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Wasserfreies Shampoo: JRS erhält „Ernst Pelz Nachhaltigkeits-Preis“

Rosenberg / Lesedauer: 3 min

Firma punktet mit fester Kosmetika und Waschmittel auf Basis spezieller JRS-Cellulosefasern
Veröffentlicht:28.07.2022, 16:49

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Schon seit einigen Jahren hat die JRS auch die Welt der Kosmetik mit nachhaltigen pflanzlichen Funktionsstoffen im Visier. Ob als Mikroplastikersatz, zum Austausch künstlicher Stoffe oder um ganz neue Funktionen in moderne, anspruchsvolle Kosmetikprodukte zu bringen. Dahinter steht das Ziel, durch den Einsatz der Pflanzenfaser-Technologie nachhaltigere, natürlichere Kosmetikendprodukte zu ermöglichen.

Anfang Juli konnten Antonia Hantschel , Geschäftsbereichsleiterin für Lohndienstleistungen und Innovation, und Alexander Trautmann, Projektmanager, im Rahmen des 30. C.A.R.M.E.N.-Symposiums im Schloss Straubing den Ernst-Pelz-Preis vom bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie für eine neue Cellulosefaser-Anwendung zur Herstellung hochwertiger, wasserfreier Kosmetikprodukte entgegennehmen.

Die heutigen Konsumenten treffen nachhaltige Kaufentscheidungen – und achten darauf, wo immer möglich, Plastikverpackungen zu vermeiden. Das gilt ganz besonders für Kosmetika und Waschmittel. Gleichzeitig möchte aber niemand Abstriche an der Funktion oder Produktqualität hinnehmen, heißt es in einer Mitteilung des Rosenberger Unternehmens.

Die meisten Kosmetik-, Wasch- oder Pflegeprodukte kommen heutzutage aber noch immer in Plastikverpackungen daher, weil die Inhaltsstoffe rezepturbedingt in flüssiger Form angelegt sind. Daran scheitern viele Versuche, Papierverpackungen als nachhaltigere Alternativen anbieten zu können. Hinzu kommt, dass der hohe Wasseranteil (oft 90 Prozent und mehr) zu einem hohen Transport- und damit Energieaufwand führt, heißt es weiter.

Antonia Hantschel erläutert: „Genau darauf zielt unsere Entwicklung ab – das viele Jahre bewährte, bisher flüssige Lieblingsshampoo zukünftig in Papier verpackt – entweder als Shampoo-Stück oder als eine Art Instant-Pulver. Das war bislang nur bedingt möglich, da viele Inhaltsstoffe in fester Form nicht herstellbar waren. Deshalb musste die Zusammensetzung bislang verfügbarer, fester Produkte immer mit Abstrichen gegenüber den flüssigen Produkten zurechtkommen. Dank unserer Cellulose-Spezialfasern können nun nahezu alle flüssigen Produkte in feste, wasserfreie Formen überführt werden. Die können dann in Papier anstelle Plastikflaschen verpackt werden.“ Das verhindere das Entstehen von Mikroplastik aus Verpackungen. In den Rezepturen der Kosmetikprodukte eingesetzte Mikroplastikkörper ersetze man schon längere Zeit, so Hantschel weiter.

Die neuen wasserfreien Produkte weisen nach Angaben der Firma nur noch einen Bruchteil des ursprünglichen Gewichts ihrer flüssigen Pendants auf. Das soll den Transportaufwand nachhaltig reduzieren.

„Das hat uns schon in der Entwicklungsphase total begeistert – die Cellulosefaser erweist sich in der Anwendung als idealer Trägerstoff für die flüssigen Inhaltsstoffe: Sie ist natürlich, biologisch abbaubar und fühlt sich angenehm auf der Haut an“, erklärt Hantschel.

Die Auszeichnung der Entwicklung beruht auf dessen Innovationspotential, sowie auf der stofflichen Verwertung von Cellulose aus heimischen Baumarten oder Fasern aus Agrarreststoffen. Seit 1992 wird der Ernst-Pelz-Preis jährlich gemeinsam mit dem bayerischen Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe in Kooperation mit C.A.R.M.E.N. vergeben. Die Preisträger müssen überragende Leistungen zugunsten der umweltfreundlichen stofflichen und/oder energetischen Nutzung heimischer nachwachsender Rohstoffe erbracht haben.