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Warum sich die Senioren in der Tagespflege Sankt Anna wohl fühlen

Ellwangen / Lesedauer: 4 min

Der Lions Club und die Kreissparkasse spenden für neuen Kleinbus. Der Förderkreis sucht indes noch Mitglieder, Fahrer und Sponsoren.
Veröffentlicht:28.11.2023, 12:14

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„Dem Leben dienen“ heißt der Grundsatz der Anna-Schwestern, das gilt auch für die Tagespflege in der Nikolaistraße. Sie wurde am 1. November 2008 auf Initiative des Seniorenrates eröffnet und hat 17 Plätze. Manche Gäste kommen von Montag bis Freitag täglich, andere an zwei, drei Tagen pro Woche. Insgesamt sind es 27 Senioren, die betreut werden. Für die Angehörigen ist die Einrichtung Entlastung, können sie doch an diesen Tagen zur Arbeit gehen oder neue Kraft für die Pflege schöpfen.

Die Gäste kommen gern in die Tagespflege Sankt Anna und schätzen die besondere Atmosphäre. „Wenn man reinkommt, spürt man den Spirit dieser Einrichtung, das motiviert“, umschreibt es Quintus Scheble, der Vorsitzende des Förderkreises Tagespflege Sankt Anna. Die Gäste werden morgens mit drei rollstuhlgerechten Kleinbussen an der Haustüre abgeholt und am späteren Nachmittag wieder heimgebracht. Für diese Tätigkeit sind zwölf ehrenamtliche Fahrer im Dienst. Der Einzugsbereich, aus dem die betreuten Seniorinnen und Senioren kommen, reicht von Adelmannsfelden, Neuler, Rainau und Westhausen über Rosenberg und Jagstzell bis Stödtlen und Wört.

In der Tagespflege, die von Maria-Anna Fuchs geleitet wird, ist viel geboten. Es fängt mit Frühstück und Zeitung lesen an. Anschließend stehen Morgengebet, Meditation, Gedächtnistraining, Gymnastik und kreative Angebote wie Basteln oder Hitzkuchen-, Brot- und Plätzchenbacken, Mittagessen und eine Ruhephase auf dem Programm. Natürlich gehören auch Gesellschaftsspiele wie „Mensch ärgere dich nicht“, Spaziergänge und eine Kaffeepause zum Programm. Auch das tägliche Singen kommt nicht zu kurz. Denn es wird versucht, alle Sinne anzusprechen. Die Freude ist groß, wenn ein Kindergarten oder Musiker zu Besuch kommen. Neben 13 Fachkräften in Voll- und Teilzeit kann die Tagespflege in der Betreuung auf 14 Ehrenamtliche zählen.

Die Durchschnittsverweildauer der Gäste der Tagespflege beträgt zweieinhalb Jahre. 40 Prozent sind im Alter zwischen 85 und 96 Jahren, 37 Prozent zwischen 70 und 85 Jahren, 23 Prozent zwischen 64 und 70. Viele sind an Demenz erkrankt. „Wir haben eine große Warteliste“, sagt die Generaloberin der Anna-Schwestern, Schwester Judith Benz, zur Akzeptanz der Tagespflege, die von Montag bis Freitag von 8 bis 16.30 Uhr geöffnet ist. Die Pflegekassen übernehmen zu einem Großteil die Kosten der Tagespflege. Dem Gast bleibt ein Eigenanteil von 18,80 Euro.

„Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt ständig“, berichtet Quintus Scheble und nennt Zahlen, wonach es 2021 in Baden-Württemberg knapp 550.000 Menschen mit Pflegebedürftigkeit gab, und damit 15 Prozent mehr als zwei Jahre zuvor. Mehr als vier Fünftel davon würden vorwiegend zu Hause versorgt.

Der Förderkreis Tagespflege St. Anna wurde 2009 gegründet und zählt 144 Mitglieder. Sein Engagement ist vielfältig, es reicht von finanziellen Hilfen für Anschaffungen wie eine demenzgerechte Gehhilfe und ein fahrbares Hochbeet über den Kauf kleiner Weihnachtsgeschenke für die Gäste der Tagespflege bis hin zur Organisation von Stadtführungen zu Basilika, Schloss und Schönenberg. Auch virtuelle Stadtführungen, Reisevorträge und Vorträge zu Krippen werden angeboten. Der Förderkreis ist auch bei den Angehörigenabenden zweimal im Jahr vertreten, präsentiert sich beim Kalten Markt und geht auf potenzielle Sponsoren zu, wie bei der Anschaffung eines Busses.

Für die Anschaffung des neuen, rund 60.000 Euro teuren Kleinbusses mit Rampe, getönten Scheiben und Sichtschutz haben Angelika Mahler, Präsidentin des Lions Clubs Ostalb-Ipf, und Xaver Franz Weber, Filialdirektor der Kreissparkasse in Ellwangen, am Freitag Schecks in Höhe von 2000 Euro (Lions Club) und 2500 Euro (Kreissparkasse Ostalb) an den Vorsitzenden des Förderkreises Tagespflege Sankt Anna, Quintus Scheble, und an die Generaloberin der Anna-Schwestern, Schwester Judith Benz, Vorstandsmitglied qua Amt, übergeben. Xaver Franz Weber würdigte die „anspruchsvolle und verantwortungsvolle Arbeit am Menschen“ und lobte das Team der Tagespflege und den ehrenamtlich tätigen Förderkreis. Alle Einrichtungen der Anna-Schwestern seien von Herzlichkeit und Gottes Segen geprägt, sagte Angelika Mahler. Die Tagespflege Sankt Anna sei in unserer Gesellschaft einfach wichtig und „für viele Angehörige eine immense Erleichterung“. Quintus Scheble bedankte sich im Namen des Förderkreises, des Teams der Tagespflege und der Gäste der Tagespflege bei beiden Sponsoren: „Wir sind außerordentlich dankbar für die finanzielle Unterstützung. Wir verstehen sie als Wertschätzung der Einrichtung.“ Der neue Bus ersetzt einen Kleinbus aus dem Jahr 2010, der mittlerweile 199.000 Kilometer auf dem Buckel hat und nicht mehr einsatzbereit ist.

Der bei der Mitgliederversammlung im September neu gewählte Vorstand des Förderkreises setzt sich zusammen aus Quintus Scheble (Vorsitzender), Hubert Uhl (zweiter Vorsitzender), Generaloberin Schwester Judith Benz (qua Amt), Margret Abele (Schatzmeisterin), Angela Vollmer (Schriftführerin), Anton Eßwein, Rainer Zeifang und Dieter Ostermann (alle Beisitzer). Der Förderkreis Tagespflege bittet um Spenden und wirbt um Fahrer und neue Mitglieder. Die Einzelmitgliedschaft kostet 30 Euro, die Partnermitgliedschaft 50 Euro im Jahr.


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