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Nachruf

Abschied von Bürgerwehrkommandant und PG-Lehrer Thomas Peter Preissler

Lauchheim / Lesedauer: 3 min

Mit der größten Gedenkfeier der Stadtgeschichte wurde „Pede“ verabschiedet. Ein Nachruf auf einen streitbaren Demokraten und anerkannten Lehrer. 
Veröffentlicht:12.02.2024, 12:01

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Trauer bei vielen Menschen, weit über die Stadt hinaus, hat der Tod von Peter Thomas Preissler ausgelöst, der im Alter von 53 Jahren völlig unerwartet an einem Herzinfarkt verstorben ist. Durch eine übergroße Trauergemeinde ist das im Requiem für ihn in der Pfarrkirche Sankt Petrus und Paulus zum Ausdruck gekommen.

Dominiert war diese von Schülern und Lehrern des Ellwanger PG (Peutinger Gymnasium), die Peter Thomas Preissler als authentische Lehrerpersönlichkeit geschätzt und gemocht habe

Größte Gedenkfeier der Stadtgeschichte

In einer ergreifenden Form des Abschied-Nehmens, wie man sie in der Deutschordenstadt seit Menschengedenken bislang noch nicht kannte, hat eine Abordnung der Bürgerwehr ihren Hauptmann im Sarg vor den Altar gebracht. „Mit ihm und der Gemeinde wollen wir das eucharistische Dankopfer feiern“, sagte Pfarrer Matthias Reiner und die Orgel stimmte das Te Deum, „Großer Gott wir loben Dich“ an.

„Gott hat einen anderen Blick als wir“, befand Reiner „zum Unfassbaren“. Er bat um Gottvertrauen, mit geistlichen Impulsen hierzu. Dabei schilderte er Markantes aus dem Leben von „Pede“, als der Peter Thomas bekannt war. Geboren wurde er in Lauchheim, besuchte das Gymnasium in Bopfingen, pflichtbewusst zog es ihn zur Bundeswehr und er diente dort, zuletzt als Oberstleutnant und ging regelmäßig zu Wehrübungen.

Thomas Peter war "mit der Schule verheiratet"

Nach dem Studium der Sozialwissenschaften und Englisch - auch in den USA - wurde er Lehrer „mit Leib und Seele“. Der Junggeselle „Pede“, der bei seinen Eltern lebte, sagte Reiner, „war mit der Schule verheiratet.“ Er liebte Hardrock ebenso wie „andachtsvolle Gnade".

Dieses „Amazing Grace“ erklang mit anderen Favoriten des Verstorbenen, gesungen von seiner PG-Kollegin Tanja Gold-Hagel mit Babsi Döderlein, begleitet von Rüdiger Backes.

Schüler würdigen ihren ehemaligen Lehrer

Nachrufe ergänzten die posthume Charakterisierung von „Pede“. Bürgermeisterin Andrea Schnele beklagte den Tod ihres Stadthauptmanns, der eine große Lücke hinterlasse. Nadin Schips erinnerte an seine Jugendjahre als Flügelhornist in der Stadtkapelle.

PG-Schulleiterin Stella Herden danke Studiendirektort Peter Thomas Preissler als „Fels im Kollegium“, mit Führungsqualifikationen und einem Lehrer, der Schülern Selbstvertrauen schenkte. „Herr Preissler hat uns eigenständiges Denken beigebracht“, ließ PG-Schülersprecherin Nele Czarnecki wissen und „unvergessen bleiben die Frühstücksrunden, zu denen er uns eingeladen hat“.

42 Jahre in der Feuerwehr, auch als Kommandant

Im Namen der CDU Lauchheim, zu der „Pede“ schon über die Junge Union gelangt war, zuletzt als Ortsverbandsvorsitzender, würdigte Landtagsabgeordneter Winfried Mack einen „streitbaren Demokraten“. Bürgerwehr-Landeskommandant Jürgen Rosenäcker aus Crailsheim und der stellvertretende Lauchheimer Kommandant Paul Schmid zeichneten das Bild einer Persönlichkeit, als die „Pede“ ein Begriff war unter Tausenden von „Bürgern im Bunten Rock“, in 34 Württembergisch-Hohenzollerischer Bürgerwehren.

Sie sagten das auch mit Blick auf seine Hingabe zur Lauchheimer Wehr, der er 42 Jahre angehörte, die letzten zwei als einstimmig gewählter Kommandant und in fünfter Generation aus dem Hause Häußler.

Einen Einblick ins Familienleben mit den Eltern Peter und Waldtraut Preissler, geborene Häußler, gab Schwester Patrizia Eberlein. „Pedes“ Redewendung „Isch so!“, mit der er Menschen überzeugt und sogar den nahenden Tod angenommen habe, fügte sie ein „Requiescat in Pacem“ hinzu, Ruhe in Frieden.