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Jahrhundertereignis

Einhorn-Tunnel: Gmünder feiern Jahrhundertereignis

Schwäbisch Gmünd / Lesedauer: 3 min

Ramsauer macht bei B 29 Mögglingen Hoffnung
Veröffentlicht:25.11.2013, 20:10

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Für Schwäbisch Gmünd , ja für die ganze Region ist es ein Jahrhundertereignis gewesen, das fast schon Volksfestcharakter hatte: Am Montagvormittag ist mit dem 280 Millionen Euro teuren Einhorn-Tunnel die teuerste Ortsumfahrung Deutschlands von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und seinem baden-württembergischen Kollegen Winfried Hermann feierlich für den Verkehr freigegeben worden. Und beide haben dabei beteuert, dass mit diesem Bauwerk in Sachen B 29-Ausbau noch nicht Schluss sein werde.

Eine halbe Stunde lang ließ der Bundesminister auf sich warten. Nein, nicht weil er in seiner Heimat am Chiemsee zu spät aufgestanden war, wie ein Zwischenrufer aus dem Publikum unter Gelächter mutmaßte. Sondern weil er nach eigener Einschätzung vom Chiemsee bis Mögglingen so lange gebraucht habe wie von Mögglingen bis Gmünd. Und Peter Ramsauer hat die Zeit genutzt. Um in Mögglingen, wie er ebenfalls schilderte, vor dem Rathaus zehn Minuten lang einfach den Verkehr zu beobachten. Und um dann, wie er in seiner Rede sagte, zu dem Schluss zu kommen, dass dies kein Zustand sein könne. „Wir müssen Mögglingen schnell und zügig machen“, sagte Ramsauer unter Beifall und mit Blick auf seinen Unionsparteifreund und Gmünder Abgeordneten Norbert Barthle, der als Vorsitzender des Haushaltsausschusses des Bundestags „in Berlin auf dem Geld sitzt“. Die B 29 durchgehend flüssig zu gestalten, müsse sein im Interesse dieses starken Wirtschaftsraums, so der Minister. Gerade die beiden Länder, „die alle Fußkranken Deutschlands mitschleppen“, nämlich Baden-Württemberg und Bayern, bräuchten „eine ganz starke Verkehrsinfrastruktur“. Und die B 29 brauche noch mehr Ortsumfahrungen. Insofern weine man dem Geld bei diesem „nicht gerade preiswerten Werk“ auch nicht nach. Mit dem neuen Tunnel stehe Gmünd vielmehr vorbildlich für einen kräftigen Investitionsschub für eine moderne Infrastruktur.

Sprach’s, um kurze Zeit später bereits zu den Koalitionsverhandlungen nach Berlin zu entschwinden. Vielleicht auch mit jenem Transparent im Hinterkopf, das unter gleich mehreren die vielen Mögglinger hochhielten, die zur Tunneleröffnung gekommen waren. Auf ihm forderten sie eine „Große Koalition Berlin-Stuttgart“ für die Mögglinger Ortsumfahrung.

An der kam, zumindest verbal, auch der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann nicht vorbei. Der in der vergangenen Woche ja seine Priorisierungsliste für den Bundesverkehrswegeplan vorgelegt hatte, in der die B 29 dem aktuellen Anschein nach nicht gut wegkommt. „ Mögglingen wird an uns nicht scheitern“, sagte Hermann nun und verwies darauf, dass die Ortsumgehung bereits im alten, derzeit noch gültigen Bundesverkehrswegeplan ja ganz vorne mit dabei sei. Jetzt liege es nur daran, „wie viel Geld uns die Haushälter beim Bund geben werden“. Die allerdings insgesamt für den Straßenbau viel zu wenig zu verteilen hätten. Weshalb man an einer finanziellen Nutzerbeteiligung in Form einer Lkw-Maut auch auf Bundesstraßen nicht vorbeikommen werde. Nur mit einer „Ausländermaut“ werde es nicht getan sein, sagte Hermann. Auf einen Weiterbau der B 29 hoffte auch Regierungspräsident Johannes Schmalzl in seiner Begrüßung. Nur den Mangel priorisieren zu müssen, könne auf Dauer keine Lösung sein.

Nach dem Festakt und der kirchlichen Tunnelweihe durch Münsterpfarrer Robert Kloker und den evangelischen Dekan Immanuel Nau vor dem Westportal des Bauwerks räumten Minister Hermann, Abgeordnete, Landrat Klaus Pavel und Gmünds OB Richard Arnold symbolisch dort die Absperrschranken beiseite. Um anschließend mit einem Elektrobähnle durch den Tunnel zu fahren und am Ostportal Gleiches zu tun. Dort hatten sich unter anderem auch Schüler der Gmünder Klosterbergschule unters Volk gemischt, um auf bunten Plakaten ihre Freude über die Tunneleröffnung kundzutun. Um die Mittagszeit wurde der Tunnel dann endgültig für den ganz normalen Verkehr aufgemacht.

Weitere Bilder von der Einweihung des Gmünder Einhorn-Tunnels finden Sie im Internet unter www.aalener-nachrichten.de.