Mittelhofschule

Mittelhofschule ist voll im Zeit- und Kostenplan

Ellwangen / Lesedauer: 4 min

Bis Schuljahresbeginn sind Neubau und Umbauten im Altbau fertig – Gesamtkosten von 4,5 Millionen Euro – Einweihung am 21. Oktober
Veröffentlicht:27.08.2015, 18:06
Aktualisiert:24.10.2019, 00:00

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Im Neubau verstreichen Handwerker die Bodenbeschichtung, im Altbau werden Glasscheiben in die neuen Türen gesetzt. An vielen Ecken wird gehämmert, gebohrt und an Strippen gezogen. In drei Wochen sind die Ferien zu Ende, dann muss die Mittelhofschule wieder funktionieren.

Im Moment braucht’s noch ein wenig Fantasie, um sich das vorzustellen. Mathis Tröster kennt das schon. Der Architekt baut seit vielen Jahren Schulen. Arbeiten unter Termindruck in den Ferien sind für ihn nichts neues. Die Mittelhofschule war sein erstes Schulprojekt überhaupt, erzählt er beim Baustellentermin. 1998 hat er hier den ersten Anbau geplant. 2015 ist sein zweiter Anbau fast fertig und ein Gutteil der Umbauarbeiten im Altbau in vollem Gang.

Verbindungsstegdient als Fluchtweg

Als Gemeinschaftsschule verfolgt die Mittelhofschule ein besonderes pädagogisches Konzept, bei dem die Schülerinnen und Schüler sich in individuellen Lernzeiten viel Stoff selbst aneignen. Das braucht Platz. Deshalb teilen sich zwei Klassen einen gemeinsamen Lernraum, der zwischen den Klassenzimmern liegt. Dafür werden Verbindungstüren eingebaut, die gleichzeitig neue Fluchtwege eröffnen und so den Brandschutzvorschriften genügen So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe.

Das gilt auch für den Verbindungssteg zwischen Alt- und Neubau. Er macht die Schule wegen des Aufzugs im Neubau nicht nur barrierefrei, er dient auch als Fluchtweg. Rund 150000 bis 200000 Euro kostet es, den neuen Brandschutzvorschriften zu entsprechen, schätzt Tröster. Das genau zu beziffern, ist schwierig, denn gleichzeitig gibt es auch energetische Verbesserungen. So sind die Fenster, die sich automatisch öffnen, wenn der Rauchmelder anschlägt, dreifach verglast.

Trotzdem, man müsse den Brandschutz vereinfachen, findet Baubürgermeister Volker Grab: „Das ist so nicht mehr korrekt.“ Tröster gibt ihm recht. Obwohl die Auflagen immer höher werden, habe sich an der Zahl der Todesopfer durch Feuer seit den 50er-Jahren nichts geändert.

Der Umbau ist im Zeit- und Kostenplan, obwohl nicht alles reibungslos gelaufen ist. Im Neubau ist der Estrich dreieinhalb Monate lang nicht getrocknet. Der Stahlsteg, der in den Pfingstferien hätte montiert werden sollen, hat nicht gepasst. Unter den alten Deckenverkleidung fand sich auch noch die eine oder andere Überraschung. Trotzdem hätten die Firmen voll mitgezogen, lobt Tröster. Dass deren Mitarbeiter in den Sommerferien auf ihren Urlaub verzichten, müsse man ihnen hoch anrechnen.

Drei Wochen haben die Handwerker noch Zeit, bis der Unterricht beginnt. Da ist noch einiges zu tun. Böden, Wände und Decken sollen bis 7. September fertig sein. Dann kommen die Schreiner mit den Möbeln, dann wird geputzt. Dann kann auch die Verwaltung wieder umziehen. Sie war wegen des Umbaus in den Neubau umquartiert worden, was Rektor Hans-Dieter Visser vorübergehend ein 66 Quadratmeter großes Büro in einem der künftigen Klassenzimmer beschert hat.

So nobel wird er es im neuen Rektorat zwar nicht haben. Aber weil nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrer beim Ganztagesbetrieb länger in der Schule sind, ist das Lehrerzimmer deutlich größer geworden.

Für die Schüler gibt es im Neubau neben Musiksaal und Aufenthaltsräumen auch eine Mensa. Das Essen liefert künftig die Sankt-Anna-Virngrund-Klinik, sagt Oberbürgermeister Karl Hilsenbek. Die Marienpflege, die die Kinder bisher versorgt hat, habe von vornherein gesagt, dass sie nur vorübergehend einspringt.

Tröster ist zuversichtlich, dass bis zum Schulbeginn am 14. September alles fertig ist. Vielleicht nicht jedes Detail, aber alles so, dass der Unterricht anfangen kann. Schulumbauen unter Terminnot in den Ferien gehören zu seinen Markenzeichen. Das spare der Stadt jede Menge Geld, weil sie keine Container aufstellen muss, sagt er. Und er selbst macht dann eben Urlaub im Dezember oder Januar.

Die Einweihung der Mittelhofschule ist am 21. Oktober. Ein Tag der offenen Tür für alle ist am Donnerstag, 22. Oktober.