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Floraler Vorgeschmack aufs Paradies

Ellwanger Kirchen werden während der Landesgartenschau zur Blumenhalle

Ellwangen / Lesedauer: 4 min

Die Basilika Sankt Vitus und die evangelische Stadtkirche zeigen 2026 eine ganz besondere Ausstellung. Was geplant ist.
Veröffentlicht:02.08.2023, 19:00

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Die Landesgartenschau 2026 soll nicht nur auf dem Gelände von Schrezheim bis zum Schießwasen stattfinden, sondern ebenfalls die Ellwanger Innenstadt mit einbeziehen. Auch die Basilika Sankt Vitus und die evangelische Stadtkirche werden während des Durchführungszeitraums Teil der Großveranstaltung. Geplant ist eine Blumenhalle, die sich von der Vorhalle der Stadtkirche bis in das alte Stift der Basilika erstreckt.

Die Blumenhalle sei ein wichtiger Aspekt der Landesgartenschau für die Floristik, sich entsprechend zu präsentieren, findet Nils Degen, Geschäftsführer der Landesgartenschau Ellwangen 2026 GmbH. Da die Schau in den Kirchenhäusern gezeigt werde, schaffe man eine wichtige Verknüpfung zur Kernstadt.

Der Ellwanger Gemeinderat sei von der Idee ganz begeistert gewesen, berichtet OB Michael Dambacher. Auch das Gremium würde sich intensiv mit der Frage beschäftigen, wie man die Landesgartenschau in die Innenstadt bekommen könne.

Im alten Stift der Basilika sowie in der Vorhalle der Stadtkirche sollen alle 14 Tage neue Blumenarrangements gezeigt werden.
Im alten Stift der Basilika sowie in der Vorhalle der Stadtkirche sollen alle 14 Tage neue Blumenarrangements gezeigt werden. (Foto: Masuch)

Die Blumenhalle soll laut Klaus Götz, Präsident des Fachverbands Deutscher Floristen, alle 14 Tage erneuert werden. So gebe es ständig etwas Neues zu sehen. Da hauptsächlich Schnittblumen gezeigt werden, die natürlich nach einer gewissen Zeit verwelken, muss ständig gepflegt und nachgebessert werden, damit die Blumenhalle stets „frisch“ ist. Auch das Thema der Blumenhalle soll alle zwei Wochen wechseln.

Eine Blumenschau ist immer Teil einer Gartenschau und findet je nach Austragungsort in ganz unterschiedlichen Räumlichkeiten statt. Dass es in Ellwangen die beiden Kirchen sein werden, findet Klaus Götz „grandios“. Es sei schön, wenn die Räume bereits ein Eigenleben besitzen würden. In den Kirchen sei das der Fall. Die sakralen Räume würden die Schau sehr gut ergänzen, ist er sich sicher. Toll sei zudem das Zusammenspiel der Gotteshäuser, die durch eine Tür verbunden sind.

Federführend gestaltet wird die Blumenhalle von Gabriele Haufe, Floristikmeisterin und fachliche Leiterin der Floristikmeisterschule Stuttgart–Hohenheim. Sie begleite Gartenschauen seit 2012 regelmäßig, betont Klaus Götz, der sich sicher ist, dass Gabriele Haufe in Ellwangen eine hervorragende Ausstellung konzipieren wird. Zu jeder Ausstellung soll es übrigens noch ein Beiprogramm geben. Unter anderem sollen regionale Künstler mit in das Projekt integriert werden.

Florale Elemente sind in den Kirchen bereits vorhanden

Die Stadtkirche besitzt laut Pfarrer Martin Schuster ohnehin zahlreiche florale Elemente, Engel mit Blumenkränzen beispielsweise. Man müsse nun überlegen, wie die Blumenschau in der Vorhalle so gestaltet werden könne, damit die Besucher auch das Kirchenschiff betreten. Darüber hinaus sei die Ausstellung eine gute Möglichkeit, den Durchgang der beiden Gebäude zu zeigen.

Für Sven van Meegen, leitender Pfarrer der Seelsorgeeinheit Ellwangen, ist vor allem der ökumenische Gedanke wichtig. Im Vorfeld habe es eine gemeinsame Sitzung mit allen Protagonisten gegeben, an der auch LGS–Co–Geschäftsführer Stefan Powolny teilgenommen habe. Das sei eine richtige Motivationsquelle gewesen, sagt van Meegen. Mehr als 60 Teilnehmer hätten Arbeitsgruppen gebildet und ganze Stellwände an „tollen Ideen“ erdacht.

Wichtig sei es, so van Meegen weiter, dass durch die Landesgartenschau Menschen zusammengebracht würden. Dafür sei der Gründungsort von Ellwangen, die Basilika wurde 764 erbaut, ideal. Dieser Ort sei nicht katholisch oder evangelisch, sondern christlich. Hier würden Kunst, Kultur, Geschichte, Religion und Gottsuche zusammengeführt. Daher sei er auch sofort begeistert gewesen, als die Anfrage für die Blumenhalle kam, betont der Pfarrer.

Kirchen sind Erlebnisorte

Für Sven van Meegen sind Kirchen nämlich keine Museen, sondern Erlebnisorte, die die Menschen auch wieder näher an die verschiedenen kunstgeschichtlichen Epochen heranführen würden. Barock, Romantik, Gotik — alles sei hier in schöner Reihenfolge zu finden. Und die Blumenschau dazu sei doch ein schöner Vorgeschmack aufs Paradies, ist sich van Meegen sicher.

Die Kirchen werden sich übrigens nicht nur als Ausstellungsort für die Blumenschau an der Landesgartenschau beteiligen. Auch auf dem Festgelände wollen sie während der gesamten Veranstaltungsdauer präsent sein. Eine Arbeitsgruppe würde sich derzeit Gedanken darüber machen, wie man verschiedene Themen wie Schöpfung und Spiritualität einbinden könne, berichtet van Meegen. Dafür brauche es gute Ideen, Kreativität und Ehrenamtliche.