Elternbeitrag

Stadt Ellwangen erhöht die Elternbeiträge für die Kinderbetreuung

Ellwangen / Lesedauer: 4 min

Ab September müssen Eltern in Ellwangen 3,9 Prozent mehr für die Kinderbetreuung bezahlen
Veröffentlicht:30.06.2022, 14:56
Aktualisiert:30.06.2022, 15:15

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Die Stadt wird zum 1. September die Elternbeiträge für die Kinderbetreuung anpassen. Kirchen und kommunale Landesverbände haben sich auf eine Erhöhung von 3,9 Prozent verständigt. Die Anpassung hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Für ein Kind in einer Regelgruppe bei einer Betreuungszeit von 30 Stunden pro Woche zahlen Eltern nun 127 Euro im Monat. Kritik an der Erhöhung kam von der SPD .

Die Elternbeiträge stellten einen wichtigen Teil der Einnahmen dar, betonte Bernd Beckler , Amtsleiter für Bildung und Soziales. Vieles sei im Moment teurer geworden, daher empfehle er die Anpassung. Die letzte Erhöhung gab es laut Beckler zum Kindergartenjahr 2021/22. Ziel sei es, mit den Elternbeiträgen einen Deckungsgrad der Betriebsausgaben von 20 Prozent zu erreichen. Die Erhöhung sei bereits mit den Trägern abgestimmt.

Gleichzeitig wurde auch die monatliche Verpflegungspauschale angehoben. Monatlich werden nun 75 statt 65 Euro aufgerufen. Wird ein Kind nur drei Tage pro Woche betreut, steigt die Pauschale von 45 auf 52 Euro.

Schulmittageßen

In Ellwangen wird das Schulmittagessen teurer

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Wie Beckler weiter ausführte, soll mit dem Beitragssystem weiterhin eine „soziale Ausgeglichenheit“ sichergestellt werden. Gibt es in einer Familie ein zweites Kind unter 18 Jahren, das 30 Stunden in einer Regelgruppe von Kindern übe drei Jahren betreut wird, zahlen Eltern statt 127 nur 99 Euro für das Geschwisterkind. Bei einem dritten Kind sind es 66, bei einem vierten nur noch 22 Euro.

Ebenso verhält es sich bei Regelgruppen mit verlängerten Öffnungszeiten, hier liegt die Beitragsspanne abhängig der Kinder unter 18 Jahren in einer Familie zwischen 152,40 und 26,40 Euro. Bei drei Tagen Regelgruppe beziehunsgweise zwei Tagen Betreuung mit verlängerten Öffnungszeiten sind es zwischen 137,20 und 23,80 Euro.

Ähnlich verhält es sich bei der U3-Betreuung. Bei 30 Stunden Betreuung pro Wochen zahlen die Eltern eines Kindes 190,50 pro Monat, bei einem zweiten Kind unter 18 Jahren sind es 148,50 Euro, bei einem dritten 99 Euro und bei einem vierten 33 Euro. Auch bei der U3-Betreuung wurden die Verpflegungspauschalen auf 75 beziehungsweise 52 Euro erhöht. Die Anpassung des Mittagessens ist laut Beckler auf Preiserhöhungen der Anbieter zurückzuführen.

Wird ein Kind über drei Jahren ganztägig betreut, also 42,5 Stunden, werden 254 Euro fällig, bei Ü3-Kindern sind es 381 Euro. Auch hier sind die Kosten für Geschwisterkinder, abhängig von ihrer Anzahl, niedriger.

Vereinheitlichtes Beitragssystem für Krippenplätze

In Zusammenarbeit mit der Stadt haben sich die kirchlichen und privaten Träger zudem auf eine Vereinheitlichung des Beitragsystems bei Krippenplätzen geeinigt. Dies findet bereits sei dem Kindergartenjahr 2016/17 Anwendung. Die Beiträge für Krippenplätze unterscheiden sich von den Beiträgen für die Betreuung von Kinder unter drei Jahren in sogenannten altersgemischten Gruppen. Als Grund führt die Stadt einen erheblich höheren Personalschlüssel sowie kleinere Gruppengrößen mit individueller Förderung an.

Für Krippenplätze wird ein Aufschlag von 100 Prozent, ausgehend vom Regelgruppenbeitrag für Kinder über drei Jahren, erhoben. Der angepasste Beitrag beträgt nun 254 Euro pro Monat. Zuzüglich fallen wieder 75 Euro Verpflegungspauschale an. Auch bei Krippengruppen findet die zugrundeliegende Sozialstaffelung Anwendung. Die Gebühren für ein zweites Kind unter 18 Jahren betragen 198 Euro, für ein drittes 132 Euro und für ein viertes sind es noch 44 Euro.

SPD fordert Abschaffung der Gebühren

Mehrere Vertreter der SPD-Fraktion im Gemeinderat kritisierten die Gebührenerhöhung. André Zwick sagte, der Zugang zu Bildungseinrichtungen müsse ähnlich wie bei Schule und Universitäten grundsätzlich gebührenfrei sein. Die derzeitige Inflation treffe gerade junge Familien „überdurchschnittlich“. Man solle die Gebühren einfach ganz abschaffen, so Zwick.

Jürgen Lang von den Freien Wählern betonte, dass man der Erhöhung zustimmen müsse, sonst seien Zuschüsse in Gefahr. Er wäre aber froh, wenn man auf diese Gelder verzichten könne.

Auch Berthold Weiß von den Grünen empfahl eine Zustimmung. Man habe schon einmal eine Erhöhung abgelehnt und ganz schnell die „Pistole auf die Brust“ gesetzt bekommen. Ohne Elternbeiträge könne man die qualitative Ausstattung der Einrichtungen nicht mehr halten.

Mit fünf Gegenstimmen beschloss der Gemeinderat die Erhöhung der Elternbeiträge.