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Bahnhof als Drehscheibe

Landesgartenschau 2026: So wird die Ellwanger Innenstadt umgestaltet

Ellwangen / Lesedauer: 4 min

Viel Grün, ein Spielplatz aber kein entsiegelter Parkplatz: Wieso die Stadt zwei Projekte auf Eis legen muss, die LGS aber trotzdem schön werden soll.
Veröffentlicht:25.11.2023, 05:01

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Zur Landesgartenschau soll nicht nur der Schießwasen und die Jagstauen in neuem, grünen Glanz erstrahlen, sondern auch viele Teile der Innenstadt Ellwangens. Stadt und LGS GmbH versprechen sich durch einige Maßnahmen die Altstadt aufzuwerten und dadurch über 2026 hinaus für Menschen und Händler attraktiver zu machen.

Doch die Umsetzung mancher Baustellen kristallisiert sich schon jetzt als beinahe unmöglich heraus und werden deshalb auf Eis gelegt. Das berichtete Fritz Widmann von der LGS GmbH in der jüngsten Bauausschusssitzung. Er hatte aber auch einige gute Nachrichten zu verkünden.

Klostergarten kann nicht umgebaut werden

Für gleich drei Projekte für Gesamtkosten von gut 3,5 Millionen Euro in der Innenstadt hat die Verwaltung die Landschaftsingenieure „Lohrer.Hochrein“ beauftragt. Unter anderem war ursprünglich geplant, die Gärten am Landgericht und Jeningenheim (Klostergarten) barrierefrei zu erschließen, aufzuhübschen, Sitzmöglichkeiten zu schaffen und mehrere Streuobstbäume zu pflanzen. Außerdem sollten dort neue Spielgeräte sowie eine Boule-Fläche aufgebaut werden.

Laut Fritz Widmann gestalten sich diese Pläne allerdings als schwierig. Der Landgerichtsgarten liege nämlich auf einer Fläche, die dem Land Baden-Württemberg gehört. „Die Fläche ist nur schwer zu bekommen“, so Widmann. Denn ein Teil des Landgerichtsgebäudes am Marktplatz 6 muss nämlich in den kommenden Jahren vollständig saniert werden. Der Garten werde dafür als Baustellen-Einfahrt herhalten müssen. „Wann gebaut wird, weiß man noch nicht. Aber wir werden weder hier noch da etwas umbauen, bevor die Bagger anrollen“, so Widmann.

Entsiegelter Parkplatz: Gibt es noch Bundesmittel?

Obendrein habe die Landesjustiz strenge Sicherheitsbestimmungen an den Garten. Die Umgestaltung beider Gärten liegt also vorerst auf Eis. Auch für das Gerüst an der Außentreppe des Schwurgerichts, das definitiv bis zur Landesgartenschau stehen wird, müsse sich die LGS GmbH eine „gestalterische Lösung“ überlegen.

Ebenfalls auf Eis gelegt wurde der Schöner Graben Parkplatz, der für satte 1,1 Millionen Euro unter anderem entsiegelt und mit einem Verdunstungsbecken ausgestattet werden sollte. Ob die Stadt dafür Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ bekommt, stehe zumindest bis April in den Sternen. „Mal schauen, ob der Bund bis dahin überhaupt noch bezuschussen kann“, so der ehemalige Gemeinderat.

Bahnhof und Umgebung sollen zur Drehscheibe werden

Laut Fritz Widmann wären Einsparungen zwar möglich, würden den Grundgedanken der Renaturierung allerdings vollständig verwässern. Was allerdings vom Büro „Lohrer.Hochrein“ umgesetzt werden kann, ist ein Spielplatz am Schöner Graben mit einer Kletterstruktur und einem integrierten Fußgängersteg. 1,6 Millionen soll der Bau laut Bürgermeister Volker Grab kosten.

Ebenfalls von großer Bedeutung ist laut Widmann und Grab die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes und der Umgebung. Dort soll das Gwschender „Atelier LA Weik“ die Beete und Grünflächen für rund 200.000 Euro bereits im kommenden Jahr komplett erneuern, damit die Bepflanzungen bis 2026 schön verwachsen sind. Auf dem Weg vom Bahnhof zum LGS-Gelände sollen die Pergolen, Mauern, Geländer und das Wasserbecken zwar erhalten bleiben, jedoch kosmetisch schöner gemacht werden. „Da müssen wir kreativ werden“, befand Widmann.

Verkehrsführung wird 2026 geändert

Der Fokus liege in diesem Bereich, in dem die meisten Gartenschau-Besucher ankommen werden, auf einer dauerhaft schönen Optik, die auch über 2026 hinweg erhalten bleiben soll. „Die LGS soll am Bahnhof anfangen“, betonte Widmann. Der Bereich um den Bahnhof sei auch deshalb so wichtig, weil geplant sei, dort auch alle Shuttlebusse, die Gäste von einem temporären Parkplatz im neuen Neunheimer Industriegebiet abholen, halten zu lassen.

Einiges zu tun gebe es bis zur Gartenschau außerdem auf dem Weg vom Bahnhof ins Stadtzentrum. Vor allem die Verkehrsführung müsse in den 170 LGS-Tagen verändert werden. „Wie es jetzt ist, wird es so nicht funktionieren“, betonte Bürgermeister Grab. Auch der Weg für Fußgänger soll besser beschildert und der Torbogen am Landgericht als Eingang zur Stadt gestalterisch hervorgehoben werden. Laut Fritz Widmann wird es dort in enger Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt, dem Stadtmarketing, dem Mobilitätsbauftragten und dem Ordnungsamt schon ab 2024 Fortschritte zu sehen geben.

Neben den genannten Maßnahmen soll in der Innenstadt bis zur Gartenschau-Eröffnung noch deutlich mehr passieren. Der Fokus liegt dabei auf mehr Grün, vielen Schattenspendern und Sitzgelegenheiten, damit sich alle in Ellwangen so wohl wie möglich fühlen. Im Frühling 2024 können auch außerhalb der Innenstadt und in den Teilorten Lilienwiesen bestaunt werden. Die städtsiche Wappenblume wird an einigen Stellen gemeinsam mit weiteren Blühpflanzen an unterschiedlichen Stellen als LGS-Werbung zu sehen sein.