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Erfolgreich im Bierbrauen

Weltweit unter den Besten: Ladenburger erhält European Beer Star Award

Neuler / Lesedauer: 3 min

Bei dem Wettbewerb werden aus 74 Bierstilen die besten Biere mit europäischer Rezeptur ausgezeichnet. In welcher Kategorie die Neulermer Brauerei erfolgreich war.
Veröffentlicht:07.12.2023, 19:00

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Wer an deutsche Biere denkt, dem fallen zunächst einmal die großen Marktführer wie Paulaner, Erdinger, Krombacher oder Beck’s ein. Dass Erfolg im Bierbrauen aber keine Frage der Brauereigröße ist, hat die Brauerei Ladenburger kürzlich bewiesen: Mit ihrer „Ladenburger Halbe“ hat die Brauerei vor etwas mehr als einer Woche auf der „BrauBeviale“ in Nürnberg den European Beer Star Award in Silber gewonnen.

74 Stile, 47 Länder und drei Gewinner pro Kategorie

Bei dem internationalen Wettbewerb können sich gewerbliche Brauereien mit ihren Bieren in 74 verschiedenen Bierstil-Kategorien bewerben - in diesem Jahr standen dabei 2356 Biere aus 47 Ländern zur Bewertung. Denn entgegen der Vermutung ist das Teilnehmerfeld nicht auf Europa begrenzt, stattdessen muss der jeweilige Bierstil europäische Wurzeln haben.

So bewertet die 150-köpfige Fachjury

Jede Brauerei schickt dafür nach erfolgreicher Anmeldung einen Kasten des Teilnehmerbieres an eine internationale 150-köpfige Jury, bestehend aus Biersommeliers, Braumeistern und Fachjournalisten. Bewertet werden die Proben dann unter anderem nach Optik, Geruch und Geschmack. Mit Awards in Gold, Silber und Bronze werden dann aus jeder Kategorie die drei Besten ausgezeichnet.

Mit Hunderten von Bewerbern in einer der beliebtesten deutschen Bierstil-Kategorien

Bereits zum achten Mal hat die Brauerei Ladenburger am European Beer Star Award teilgenommen und ist dabei auch schon mehrfach ausgezeichnet worden. Braumeister und Geschäftsführer der Neulermer Brauerei, Karl Friedrich Ladenburger, ist stolz, auch dieses Mal wieder in einer der großen Kategorien wie „German Style Export“ einen Award gewonnen zu haben.

„Denn im Gegensatz zu eher unbekannten Stilen - zum Beispiel „Hazy India Pale Ale“ oder „Wood and Barrel Aged Sour Beer“ - bewerben sich in klassischen Kategorien wie Pils, Hefeweizen oder Export meist Hunderte von Brauereien, da hat man sehr starke Konkurrenz.“

Hinzukommt aus Sicht Ladenburgers, dass das Export wegen seiner verhältnismäßig einfachen Herstellungsweise in einer der härtesten Kategorien bestehen muss. „In dieser Einfachheit liegt aber auch die größte Schwierigkeit. Ein Exportbier verzeiht keine Braufehler, man muss zu 100 Prozent genau arbeiten, damit es perfekt schmeckt“, erklärt Ladenburger.

Der Erfolg beim European Beer Star ist für ihn daher auch immer eine Gruppenleistung, da jeder seiner Brauereimitarbeiter dafür mit großer Sorgfalt arbeiten müsse, damit am Ende ein gutes Export herauskomme.

Die Herausforderung: Ein konstantes Produkt mit Rohstoffen schwankender Qualität herzustellen

Dass die Brauereien dabei immer mit Naturprodukten zu tun haben, die jedes Jahr unterschiedlichen Witterungs- und Bodenverhältnissen ausgesetzt sind, kommt erschwerend hinzu. „Man muss bedenken: Jede Hopfen- und jede Getreideernte fällt anders“, sagt der Braumeister in diesem Zusammenhang. „Auf diese Veränderungen jedes Mal aufs Neue einzugehen, mit seinen Erfahrungen und technischem Know-how trotzdem das Qualitätsniveau zu halten - darauf kommt es am Ende an.“

Um Erfolg beim European Beer Star zu haben, muss das ganze Brauerteam sich ordentlich ins Zeug legen.
Um Erfolg beim European Beer Star zu haben, muss das ganze Brauerteam sich ordentlich ins Zeug legen. (Foto: Larissa Hamann)

Nach dem Award ist vor dem Award?

Abgesehen von der Freude über den Erfolg, bietet die Jurybewertung dem Ladenburger-Team aber auch interessante Einblicke, wie das eigene Bier international wahrgenommen wird - und woran möglicherweise noch gefeilt werden kann. „Man schaut sich nach dem Wettbewerb sehr genau an: Was haben wir schon richtig gemacht und was können wir verbessern, dass wir nächstes Mal vielleicht Gold gewinnen“, so Ladenburger.

Das eigene Bier nach diesen Maßstäben auch entsprechend weiterzuentwickeln, sei allerdings immer eine Gratwanderung. Denn schmecken soll das Bier letztens Ende weiterhin, wie es die Kunden seit Generationen gewohnt sind.