Verpackung

Verpackung war gestern

Nördlingen / Lesedauer: 2 min

Die 24-jährige Sarah Eberhardt hat in Nördlingen den Laden „Ohne Umweg“ eröffnet
Veröffentlicht:03.05.2017, 18:52
Aktualisiert:23.10.2019, 05:00

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Sarah Eberhardt hat’s geschafft. Sie hat ihren Traum vom liebevoll gestalteten Laden mit regionalen und Bio-Lebensmitteln, der fast komplett ohne Verpackungen auskommt, wahr gemacht. Mit ihrer Begeisterung steckte die 24-Jährige andere an und sammelte per Crowdfunding 28000 Euro ein. Seit einigen Tagen ist ihr Geschäft „Ohne Umweg“ in der Nördlinger Altstadt geöffnet.

Es gibt Nudeln aus Grosselfingen, Kaffee aus zwei Nördlinger Röstereien, Honig aus Ederheim, Öl aus Dunstelkingen, Essiggurken aus Maihingen – dazu Reis, Müsli, Schokolade und vieles mehr. Was nicht aus dem Ries oder seiner Umgebung kommt, muss bio sein.

„Es geht darum, auf Verpackungen und Kunststoff so weit wie möglich zu verzichten“, sagt Sarah Eberhardt, die aus Aufhausen im Südries stammt und während ihrer Bachelorarbeit an der Hochschule Rosenheim auf das Thema Plastikmüll aufmerksam wurde. Studiert hat sie Innenarchitektur und als Abschlussarbeit ihren eigenen Laden geplant.

Wer bei „Ohne Umweg“ einkaufen möchte, bringt am besten eigene Behälter mit: Brotdosen, Gläser oder auch Papiertüten. Im Laden dann einfach das Gefäß abwiegen – dafür gibt es einen Aufkleber mit dem Leergewicht – und mit Haferflocken, Backerbsen, Zucker oder anderem befüllen.

Spontankäufer bekommen im Laden auch Pfandgläser, die der Abfallwirtschaftsverband gesponsert hat, oder Stoffsäckchen. Lebensmittel, die sich nicht lose verkaufen lassen, sind in Gläser, Flaschen oder Papiertüten verpackt.

Wenn Sarah Eberhardt ihre Waren bei Erzeugern oder Großhändlern einkauft, nimmt sie ihre eigenen Transportboxen mit oder greift, wenn nötig, zu den größtmöglichen Gebinde – etwa bei den Reissäcken.

Über Crowdfunding-Plattform Unterstützer gefunden

Der Reis scheint in den ersten Tagen einer ihrer Verkaufsschlager zu sein. Aber auch beim Müsli greifen die Kunden zu. Obst und Gemüse, das sich nicht gleich verkauft, verarbeiten Sarah Eberhardt und ihre Mitarbeiterinnen frisch und bieten es als Marmelade oder Brotaufstrich an. Diese Woche im Angebot: Tomaten-Feta, veganer Karottenaufstrich und Obazder.

Das Haus neben dem Norma-Geschäft am Nördlinger Rübenmarkt gehört Sarah Eberhardts Vater. Für die Anschubfinanzierung setzte die junge Frau auf eine Crowdfunding-Plattform im Internet: Freunde halfen ihr, einen witzigen und attraktiven Imagefilm zu produzieren, mit dessen Hilfe sie auf sozialen Netzwerken Unterstützer zusammentrommelte. 28000 Euro kamen rechtzeitig zusammen.

Für alle Unterstützer gab’s ein Dankeschön – in Form von Einkaufsgutscheinen, einem Starterpaket oder, bei zehn Euro Anschubfinanzierung, einen Kaffeebecher: Letzterer kann gleich in den Laden mitgebracht werden, denn auch heißen Kaffee gibt es bei „Ohne Umweg“.