Landeserstaufnahmestelle

LEA: Land hält weiter an Böblinger Alternative fest und appelliert zum Durchhalten

Ellwangen / Lesedauer: 3 min

Das Land hält die LEA in Ellwangen für weitere Jahre unverzichtbar. Einen Widerspruch zu einer von der Stadt geplanten Nachnutzung sieht man nicht.
Veröffentlicht:30.11.2022, 15:50
Aktualisiert:30.11.2022, 19:23

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Das Ministerium für Justiz und Migration hält weiter an einer befristeten Verlängerung der Ellwanger Landeserstaufnahmestelle (LEA) fest, bis eine Verlegung auf ein Böblinger Krankenhausareal möglich wird.

Das hat Stefan Lehr , Leiter der Abteilung „Migration“ beim Ministerium der Justiz und Migration, in einer Sondersitzung des Ellwanger Gemeinderates zu diesem Thema deutlich gemacht.

Damit hält das Land, entgegen dem Bestreben der Stadtverwaltung Ellwangen , daran fest, die Landeserstaufnahmestelle über das festgesetzte Vertragsende am 31. Dezember hinaus, weiterbetreiben zu wollen.

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Wie das Justizministerium im Vorfeld der Sitzung bereits mitgeteilt hatte, sei das Land angesichts der aktuell angespannten Migrationslage auf die LEA in Ellwangen unverzichtbar angewiesen.

„Die Landeserstaufnahmestellen bilden das Rückgrat der Flüchtlingsaufnahme in unserem Land“, betonte Lehr in seiner Rede in der vollbesetzten Ellwanger Stadthalle. „Es ist derzeit nicht im Ansatz erkennbar, dass sich in der Entwicklung was ändern könnte.“ Mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger waren zu der Sondersitzung gekommen, um sich über den aktuellen Stand der Verhandlungen zu informieren.

Ein Umzug auf die perspektivisch angedachte Fläche in Böblingen sei frühestens ab 2026 möglich. Bis dahin werde das Areal der ehemaligen Reinhardt-Kaserne weiter benötigt, so Lehr.

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Gründe für die lange Vorlaufzeit, die das Land für einen Umzug benötigen würde, sind unter anderem der noch nicht erfolgte Bezug des neuen Böblinger Krankenhauses, ausstehende Konzeptplanungen und Machbarkeitsstudien, inwieweit und welchen finanziellen Bedingungen eine Verlegung LEA möglich wird, sowie daran anschließenden Baumaßnahmen zur Umgestaltung des Krankenhauses in eine Erstaufnahmestelle.

Lehr hält dieses Angebot angesichts der Pläne der Stadt, auf diesem Gelände ein neues Wohngebiet, „Ellwangen Süd“, etablieren zu wollen, durchaus für vertretbar. „Die Ziele der Stadt und der Weiterbetrieb der LEA stehen aus Sicht des Landes nicht in einem Widerspruch“, sagte Lehr in diesem Kontext.

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Die städtebaulichen Planungen der Stadt Ellwangen bräuchten auch einiges an Vorlauf – mit der befristeten Verlängerung wäre eine lückenlose Umnutzung des Areals gegeben.

An einem Zukunftsplan für das Areal der ehemaligen Reinhardt arbeitet die Stadt derzeit allerdings bereits mit Hochdruck. Details dazu hat die Verwaltung am Mittwoch im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung vorgestellt. So plant die Stadt auf dem Konversionsgelände den Bau von rund 240 Gebäuden, die Platz für 1800 Bürger bieten.

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Vorstellen kann sich die Stadt dafür verschiedene Arten von Wohnhäusern, sogar die Ansiedlung von Tiny-Häusern schließt die Stadt nicht aus. Zudem sollen eine Bäckerei mit Café im Gewerbepark an der B290, eine Anbindung an den ÖPNV, eine Kindertagesstätte und ein Familienzentrum das Wohngebiet attraktiv machen.

Auf dem Gelände der ehemaligen Reinhardt-Kaserne sind derzeit 1137 Menschen aus 27 verschiedenen Ländern untergebracht, der größte Anteil der Geflüchteten kommt aus Syrien (675) und der Türkei (148), 15 Geflüchtete kommen (Stand 8. November) aus der Ukraine.

Ein ausführlicher Bericht folgt.

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