für den Bürgermeister aber noch mehr ins Gewicht falle, sei die Außentreppe. Denn diese beeinträchtige das Gebäudebild.

Wäre der Wunsch nach einem Jugendraum früher eingebracht worden, hätte der Architekt eine bessere Lösung finden können, war sich Strohmaier sicher.

Sein Stellvertreter Josef Kohl schloss sich dieser Ansicht an. Es habe eine ausreichend lange Planungsphase gegeben, die Feuerwehr sei immer einbezogen gewesen. Er verstehe nicht, warum es jetzt in der Endphase neue Erkenntnisse der Feuerwehr gebe, warum ein Jugendraum wichtig ist, meinte Kohl.

Für Bernhard Merkel kam der Antrag nicht kurz vor knapp, für ihn war es „schon fünf nach zwölf“. Er könne dem Vorhaben nicht zustimmen, sagte Merkel.

Gemeinderat deckelt Kosten für Gemeinde

Johannes Schneider, Vorstand des Feuerwehrvereins, erklärte, die Wehr habe durchaus schon früher den Wunsch nach einem Jugendraum geäußert. „Vielleicht innerhalb der Feuerwehr, aber nicht gegenüber dem Gemeinderat“, antwortete Merkel.

Schneider wies darauf hin, dass die Kosten für den Raum nur ein Prozent der Bausumme ausmachen. Hätte man den Jugendraum gleich mit in die Planung einbezogen, wäre das nicht unbedingt billiger gekommen.

Durch einen solchen, selbst bewirtschafteten Raum werde die Kameradschaft in der Jugend gestärkt, das Konfliktpotenzial verringere sich, argumentierte Schneider. Ohnehin liege man unterhalb der veranschlagten Gesamtkosten für das Feuerwehrhaus und habe auch noch einen Puffer von 40000 Euro im Haushalt. Wobei es den Einwand aus dem Gremium gab, dass Gespartes nicht gleich wieder ausgegeben werden muss.

Wenn die Jugend ein eigenes Reich habe und sich selbst organisiere, lerne sie viel, sagte Christoph Hess und führte das Beispiel Musikverein mit eigenem Ausbildungsraum für die Jugend an. Letztlich gab der Gemeinderat bei einer Gegenstimme seine Zustimmung für den Jugendraum.

Die Gemeinderäte deckelten aber den Betrag, den die Gemeinde übernimmt, auf 12000 Euro. Was darüber liegt, muss die Feuerwehr übernehmen. Die jungen Feuerwehrler, die die Debatte mitverfolgten, wollen beim anstehenden Umbau auch selber anpacken.

Josef Kohl hatte bei den finanziellen Aspekten darauf hingewiesen, dass es in der Gemeinde Stimmen gibt, das alte Feuerwehrhaus entgegen einem früheren Beschluss des Gemeinderates nicht zu verkaufen. Käme man dem nach, fehlten 100000 Euro an erwarteten Einnahmen.

Vereine wollen altes Feuerwehrhaus als Lagerplatz

In einem von Bürgermeister Strohmaier an die Gemeinderäte verteilten Schreiben hatten Volksbühne, Musikverein und Förderverein Kinderfest vorgeschlagen, das Gebäude als Lagerplatz für ihren Fundus und Festinventar nutzen zu dürfen. Darüber werde man in einer der nächsten Sitzungen diskutieren, sagte Strohmaier.

Der Bürgermeister informierte weiter, dass das Landesamt für Denkmalpflege derzeit prüfe, ob das alte Feuerwehrhaus in die Liste der denkmalgeschützten Gebäude aufgenommen wird.