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Asociacion Pro Espiritu Santo

Medizinische Versorgung für die Armen Perus: Ein Ellwanger Verein hilft

Ellwangen / Lesedauer: 4 min

Geld für Kliniken, Milch und Waisenkinder. Der Freundes- und Förderkreis des peruanischen Vereins „Asociacion Pro Espiritu Santo“ führt das Lebenswerk eines Ellwanger Pfarrers fort.
Veröffentlicht:28.11.2023, 05:00

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Den Armen und Bedürftigen in Peru zu helfen, ist eine Herzensangelegenheit des stadtbekannten Paters Josef Schmidpeter. Deshalb gründete er vor einiger Zeit gemeinsam mit Apotheker Erich Hagenmeaier den Verein „Asociacion Pro Espiritu Santo“, der in Lima und Arequipa Krankenhäsuer baut und betreibt. Um Schmidpeters Arbeit langfristig fortzuführen, gründete sich vor fünf Jahren der Freundes- und Förderkreis für eben jenen Verein in Südamerika. Seine Mitglieder sammeln vor allem Spenden, um den Klinik-Betrieb in den Armenvierteln Perus am Leben zu halten. Bernhard Kuhn, Vorsitzender des Förderkreises, war dieses Jahr in Peru und berichtet, wohin die Spenden fließen und warum sie so wichtig sind.

Der Verein „Asociacion Pro Espiritu Santo“ betreibt zwei Krankenhäuser und ein Altenheim in Arequipa sowie eine Klinik in Lima und ist somit das größte Sozialprojekt Südperus. Seine Mitglieder haben sich vor allem der sehr armen Bevölkerung verschrieben. Der Freundes- und Förderkreis in Ellwangen unterstützt jährlich mit Geldspenden seiner Mitglieder. Die größte Aufgabe der Vereinsvertreter in Deutschland ist es, „die Mitglieder bei der Stange zu halten“, berichtet Bernhard Kuhn.

Jeder peruanische Bürger wird versorgt

Denn es falle den Menschen immer einfacher zu spenden, wenn sie einen möglichst direkten Bezug zum Projekt haben. Außerdem rühren Kuhn und seine Kollegen bei Stiftungen fleißig die Werbetrommel und organisieren Veranstaltungen, um Spenden an Land zu ziehen. Das alles tun sie, um den laufenden Klinik-betrieb in Peru aufrechtzuerhalten und die Kosten zu decken. Das operative Geschäft übernimmt die Klinikleitung vor Ort. „Das ist Gschäft gnug“, sagt Kuhn.

Warum die Kliniken in Peru so wichtig für die Bevölkerung dort sind, erklärt auch Vereinsmitglied und ehemaliger Leiter der Sankt Anna Virngrund Klinik, Berthold Vaas. Nicht jeder Bürger Perus, vor allem die besonders Armen, besitzt eine Krankenversicherung. Behandlungen und Operationen müssen sie selbst bezahlen.

Bessere Geräte für schnelle Diagnosen

Untersuchungen kosten aus unserer europäischen Wahrnehmung teilweise zwar „nur“ vier Euro, trotzdem können sich das weite Teile der Peruaner nicht leisten. Das ist auch in den drei von der „Asociacion Pro Espiritu Santo“ betriebenen Häusern der Fall, jedoch sei die Qualität der Versorgung um einiges besser, als in anderen Krankenhäusern. Die Kliniken besitzen moderne, hochwertige Maschinen für Diagnosen und garantieren jedem Patienten eine sofortige Behandlung.

So können Krankheiten wie Krebs deutlich schneller erkannt werden und günstiger behandelt werden. „Die Leute kommen teilweise aus einem Radius von 400 Kilometern in die Kliniken. Dort werden sie sicher aufgenommen“, so Bernhard Kuhn. In staatlichen Krankenhäusern sei das keineswegs immer der Fall. Das hat er bei seinem jüngsten Besuch dieses Jahr wieder feststellen dürfen.

Ärzte müssen gehalten werden

Modernste medizinische Geräte helfen der Klinikleitung auch dabei, die rar gesäten Ärzte des Landes anzuwerben und zu halten. „Es gibt dort nie ein Problem Ärtze zu finden, weil sie die Geräte haben, die sie brauchen und wollen“, berichtet Kuhn. Denn sei einer der insgesamt 150 Beleg-Mediziner einmal abgewandert, sei er für immer weg. Die Spendengelder aus Deutschland werden auch deshalb in neue Gerätschaften und die hohen laufenden Kosten investiert.

Die nächste große Anschaffung ist ein neuer Computertomograf (CT) für mehrere Tausend Euro. Auch ein defekter Aufzug, der Kuhn bei seinem Besuch gezeigt wurde, muss dringend repariert werden, wofür die Peruaner das Spendengeld aus Ellwangen und der Umgebung mehr als gut gebrauchen können. Wie die beiden Fördervereinsmitglieder berichten, waren es einzig Spenden aus Deutschland, die die Krankenhäuser während der besonders harten Corona-Zeit vor dem sicheren Aus bewahrt haben.

Mehr als "nur" Entwicklungshilfe

Pro Tag behandeln die 250 Angestellten der Kliniken sage und schreibe 2000 Patienten. Außerdem ziehen sie regelmäßig durch Armenviertel und bieten kostenlose Untersuchungen an. Dorthin kommen laut Kuhn vor allem Menschen, die sonst nie in den Genuss einer medizinischen Behandlung kommen. Außerdem unterstützt der Förderverein Waisenhäuser, indem er die Frühstücksmilch stiftet und auch ein Altenheim mit aktuell sieben Bewohnern, die ohne die Hilfe von Pro Espiritu Santo auf der Straße leben müssten.

Ein paar der 300 Mitglieder Freundes- und Förderkreises für „Asociacion Pro Espiritu Santo“ haben sogar Patenkinder in Peru, denen sie während ihrer Schulzeit regelmäßig mit 360 Euro in Raten aushelfen und im direkten Kontakt stehen. „Da hat das Kind einen Namen und der Spender direkten Bezug“, erklärt Bernhard Kuhn. Außerdem kooperiert der Verein mit der Peru AG der Beethovenschule in Bonn, die Geld für medizinische Behandlungen von Schülern sammelt. „Im Gegensatz zur Entwicklungshilfe verfolgen wir einen deutlich nachhaltigeren Ansatz“, resümiert Berthold Vaas.

Denn die Projekte der „Asociacion Pro Espiritu Santo“ haben keinen begrenzten Förderzeitrahmen. Und auch wenn die politisch und wirtschaftliche Lage in Peru immer verheerender wird und das Spenden dadurch nicht einfacher macht, sind Kuhn und Vaas überzeugt von ihrem Förderverein. „Wir wollen die von Pater Schmidpeter initiierten Projekte erhalten und seine Arbeit langfristig fortführen“, so Bernhard Kuhn.