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Gastronomie

Kaum Gäste im „Kronprinzen“: Was die Pächter verändert haben

Ellwangen / Lesedauer: 2 min

Tamás und Edina Bencze wissen um ihre Fehler in der Anfangsphase. Unter anderem haben sie daher das Küchenpersonal ausgetauscht.
Veröffentlicht:30.11.2023, 05:00

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Am 1. April haben Tamás und Edina Bencze die Traditionsgaststätte „Kronprinzen“ übernommen. Anfangs lief es nach Meinung des Paars auch gut, doch im Sommer kam der Einbruch. Die Gäste blieben fern. Auch die Umstellung der Speisekarte von schwäbischen Speisen auf ungarische Gerichte änderte daran nichts. Dass gerade in den ersten Monaten nicht alles rund lief im „Kronprinzen“, ist den Gastronomen bewusst. Doch man habe sich eingespielt, versichert Tamás Bencze.

Zunächst hatten die Benczes beabsichtigt, fast ausschließlich auf schwäbische Spezialitäten zu setzen, so wie es Agatha und Albert Winkler rund 20 Jahre lang vor ihnen taten. Die Winklers hatten den Betrieb vor allem wegen Personalmangels aufgegeben und betreiben seitdem nur noch ihr Sebcity-Hotel.

Gäste bitten um ungarische Gerichte

Doch nur mit Maultaschen und Linsen mit Spätzle konnten die Benczes nicht überzeugen. Vielleicht auch deshalb, weil die Gäste etwas anderes erwartet hatten, denn das Paar stammt gebürtig aus Ungarn. Einige Gäste hätten sie sogar gebeten, mehr ungarische Gerichte auf die Speisekarte zu nehmen, sagt Tamás Bencze, was sie dann auch umgehend umgesetzt hätten. Mittlerweile gliedert sich das Angebot in 60 Prozent ungarische und 40 Prozent deutsche Speisen.

Doch auch der gastronomische Schwenk lockte nicht mehr Gäste in den „Kronprinzen“. Dass insbesondere in der Anfangszeit Fehler passiert seien, daraus machen die Gastronomen keinen Hehl. Mit seinem damaligen Küchenpersonal sei er nicht zufrieden gewesen, sagt Tamás Bencze. Das sei mittlerweile geändert worden, denn nun sei seine Frau für die Küche verantwortlich.

Pächter wollen das Geschäft wieder beleben

Durch den eher durchwachsenen Start in Ellwangen ist es laut Bencze, der ebenfalls wie seine Frau eine gastronomische Ausbildung besitzt, zu schlechter „Mund-zu-Mund-Propaganda“ gekommen. Nun hofft er, das „Ruder“ noch einmal herumreißen zu können, will versuchen, das Geschäft wieder anzukurbeln, unter anderem mit einer Rabattaktion. „Wir haben Zeit gebraucht, uns einzuspielen - vor allem in der Küche“, betont er. Es tue im leid, wenn zu dieser Zeit nicht jeder Gast zufrieden gewesen sei.

Ohnehin wünscht sich Bencze, dass Gäste ihn bei etwaigen Mängeln sofort darauf ansprechen würden. Dann könne er reagieren. „Manchmal haben Gäste ihren Teller aufgegessen und auf Nachfrage bestätigt, dass es gut gewesen sei“, erzählt er. Kaum durch die Tür hätten sie dann aber eine schlechte Bewertung im Internet hinterlassen. Das könne er nicht nachvollziehen, so der Gastronom weiter.

Mit Sorge blicken die Gastronomen auf die für 2024 geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie von sieben auf 19 Prozent. Dennoch wolle man versuchen, die Preise möglichst zu halten. „Ich finde unser bisheriges Preis-Leistungs-Verhältnis eigentlich gut. Ein Schnitzel mit Pommes und Salat kostet bei uns unter 14 Euro“, berichtet Bencze, der gemeinsam mit seiner Ehefrau gerne in Ellwangen bleiben möchte.