Seelsorgeeinheit

Pater Reinhold Baumann wird Pfarrvikar in Lauchheim

Ellwangen / Lesedauer: 3 min

Sankt Wolfgang bedauert Weggang des Comboni-Missionars – Lauchheimer Pfarrer ist immer noch suspendiert
Veröffentlicht:29.08.2014, 18:03
Aktualisiert:24.10.2019, 10:00

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„Ich blicke auf die Zeit in Sankt Wolfgang und in Ellwangen sehr dankbar zurück, es war für mich eine gute und fruchtbare Zeit, auch dank der Leute, die mich unterstützt haben.“ Pater Reinhold Baumann ist ab September Pfarrvikar in der Seelsorgeeinheit Kapfenburg: in Westhausen, Lauchheim , Lippach, Röttingen und Hülen. Der 75-jährige Combonimissionar ist dort „wahrscheinlich zu 70 Prozent“ tätig, Dienstsitz ist Lauchheim. Die Stelle ist befristet für ein Jahr. Hintergrund sind die Ermittlungen gegen den suspendierten Pfarrer von Lauchheim wegen mutmaßlichen Besitzes von Kinderpornografie.

Die Stelle in der Seelsorgeeinheit Kapfenburg kann noch nicht neu ausgeschrieben werden, weil die Ermittlungen gegen den Lauchheimer Seelsorger noch laufen. In dieser Situation der Überbrückung hält die Diözese Rottenburg-Stuttgart eine feste pastorale Mitarbeit für dringend notwendig. Vor diesem Hintergrund kam man auf Pater Reinhold Baumann. Nach Gesprächen mit seinem Provinzoberen, mit dem Ellwanger Pfarrer Michael Windisch als Leiter der Seelsorgeeinheit Ellwangen und mit dem Leiter der Seelsorgeeinheit Kapfenburg, Pfarrer Matthias Reiner aus Westhausen, sagte der 75-jährige Ordensmann zu. Der hat seit Dezember 1997 einen Gestellungsvertrag mit der Diözese und war als Pfarrvikar für Sankt Wolfgang und später ab 2002 für die ganze Seelsorgeeinheit Ellwangen tätig, aber weiterhin mit dem Schwerpunkt Sankt Wolfgang. „Normalerweise läuft der Gestellungsvertrag mit einem Ordenspriester nach dem 75. Lebensjahr aus“, berichtet Pater Baumann: „Nun bin ich aber gebeten worden, ob ich nicht vorläufig für ein Jahr den Auftrag weiterführen könnte in der Seelsorgeeinheit Kapfenburg, weil dort im Augenblick ein seelsorglicher Notstand besteht, bis die Stelle neu besetzt werden kann.“

„Nicht als Krisenmanager“

„Ich verstehe meine Rolle darin, Pfarrer Matthias Reiner zur Seite zu stehen, ihn zu entlasten und ihm den Rücken freizuhalten“, sagt Reinhold Baumann: „Ich sehe mich nicht als Krisenmanager.“ Als neuer Pfarrvikar der Seelsorgeeinheit Kapfenburg möchte der Comboni-Missionar, wie bereits in Ellwangen, vor allem den Menschen nahe sein, ihnen Freude am Glauben vermitteln und Ansprechpartner in Glaubens- und Lebensfragen sein. Die freundschaftlichen Kontakte zu Familien und Einzelpersonen in Ellwangen will er nicht abbrechen, denn er bleibt im Missionshaus der Combonis in der Rotenbacher Straße wohnen.

Die Kirchengemeinde Sankt Wolfgang sei „überrascht und traurig zugleich gewesen“, als sie vom Wechsel von Pater Baumann erfahren habe, sagt der zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats von Sankt Wolfgang, Christoph Romer: „Es ist natürlich ein Riesenverlust, weil Reinhold über die Jahre eine sehr persönliche Beziehung und Freundschaften zu vielen Gemeindemitgliedern aufgebaut hat. Die Stimmung ist sehr gedrückt, weil man sieht, dass Reinhold sich sehr um Sankt Wolfgang angenommen hat. Er ist halt ein echter Seelsorger.“ Der Kirchengemeinderat respektiere und akzeptiere mit traurigem Herzen die Entscheidung. Man sei dankbar für die 16 Jahre, die Pater Baumann in Sankt Wolfgang war.

Angedacht ist, dass Pater Baumann am Sonntag, 14. September, von Pfarrer Reiner vorgestellt wird. In der Seelsorgeeinheit Kapfenburg, vor allem in Lippach, hilft auch der pensionierte Pfarrer Josef Höfler.

Voraussichtlich am Sonntag, 21. September, um 10.30 Uhr wird Pater Reinhold Baumann in der Wolfgangskirche verabschiedet.