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Grundschule Tannhausen nimmt an „SpoSpiTo“ teil

Tannhausen / Lesedauer: 3 min

Fit im Unterricht und weniger Elterntaxis: Das soll mit dem bundesweiten „SpoSpiTo“-Bewegungspass gelingen. Das steckt hinter der Aktion.
Veröffentlicht:22.03.2023, 05:00

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Hampelmänner, Kniebeugen, Liegestützen oder ein paar Sekunden in der Standwaage — für die Schüler der Grundschulen Tannhausen und der Johann–Sebastian–von–Drey–Schule Röhlingen gehört das seit dieser Woche zum Pausenprogramm. Wird es im Unterricht mal zu unruhig oder sind einzelne Schüler vor ihren Klassenkameraden mit den Aufgaben fertig, sollen gymnastischen Übungen ihre Konzentration wieder schärfen oder dem Bewegungsdrang der Kinder gerecht werden. Sporteln, Spielen und Toben — kurz SpoSpiTo — heißt die bundesweite Aktion, an der die beiden Grundschulen dafür teilnehmen und die zu mehr Bewegung im Alltag animieren sollen.

Denn wie zahlreiche Studien bereits belegt haben, steigert Bewegung im Unterricht nachweislich die Lernfähigkeit der Kinder. Katrin Roder unterrichtet die Kinder der ersten Klasse an der Grundschule Tannhausen und verbindet die Lerninhalte regelmäßig mit Bewegungsspielen — derzeit zum Beispiel beim Auswendiglernen des Frühlingsgedichts „Die Tulpe“ von Josef Guggenmos. „Man merkt schon, dass sich der Text bei den Kindern so schneller einprägt, als wenn wir ihn nur lesen“, bestätigt Roder. Auch beim Buchstabenlernen werden oftmals kleine Gesten zu wirksamen Eselsbrücken.

Die Aktion hat aber noch eine andere Intention: Die Kinder sollen motiviert werden, selbstständig zur Schule zu gehen. In einem sogenannten Bewegungspass können die Schüler eintragen lassen, wenn sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad ihren Schulweg bestritten haben, statt per Elterntaxi gebracht zu werden — mindestens 20–mal in sechs Wochen ist das Ziel. „Die Kinder, die zu Fuß zur Schule kommen, sind sehr viel entspannter“, hebt Rektorin Maria Gauermann als Vorteil eines eigenständig zurückgelegten Schulweges hervor. „Von den Eltern ist das Bringen immer sehr gut gemeint. Aber die Schulranzen leuchten gerade im Herbst, wenn es morgens noch dunkel ist, gut im Scheinwerferlicht der Autos, dass die Kinder gut gesichert sind.“

Gauermann kann verstehen, dass viele Eltern von Kindern, die die Hauptstraße überqueren müssen, anfangs Bedenken haben, ihre Schützlinge alleine losziehen zu lassen — zumal es entlang der Straße an keiner Stelle einen Zebrastreifen oder eine Ampel gibt. „Die Kinder lernen aber auch schnell, gut aufzupassen“, so Gauermann. Auch Grundschullehrerin Silke Ziegler stimmt der Rektorin in dieser Hinsicht zu und ergänzt in diesem Zusammenhang: „Wenn Kinder von Anfang an gewohnt sind, zur Schule zu laufen, ist das auch gar kein Thema.“ Um den Schulweg noch sicherer zu machen und die Kinder für potenzielle Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren, erhalten die Schüler in den ersten zwei Schuljahren von der Polizei außerdem ein Schulwegtraining.

Viel gefährlicher seien dagegen nach Einschätzung Gauermanns jene Situationen, denen sie morgens im Gedränge der Elterntaxis ausgesetzt sind. Autos halten in der ohnehin engen Schulstraße, um ihre Kinder abzusetzen, dabei laufen die Schüler an den kurzzeitig parkenden Autos vorbei und müssen jederzeit damit rechnen, dass eines der Fahrzeuge unerwartet losfährt. Auch passiere es immer wieder, dass Eltern sich mangels Parkplatz in die Haltestellenbucht stellen und damit den öffentlichen Busverkehr blockieren.

Laut Gauermann wäre es daher für den Verkehr in der Schulstraße eine deutliche Erleichterung, wenn mehr Kinder zu Fuß kämen. Auch Schüler, die mit dem Bus zur Schule kommen, haben mit Übungen für zu Hause oder fürs Klassenzimmer die Möglichkeit, an der Aktion teilzunehmen. Um die Motivation zusätzlich zu erhöhen, verlosen die Initiatoren unter allen teilnehmenden Kindern Preise, unter anderem 400 Decathlon–Gutscheine im Wert von jeweils 20 Euro und 100 Kinderrucksäcke von der Sportmarke Vaude. Gefördert wird das Projekt von der Sparkassen–Finanzgruppe Baden–Württemberg.