Faschingsshow

Opulente Faschingsshow der Röhlinger Sechtanarren

Ellwangen / Lesedauer: 4 min

Das Motto ist klar: Realeg First – Männerballett wird 33 – Die Erste Garde tanzt zum letzten Mal
Veröffentlicht:28.02.2019, 11:21
Aktualisiert:22.10.2019, 12:00

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Realeg hat’s drauf. In der ausverkauften Sechtahalle haben die Röhlinger Sechtanarren Gäste von nah und fern mit ihrer opulenten Faschingsshow begeistert. In fünf mitreißenden Stunden jagte ein Höhepunkt den anderen: Rösena pur mit großartigen Garde- und fantastischen Showtänzen, quicklebendigen Büttenreden und flotter Musik zum Schunkeln und Mitsingen. Durchs Programm führten wieder gut gelaunt Corina Weiß und Roland Brenner. Als Sitzungskapelle unentbehrlich sind die Tonics.

Nach der Begrüßung durch die Präsidenten Christoph Thor und Roland Brenner hatten die Majestäten das Wort. „Realeg First“, gaben Prinzessin Alexandra I. und Prinz Günter II. als Motto der fünften Jahreszeit an der Sechta aus. Beide sind aktiv im Wilden Heer. Das schmucke Prinzenpaar proklamierte närrischen Frohsinn und eine glückselige Fastnacht. Und wie wär’s, aus jeder Rösena-Gruppe einen Kandidaten zur OB-Wahl nach Ellwangen zu entsenden?

Tänzerische Höhenflüge mit den Garden

In Hochform präsentierte sich der Tanznachwuchs. In wunderschönen Kostümen waren die strahlenden Gardemädchen ein Augenschmaus und ließen vergessen, wie viel Arbeit hinter den leichtfüßig auf die Bühne gezauberten Tänzen steckt. Die erste Rakete der langen Nacht gebührte der Minigarde (Jasmina Brenner, Sina Liesch, Jana Tuscher). 52 Beine sprangen in den Spagat wie die Großen. Die Kindergarde (Sandra Feil) begeisterte zu Musik von der grünen Insel und rettete in ihrem Showtanz „It’s Me, Mario“ die pinke Prinzessin Peaches vor dem Bösen. Super. Die Jugendgarde (Vera Seidl, Ramona Vaas) begrüßte die Passagiere beim Showtanz „Ich will fliegen“ an Bord der „Boeing Jugendgarde 2019“. Zu heißen Rhythmen ging’s ab in den Süden. Elferrat Peter Higler mit schicker Uniform und obligatorischer Sonnenbrille tanzte als Pilot mit. 15 Tänzerinnen der Prinzengarde (Nadine Eiberger, Anna-Lena Gösele) entführten als Squaws in den Wilden Westen und ins Land der Schoschonen.

Ihren letzten Tanz tanzte die Erste Garde (Vanessa Rupp) und nahm wehmütig Abschied. Mit den Worten „Ihr seid uns ans Herz gewachsen“ sprach Roland Brenner allen im Saal aus der Seele. Jessica Rathgeb ließ 16 durchtanzte Jahre noch einmal Revue passieren: 1500 Trainingsstunden, 30 Choreografien, 150 Auftritte, 100 davon bei Rösena-Prunksitzungen, zehn Trainerinnen. In der Bütt ließ Julius Hillenbrand aufhorchen: „Pubertät ist, wenn Eltern schwierig werden.“ Ein urkomisches Warm up mit flotten Trinksprüchen vor einer heißen „Ladies Night“ lieferten Uschi Stengel-Wünsch, Sophie Wünsch und Ann-Kathrin Riethmüller ab. Ihr Fazit zu den Herren der Schöpfung: „Net schee, net reich, net clever, einzige Lösung, Single forever.“

Johannes Gerold, Jean-Luca Scheibli und Maximilian Maile blieben, was sie immer waren: drei Lausbuaba. Gekonnt gereimt deckten sie Röhlinger Pleiten, Pech und Pannen auf, hakten nach und zogen den mit Obst- statt Weihwasser gurgelnden Elferrat durch den Kakao.

Ursula und Franz Uhl gehören zur Röhlinger Fastnacht wie das Salz in der Suppe. Mit der Bütt „Um Himmels willen“ legten sie im feinen Zwirn in enger Kirchenbank eine Punktlandung hin. Die Ursula will vorne sitzen, „sonst kommt keine Andacht auf“. Dass sie beim Kochen ihr Gesangbuch ins Kraut geworfen hat, wird erst später klar. Ihr Göttergatte denkt derweil darüber nach, ob er nicht doch die Elisabeth hätte freien sollen: „Nachher ist man immer g‘scheiter!“

Lachmuskeln strapazierend vom Leder zog das muntere Quartett Manuela Huppenberger, Lisa Bühler, Beate Rathgeb und Florian Schmid. Unter dem Motto „Wir sind Lagasch…“ verteilten sie 30 Millionen Euro nicht für die Landesgartenschau, sondern in Realeg. Für Ellwangen genügen Blumenzwiebeln.

Mitreißende Revue des Männerballetts

Musikalisch war’s sowieso vom Allerfeinsten. Die Röhling Stones, zum letzten Mal mit Gründer Hannes Liesch, ließen den Saal mit Hardcore-Guggenmusik beben. Seit 20 Jahren dabei sind „Nimm 2 und die Schwestern“, die „Puttin on the Ritz“ zu „Ich putze wie der Blitz“ umdichteten und sich „dem bisschen Haushalt“ nach schwäbischer Lesart widmeten. Wischen impossible. Die Blaskapelle Bumms mit Benny Kurz sorgte für zünftige Bläserklänge.

Und dann kam das Männerballett, das Trainerin Sandra Bühler auf Händen trug. Zu Recht, denn mit „Zurück in die Zukunft“ entfesselten die gelenkigen Herren eine mitreißende Revue ihrer Auftritte aus 33 Jahren, vom Pizzabäcker über „In Zaire“ bis zum Schwarzwaldmädel und Wolfgang Petry, den MäBa-„Rentner“ Roland Brenner tanzte. Es war die Krönung dieser unvergesslichen Faschingsnacht. Fürs spöttisch gereimte Finale sorgte die Schnitzelbank mit Josef Mayer, Alois Seibold, Walter Schlotter, Wolfgang Schlotter und Hans Lutz. Die Verse gibt’s demnächst zum Nachlesen. Ein dreifaches Hoch auf die Rösena: Helau, Alaaf und Heidenei.