Landgericht

Zu Tode misshandeltes Kind: Prozess-Start vor Ellwanger Landgericht steht bevor

Ellwangen / Lesedauer: 2 min

Der Fall hatte im Oktober 2021 für Entsetzen gesorgt – der mutmaßliche Täter muss sich wegen Totschlags verantworten
Veröffentlicht:19.04.2022, 11:21
Aktualisiert:19.04.2022, 11:40

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Der Fall hatte im Oktober des vergangenen Jahres bundesweit für Entsetzen gesorgt. Ein zweijähriger Junge soll von dem Lebensgefährten seiner Mutter zu Tode misshandelt worden sein. Der 33-Jährige muss sich jetzt vor der ersten Schwurgerichtskammer des Ellwanger Landgericht wegen Totschlags verantworten. Der Prozess beginnt am 25. April. Elf Verhandlungstage sind angesetzt.

Die ursprüngliche Anklage auf Mord und Misshandlung eines Schutzbefohlenen ist von der Staatsanwaltschaft auf Totschlag geändert worden. Warum die Anklage nun abgeändert wurde, war am Dienstagvormittag nicht in Erfahrung zu bringen. Die Staatsanwaltschaft war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die furchtbare Tat hatte sich im Oktober des vergangenen Jahres zugetragen. Im Februar hatte die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben. In diesem Zuge wurden weitere schlimme Details zur Tat genannt. Das Kind hatte offenbar vor seinem Tod ein über mehrere Wochen gehendes Martyrium erleiden.

Wie es damals in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft hieß, stehe der Angeschuldigte „im dringenden Verdacht“, zwischen Anfang September und dem 21. Oktober des vergangenen Jahres in Bopfingen dem knapp zweijährigen Jungen seiner Lebensgefährtin eine Vielzahl multipler Verletzungen – unter anderem durch „stumpfe Gewalt gegen sämtliche Körperteile“ – sowie Bisswunden zugefügt zu haben.

Außerdem soll der Mann ein bis zwei Tage vor dem 21. Oktober dem Kleinkind einen heftigen Tritt in den Bauch versetzt haben, was zum Abriss einer Darmschlinge sowie dem Aufreißen des Bauchfells mit inneren Blutungen führte. Diese Verletzung habe letztlich den Tod des Kindes zur Folge gehabt.

Hass auf Kind projiziert

Weiter schrieb die Staatsanwaltschaft, dass der Angeschuldigte den kleinen Bub regelmäßig „betreute“. Die Behörde gehe von den Mordmerkmalen „grausam und sonst niedrigerer Beweggründe“ aus. Der 33-Jährige habe dem Kind, das erst am Abend des 21. Oktober das Bewusstsein verlor, durch den mutmaßlich tödlichen Tritt und die weiteren Misshandlungen „unverhältnismäßig starke Schmerzen und Qualen zugefügt“.

Des Weiteren ging die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Angeschuldigte so handelte, weil ihn das Opfer an den von ihm verhassten leiblichen Vater des Kindes erinnerte und er seinen Hass auf den Jungen projizierte.