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Fasching auf der Ostalb

Geisterhafte Stimmung beim Einzug der „Schwarzen Schar“

Ellwangen / Lesedauer: 2 min

Die berühmt-berüchtigten Kuttenträger sind zurück. Welche bekannten Ellwanger die gefürchteten Spottverse in diesem Jahr treffen.
Veröffentlicht:11.02.2024, 21:15

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Es ist schon eine ganz besondere Atmosphäre am Sonntagabend vor Rosenmontag. Denn wenn die Dunkelheit hereinbricht, so weiß man, zieht die „Schwarze Schar“ mit Trommeln, Fackeln und Schellenbaum die Spitalstraße hinunter zum Fuchseck. So auch an diesem Sonntagabend.

Und natürlich hatte „Der Pennäler Schnitzelbank“ wieder die berühmt-berüchtigten Spottverse im Gepäck, mit denen Missgeschicke mehr oder weniger bekannter Ellwanger genüsslich zum Takt von „Auf de schwäbsche Eisebahne“ breitgetreten werden.

Kurz nach 19 Uhr war es endlich soweit, schon aus der Ferne konnten die zahlreichen Besucher, die die Spitalstraße und das Fuchseck säumten, die unheimlichen Trommeln der Pennäler hören. Dann schritt die „Schwarze Schar“ in großer Zahl und in die altbekannten Dominos gehüllt heran.

Fackelschein erhellte die altehrwürdigen Häuser der Altstadt, nur in wenigen Wohnungen war das Flackern von Fernsehern zu sehen.

Schar tritt in elf Gaststätten und der Stadthalle auf

Direkt hinter der Trommlergruppe lief traditionell der Schellenbaumträger. Am Fuchseck trat die Schar ins erste von insgesamt elf Wirtshäusern ein. Im „Punto“ sangen sie zunächst das Lied „Gaudeamus igitur“.

Nach „Punto“, „Le Palme“, „Stadtcafé“, „Kanne“, „Irish Pub“, „Taverna“, „Retsina“, „Popina“, „Roter Ochsen“, „Taj Mahal“ und „Manhattan“ war der zwölfte und letzte Auftrittsort der Pennäler die Stadthalle, wo FCV und Narrenpolizei gerade ihren Geburtstagsball abhielten.

Nach der ersten Verlesung der Verse war klar: In diesem Jahr gibt es keine Verleihung des „Ordens der Goldenen Sau“, mit dem die „Schwarze Schar“ Menschen ehrt, die sich um den Ellwangen Fasching sehr verdient gemacht haben. Im vergangenen Jahr erhielten ihn Katrin Deininger und Anja Wünsch.


Die Spottverse 2024 - Ein Auszug

Da die Ampel nichts zustande

Bringt in unsrem schönen Lande,

Präferiert politischer der

Dambacher den Kreisverkehr.

Spricht der Winfried zu den Massen,

Viele gleich den Saal verlassen.

Stellt dann Mack das Reden ein,

Kommen alle wieder rein.

Roderich an Heimattagen

Hört man schlimme Dinge sagen.

Kiesewetters Worte schlicht

Taugen auch für Verse nicht.

Heiligabend lässt sich trauen

Grill und will dann Druck aufbauen.

Als im Bett die Gattin lacht,

Spürt auch Franz die „Stille Nacht“.

Jeder kann was gut im Leben,

Aber manchmal dauert’s eben.

Deshalb, Kiedaisch, gib nicht auf!

Du kommst sicher auch noch drauf.

Nach sechs Stunden Sitzungsdauer

Nur der Hieber hat noch Power.

Nächste Stadtrat-Sonderschicht:

Herbert spricht und spricht und spricht.

Ist im Ehebett so öde,

Wird das Grupp oft nachts zu blöde.

Anselm saugt dann, putzt und schafft,

Bis befriedigt er erschlafft.

Höllenlärm vertreibt das Fasten,

Nuding quält die Orgeltasten,

Bis fast in der Osternacht

Die Empore runterkracht.

„Unsern Bauern geht es scheiße,

Viel zu hohe Dieselpreise!“

Anton Wagner nervt das sehr,

Doch er selber nervt noch mehr.

Peter Rupp und Franzi trieben

Fasnachts noch auf Wolke sieben.

Ein Kondom nahm man nicht mit -

Und jetzt ist mal halt zu dritt.