Gaskrise

Gaskrise: Ellwanger Wellenbad verlängert Schließzeiten

Ellwangen / Lesedauer: 3 min

Um Energie zu sparen, bleibt das Bad über die Sommerferien länger zu – Schwimmkurse finden am Ferienende statt
Veröffentlicht:12.07.2022, 19:00
Aktualisiert:12.07.2022, 19:03

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Die Gaskrise rund um den Ukraine-Krieg hat in Deutschland die Ausrufung der „Alarmstufe“ im Nofallplan Gas erforderlich gemacht. Die Verknappung der Gaslieferungen aus Russland macht Energiesparen in dieser warmen Jahreszeit deshalb zum obersten Gebot. Auch die Ellwanger Stadtwerke wollen daher Gas einsparen, wo es möglich ist. Eine erste Möglichkeit bietet da das Wellenbad.

„Wir müssen Gas einsparen, wo es nur geht, um die Speicher bis zum Winter möglichst gut befüllen zu können“, erklärt Stefan Powolny , Geschäftsführer der Ellwanger Stadtwerke und der Versorgungs- und Bädergesellschaft Ellwangen mbH, in einer Pressemitteilung.

Aus diesem Grund wurde mit dem Aufsichtsrat gemeinsam beschlossen, die ab 18. Juli regulär geplante Sommerschließzeit des Wellenbades in diesem Jahr bis zum Sommerferienende am 11. September von ursprünglich vier auf acht Wochen zu verlängern.

Pause wird genutzt

Erst wenn man den Bäderbetrieb komplett herunterfahre und die Blockheizkraftwerke nicht mehr betrieben würden, spare man viel Energie, so Powolny weiter. In der achtwöchigen Pause würden kleinere Reparaturen sowie die Grundreinigung des Bades vorgenommen. „Wir wissen, dass jeder zusätzliche Schließtag unsere treuen Besucher schmerzt. Wir wollen damit aber auch ein Zeichen setzen, dass wir ohne Verzicht nicht durch diese Krise kommen werden“, sagt Powolny.

Deutschlandweit gebe es insgesamt 20 große Speicher für Gas. Sobald lokal Gas nicht gebraucht werde, könne es dort für längere Zeit gelagert werden, erklärt Powolny auf Nachfrage. Die Stadtwerke Ellwangen hätten selbst keine Möglichkeiten, um Gas zu speichern. Aber man wolle dennoch einen Beitrag leisten.

Geheime Liste der „nicht schützenswerten Kunden“

Wer zu welchem Zeitpunkt und wie lange auf Erdgas verzichten muss, sei vom Gesetzgeber geregelt, erläutert Powolny. Jeder Energieversorger sei daher verpflichtet, eine sogenannte Abschaltliste zu führen. Darauf stehen alle „nicht schützenswerten Kunden“. Welche das im Falle der Stadtwerke Ellwangen sind, will Powolny nicht näher ausführen. Er verrät aber, dass Privathaushalte vom Gesetzgeber her besonders geschützt werden, während die Industrie als nicht so schützenswert eingestuft wird.

Zu den nicht schützenswerten Einrichtungen gehört auch das Ellwanger Wellenbad. Das sei am ehesten verzichtbar, sagt der Stadtwerke-Chef. Allerdings sei es ihm ein wichtiges Anliegen, dass zumindest ein Mindestmaß an Schul- und Vereinsschwimmen im Wellenbad stattfinden könne.

Schwimmunterricht findet statt

Besonders wegen Corona gebe es einen großen Verzug bei der Durchführung von Schwimmkursen. Daher wird ein Becken des Wellenbades in den letzten beiden Ferienwochen auf Minimalbetrieb beheizt, sodass dort Schwimmunterricht für Kinder angeboten werden könne.

Gute Nachrichten gibt es für die Sommerferien aber doch: Der Betrieb des Natufreibads Kressbachsee und des Limesfreibads Pfahlheim laufen unbeeinträchtigt weiter, wodurch Alternativangebote bereitstehen. Zum Ferienende soll auch das Ellwanger Wellenbad wieder für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.