Lastwagenmodell

Feuerwehr Westhausen übt Lkw-Rettung

Westhausen / Lesedauer: 2 min

Größe der Fahrzeuge stellt die Rettungskräfte vor besondere Herausforderungen
Veröffentlicht:31.10.2018, 15:20
Aktualisiert:22.10.2019, 15:00

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Als eine der ersten Feuerwehren in der Region haben die Westhausener Wehr und ihre Lippacher Abteilung gelernt, wie Fahrer aus verunglückten Lastwagen geborgen werden können. Das zweitägige Seminar hat neben einem theoretischen Teil auch die praktische Schulung an einem maßstabsgetreuen Lastwagenmodell umfasst.

Auf der Autobahn A7 bei Westhausen ist ein Lastwagen verunglückt. Der Fahrer ist in seiner Kabine eingeklemmt und muss wegen seiner schweren Verletzungen so schnell wie möglich aus seinem Fahrerhaus gerettet werden. Dies ist Teil eines fiktiven Szenarios, das aber im Alltag häufig vorkommt. „Technisch sind wir von der Feuerwehr Westhausen auf solche Einsätze bestens vorbereitet. Wir verfügen über die nötigen technischen Hilfsmittel“, sagt Feuerwehrkommandant Raimund Bees. LKW-Rettungen aber sind schon wegen der Größe der Fahrzeuge eine besondere Herausforderung. „Da ist das Aufstellen einer erhöhten Rettungsplattform noch eine der einfachsten Aufgaben“, weiß Bees.

„Eine der wichtigsten Fortbildungen der letzten Jahre“

Denn eine LKW-Fahrerkabine unterscheidet sich von einem Fahrgastraum eines Personenwagens in vielen Punkten. Das beginnt bei der gefederten Kabinenaufhängung. „Die Kabine muss erst einmal fixiert und stabilisiert werden“, so Bees . Aufgrund der beengten Verhältnisse auf der Rettungsplattform müssen die Feuerwehreinsatzkräfte außerdem genau wissen, welches Rettungsgerät sie gerade benötigen. Spreizzange und Schere sind große und schwere Geräte, die einige Übung erfordern, um sie effektiv einzusetzen. „Hier stellt sich uns die nächste Frage: Wo setze ich die Schere an, um den Fahrer schnell und sicher aus der Kabine zu holen?“, erklärt Bees.

Unter anderem führen viele Versorgungsleitungen, die teils noch unter Strom stehen können, durch die Kabinenkonstruktion. Die Streben einfach zu durchtrennen, könnte für die Einsatzkräfte gefährlich werden. „Ich glaube, dieses Seminar ist eine unserer wichtigsten Fortbildungen der letzten Jahre“, meint Bees.

An dem Seminar haben die Feuerwehr Westhausen und die Abteilung Lippach fast in kompletter Mannschaftsstärke teilgenommen. Die Seminarteilnehmer wurden in Gruppen zu je 15 bis 20 Teilnehmern aufgeteilt. Für jede Gruppe gab es nach einem einstündigen Theorievortrag einen knapp vierstündigen Praxisteil mit wertvollen Tipps der Trainer der Firma Weber-Rescue, einem Ausstatter der Feuerwehren mit technischen Hilfsmitteln. „Dank der austauschbaren Kabinenteile am LKW-Modell konnten die Feuerwehrleute so lange üben, bis jeder Handgriff am Ende wirklich gesessen hat“, resümiert der Kommandant.