Albtraum

Ausgesgezeichnet: Mutige Nachbarn retten bei Brand einen Mann

Rosenberg / Lesedauer: 2 min

Die Rosenberger Hedwig Mai und Stefan Helleiß konnten einen älteren Herrn unter Einsatz ihres eigenen Lebens vorm Tod bewahren
Veröffentlicht:30.05.2011, 19:45
Aktualisiert:25.10.2019, 18:00

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Es ist wohl für jeden Menschen ein absoluter Albtraum: Das eigene Haus steht in Flammen, man steht im ersten Obergeschoss, Rauch, Hitze und Gase lassen ein Entkommen aus dieser Hölle unmöglich erscheinen. Für einen Rosenberger ist am 30. Januar genau dieses Horrorvision dramatische Realität geworden. Umso schlimmer, denn besagter Herr ist nicht mehr der Jüngste.

Die Nachbarn – Hedwig Mai und Stefan Helleiß – sehen den Qualm, rufen die Feuerwehr. „Wir wissen, dass der Mann allein lebt und wussten auch, dass er noch im Haus sein muss“, erinnert sich Mai an den kalten Januarsonntag. Beiden ist klar, dass das Warten auf die Feuerwehr einem Todesurteil für den Nachbarn gleichkommt.

Helleiß stürmt zur Tür ins brennende Haus, Mai hinterher. Oben an der Treppe steht der Mann und ruft um Hilfe. „Der war steif wie ein Brett, konnte sich nicht selbst helfen“, so Helleiß. Di ebeiden Helfer standen so unter Adrenalin, dass sie gar nicht mehr genau wissen, was sie getan haben und wie sie den Mann aus dem Haus geholt haben.

Rosenbergs Feuerwehrchef Jürgen Ebert macht deutlich, wie knapp die Rettung war. „Wir waren sechs Minuten nach der Alarmierung am Haus. Wir hätten insgesamt etwa acht oder neun Minuten gebraucht, den Mann zu finden und zu bergen. Das wäre sehr knapp geworden. Hut ab, die beiden sind echte Lebensretter und es war auch für sie lebensgefährlich.“

Deshalb sind sie vom Land Baden-Württemberg mit einer Urkunde und Medaille für diese Rettung geehrt worden. Es gibt im Land drei Stufen der Retter-Ehrung, Mai und Helleiß haben für ihren Mut direkt die höchste davon erreicht. Bürgermeister Uwe Debler bei der Verleihung: „Es ist ganz unglaublich was sie geleistet haben, und wir sind stolz auf sie.“ Ellwangens stellvertretender Polizeichef Leonhard Schenk: „So etwas erlebt man höchst selten in Zeiten, wo viele wegschaun, weitergehen und nicht helfen. Sie dürfen und sollen auch auf sich selbst stolz sein. Das verdient höchste Anerkennung.“