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Artenreich

Artenreich: Im Museumsgarten die Bibel erwandern

Rosenberg / Lesedauer: 2 min

Im Sieger-Köder-Zentrum in Rosenberg führen 60 biblische Pflanzen durch das Buch der Bücher
Veröffentlicht:08.06.2011, 22:05

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Der Besucheransturm ins Sieger-Köder-Zentrum in Rosenberg ist enorm. Nach den Feierlichkeiten am Wochenende, bei dem das Sieger-Köder-Zentrum offiziell eingeweiht worden war, geben sich jetzt die Interessierten und Kunstfreunde die Klinke in die Hand. Beeindruckt sind sie nicht nur vom Museum selbst, sondern auch vom Bibelgarten.

Schon die Idee des Bibelgartens hat etwas durch und durch Sympathisch-Skurriles: Folgt man vom großen Kunstwerk in der Mitte dem Weg um die Beete, so erwandert man ganz beiläufig die Bibel vom Alten Testament zum Neuen. Dabei entdeckt der Besucher rund 60 der 120 Pflanzenarten, die in der Bibel vorkommen. Natürlich finden sich dort Myrre und Weihrauch, aber auch Pflanzen, die man nur bedingt mit der Bibel in Verbindung bringt, etwa Gurken oder Disteln.

Nun kennen wahrscheinlich die Wenigsten die Bibel so genau, dass sie alle Pflanzen der richtigen Stelle zuordnen können. Deshalb gibt es kleine Holzpfosten, auf denen der Name der Gewächse sowie eine passende Bibelstelle vermerkt ist. Dabei gibt es von Wüstenpflanzen über Granatapfel und Feigenbaum bis hin zu Dill oder Weintrauben alle möglichen Pflanzen zu sehen. Und wer mit einer Bibel durch den Garten wandelt, der entdeckt vielleicht auch etwas, dass nicht nur den Kopf sondern auch die Seele berührt. Das wäre dann eine passende Parallele zu Köders Kunst.

Im Zentrum selbst gibt es auch eine gebundene Broschüre, die man sich ausleihen kann. Dort sind ebenfalls die passenden Bibelstellen vermerkt und es gibt viele Informationen zu den einzelnen Pflanzen. Das ist dann sowohl für Gläubige als auch für Gartenfreunde hoch interessant.

Noch ist der Garten keine üppig grüne Oase, doch das wird noch. Es ist eben wie in allen Gärten: Direkt nach dem einpflanzen wirken die Beete noch etwas karg und leer, doch das wird sich in den kommenden Monaten ändern. Wasserläufe tragen zur friedlichen Stimmung im Garten bei. Außerdem kann so auch die Sumpfbinse gepflanzt werden. Daraus wurde bekanntermaßen der Korb geflochten, in dem Moses als Säugling im Fluss ausgesetzt wurde.

Es mach schlichtweg Spaß die Pflanzen zu entdecken, die man oft nur aus der Bibel kennt. Zum Beispiel erfährt man dort auch wie der Sennabusch, der als brennender Busch wohl jedem bekannt ist, eigentlich aussieht. Kurzum: Der Bibelgarten ist ein rundum leerreiches und entspannendes Vergnügen – egal ob mit oder ohne Bibel in der Hand.