Swing

Mit Swing und Schwung ins neue Jahr

Ellwangen / Lesedauer: 2 min

Crailsheimer Salonkapelle Sternenglanz holt beim Neujahrskonzert Sterne vom Musikhimmel
Veröffentlicht:06.01.2017, 14:07
Aktualisiert:23.10.2019, 09:00

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Eine Sternstunde flotter Unterhaltungsmusik mit immergrünen Schlagern der wilden 20-er und 30-er Jahre und unvergänglichen Titeln in mitreißenden Arrangements ist das Neujahrskonzert der Salonkapelle Sternenglanz gewesen. Knallende Sektkorken, argentinische Pinien, Gorilla mit Banane, Witz und Esprit inklusive. Das Publikum im leider schwach besuchten Speratushaus war begeistert und erklatschte sich drei Zugaben.

„Melodien perlen wie Champagner“: Schon der schwungvolle Auftakt des Programms mit der rasanten „Tritsch-Tratsch-Polka“ von Johann Strauss versprach viel. Mit der malerischen Orchesterszene „Auf einem persischen Markt“ von Albert Ketèlbey und Franz Mücks Foxtrott „Tetuan“ entführte die Kapelle in ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Zum beschwingten Kabinettstück geriet der Walzer aller Walzer, „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauss Sohn. Rudi Schurickes kesser Schlager „Blondes Käthchen“ eroberte die Herzen der Zuhörer ebenso wie Jörg Baier , Sänger von Format, Cellist und musikalischer Leiter der Salonkapelle.

Gerhard Mohrs Paso doble „Man soll nicht mit dem Feuer spielen“ und Eric Plessows feuriger Fox „Roter Teufel“ fuhren in die Tanzbeine. Grazil tänzelte Paul Linckes zierliches „Fraureuther Porzellanpüppchen“ im Charleston-Rhythmus über die Bühne. Für Hans Albers komponierte Walter Jurmann 1933 „Mein Gorilla hat ´ne Villa im Zoo.“ Den Text schrieb Fritz Rotter. Eckart Baier machte auch als zottiger Gorilla eine prima Figur. Und „Oberaffe“ Jörg Baier schmachtete auch Leo Leux‘ Tango-Titel „Unter den Pinien von Argentinien“ mit so viel augenzwinkerndem Schmelz in der Stimme, dass es eine wahre Wonne war. Die Salonkapelle glänzte mit Dimitri Schostakowitschs jazzigem Walzer Nummer eins, Kurt Weills „Ballade vom angenehmen Leben“ und Willi Kollos Schlager „Gibt’s im Radio Tanzmusik.“ Felix Kautter ließ bei der ersten Zugabe, dem „Champagner-Galopp“ des dänischen Walzerkönigs Hans Christian Lumbye, den Korken aus einer umfunktionierten Ballpumpe knallen.

Fehlt noch was? Ach ja: Franz Grothes „So ein Kuss kommt von allein“ und der Titelsong des Revuefilms von 1938, „Es leuchten die Sterne.“ Im Speratushaus taten sie auch 2017 genau das: Sie leuchteten. Operettenkönig Emmerich Kalmán hatte Komponist Walter Jurmann einst prophezeit: „Sie werden mal berühmt.“ Das kann dieser großartigen Kapelle auch blühen.