Schießwasen

Landesgartenschau: Die Jagst soll sichtbar werden

Ellwangen / Lesedauer: 3 min

Im Gemeinderat geht’s ums Konzept für die Landesgartenschau – Bürgerinfo am 7. November
Veröffentlicht:26.10.2017, 20:25
Aktualisiert:23.10.2019, 00:00

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Die Jagst ist hübsch, aber versteckt. In der Stadt ist sie eingeklemmt zwischen B 290 und Bahnlinie, Schießwasen, Gewerbegebiet und Campingplatz. Außer ein paar Anglern sitzt niemand am Ufer. Noch. Denn mit der Landesgartenschau soll sich das ändern. Die soll 2026 einen grünen Bogen vom Schießwasen nach Schrezheim schlagen. Diesem Konzept hat der Gemeinderat Ellwangen am Donnerstag zugestimmt.

Wie der grüne Bogen im einzelnen gestaltet sein könnte, stellte Johannes Czerniejeski vom Büro RMP Lenzen Landschaftsarchitekten vor, das eine Machbarkeitsstudie erstellt. Das Konzept ist Grundlage für die Bewerbung, in die aber auch noch die Ideen aus der Bürgerinformation am Dienstag, 7. November, einfließen sollen. Bis 22. Dezember muss die Bewerbung abgegeben werden. Sollte Ellwangen den Zuschlag bekommen, wird ein Wettbewerb ausgelobt, um das Konzept zu verfeinern. Und das sehe oft noch einmal ganz anders aus, sagte Czerniejewski, dessen Büro schon viele Landesgartenschauen begleitet hat.

Am Bahnhof fehlt die Anbindung

Damit die Landesgartenschau funktioniert, müssen einige Missstände beseitigt werden. So fehlt am Bahnhof eine Anbindung. Die könnte mit einer Unterführung geschaffen werden, die wohl nicht ganz billig werden dürfte. Der Hauptzugang wäre am Schießwasen, ein weiterer am Drogeriemarkt Müller, ein vierter am Bahnhof Schrezheim. Gunter Frick (Freie Bürger) war das alles zu wenig. Die Innenstadt sei viel zu wenig angebunden. Weshalb er sich bei der Abstimmung enthielt.

Der grüne Bogen hat mehrere Abschnitte: den Schießwasen mit Parkplatz, Veranstaltungshalle und Café. Den Brückenpark auf dem Gelände des alten Bauhofs. Unter der Brücke könnte die Jugend skaten, klettern und chillen, durch das Gelände soll sich die Jagst schlängeln. Dazu würde der Mühlkanal verlegt und das Wehr durch ein Gefälle ersetzt (wir berichteten). Weil das Jugendzentrum den Zugang versperrt, soll es abgerissen und weiter hinten auf dem Bauhofgelände neu gebaut werden. Das Gebäude wäre während der Gartenschau auch der Treffpunkt Baden-Württemberg.

Ein weiterer Bereich ist der Uferpark mit einem Stadtstrand und dem Campingplatz, der Bestandteil der Gartenschau wäre. Daneben, in den Jagstschleifen, mäandert der Fluss durch die Natur. In den Jagstwiesen gegenüber fänden während der Gartenschau Kleingärten, Imker und ähnliches ein Zuhause.

Später wäre es möglich, den grünen Bogen zu verlängern und das Kasernengelände anzubinden, wo einmal ein Bildungscampus, Wohnen, Arbeiten und ein Sportzentrum entstehen sollen. Die Gartenschau gebe gute Impulse, an dieser Stelle fortzufahren, sagte Czerniejewski.

Landesgartenschau sei Stadtentwicklung im Zeitraffer, zitierte der OB den Leiter des Amts für Stadtentwicklung, Klaus Ehrmann, den er für seinen großen Einsatz lobte. Hilsenbeks Euphorie für die Gartenschau („Je länger ich mich damit befasse, desto mehr begeistert es mich“) teilten die meisten Räte. Fritz Widmann (CDU), sah in der Gartenschau einen immensen Mehrwert für Ellwangen, Berthold Weiß (Grüne) gefiel die Renaturierung der Jagst und die Aufwertung der Grünflächen, Herbert Hieber (SPD) fand das Konzept überzeugend.

Kritik wegen der Finanzierbarkeit

Hans-Peter Krämer (Freie Bürger) goss Wasser in den Wein. Er fragte sich, wo die Stadt die Eigenmittel herbekommen wolle und stimmte wie Franz-Josef Grill (ebenfalls Freie Bürger) gegen das Konzept.

Gunter Frick (Freie Bürger) machte sich Sorgen, dass wegen der Landesgartenschau vieles andere auf der Strecke bleibe wie der Flächennutzungsplan oder die innerörtliche Entwicklung in Pfahlheim: „An diesem Zustand müssen sie schnellstens etwas ändern.“ Der OB wies diese Kritik zurück. Es gebe ein personelles Problem, eine Stelle im Stadtbauamt sei immer noch offen. Deshalb setze man Prioritäten, und da sei die Landesgartenschau vorne dran. Aber nicht bis 2026, sondern nur bis zum 22. Dezember, wenn die Bewerbung abgegeben werden müsse.

Eine Bürgerinformation zur Landesgartenschau gibt es am Dienstag, 7. November, im Hariolf-Gymnasium.