Verkehrsfreigabe

Bauarbeiten dauern länger als geplant

Schwäbisch Gmünd / Lesedauer: 2 min

Gmünder Einhorn-Tunnel wird nicht vor Mitte des nächsten Jahres freigegeben
Veröffentlicht:18.09.2012, 18:50
Aktualisiert:25.10.2019, 06:00

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Der Gmünder Einhorn-Tunnel wird später fertig, als anfänglich geplant. Bauleiter Johannes Zengerle rechnet mit einer offiziellen Verkehrsfreigabe voraussichtlich Mitte des kommenden Jahres. Ursprünglich war die Eröffnung Ende 2012/Anfang 2013 angedacht gewesen.

Bei einer solch riesigen und außergewöhnlichen Tunnelbaustelle, deren Startschuss sich am 18. September bereits zum 14. Mal gejährt hat, gibt es keinen dramatischen Grund für die relative Verzögerung. Johannes Zengerle vom Baubüro Schwäbisch Gmünd des Regierungspräsidiums unterstreicht: Es sei viel wichtiger, sorgfältig und ohne Hektik an diesem Projekt zu arbeiten, als sich auf einen Einweihungstermin zu fixieren.

Hauptsache sei die rechtzeitige Fertigstellung zum Gartenschaujahr 2014. Und daran lässt Zengerle mit Blick auf die nun begonnenen Maßnahmen für den technischen Innenausbau des Tunnels keinen Zweifel. Viel betoniert wird nun nicht mehr. Eines der beiden Betonwerke an der Zufahrtsrampe West ist auch schon längst demontiert. Statt Betonmischer sind es derzeit vielmehr Muldenkipper mit großen Mengen Schotter, die in die 2,2 Kilometer lange unterirdische Baustelle einfahren, um den Unterbau für die Fahrbahn zu vervollständigen. Anschließend folgen die Asphaltdecken.

Zum derzeitigen Innenausbau gehört auch das umfangreiche System für eine Löschwasserleitung mit Hydranten, die als vollwertige und beiderseits angeschlossene „Trinkwasserpipeline“ von West nach Ost und bis zu 130 Meter tief unterm Lindenfirst praktisch quer durch Gmünd führen wird. Mindestens ebenso wichtig sind gegenwärtig Bau und Montage eines leistungsfähigen Entwässerungssystems. Denn bedingt durch die Trogbauweise (tiefster Punkt etwa in der Tunnelmitte) muss alles Flüssige aufgefangen und gegebenenfalls wieder ins Freie gepumpt werden. Sogenannte Havariebecken machen zum Beispiel Ölunfälle beherrschbar. Interessant anzusehen sind auch spezielle Siphon-Bauteile, die auf der gesamten Tunnelstrecke an den Abwasserrinnen installiert sind. Diese Siphons haben die Wirkungsweise von kleinen Schleusen und Auffangbehältern, die unmittelbar an Unfallstellen in Funktion treten können, wenn etwa Benzin auslaufen sollte.

Richtig und im wahrsten Sinne des Wortes „rund“ geht’s besonders auch an den beiden Portalbereichen. Die neue „Ringelbrücke“ für Radler und Fußgänger in der Oststadt wird ein Schmuckstück. Aus der Vogelperspektive wie gigantische Schneckennudeln anzusehen sind die großen Verteilerbauwerke Innenstadt Ost und West. Kurz vor der Fertigstellung steht auch der neue Kreisverkehr an der Lorcher Straße direkt auf dem „Dach“ des Tunnelportals. Dort konnte dieser Tage wieder eine neue Fahrspur dem Verkehr übergeben werden.