Hörgenuss

Ein Genuss bis zur letzten Note

Ellwangen / Lesedauer: 2 min

Junge Philharmonie Ostwürttemberg spielt mit den Solisten Jonathan Hock und Iris Mack in Ellwangen
Veröffentlicht:29.05.2016, 17:03
Aktualisiert:23.10.2019, 15:00

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Es ist ein Hörgenuss von der ersten bis zur letzten Note gewesen: Das Konzert der Jungen Philharmonie Ostwürttemberg (JPO) in den Stallungen des Ellwanger Schlosses. Souverän leitete Chefdirigent Uwe Renz das hellwache, fein abgestimmte Orchester mit mehr als 100 jungen Musikerinnen und Musikern und führte die Solisten Jonathan Hock (Fagott) und Iris Mack (Violoncello) zu virtuosen Darbietungen.

Beide erhielten ersten Unterricht an der Musikschule Ellwangen und sind Jugend-musiziert-Preisträger. Jonathan Hock studiert an der Musikhochschule Würzburg, Iris Mack will nach dem Abitur ebenfalls Musik studieren.

Carl Maria von Webers wunderbar melodisches Fagottkonzert F-Dur verbindet klassische und romantische Klangelemente aufs Feinste. Entrückt schwebte das Publikum mit Jonathan Hocks verinnerlichtem und ausgereiftem Spiel auf den weiten Bögen der Musik. Hocks Fagott strahlte und sang, bewältigte mühelos die sprudelnden Staccati und brillierte bei der kraftvollen F-Dur-Kadenz des fulminanten Schlusses. Keine Spur des näselnd-sonoren Tons, den man dem unterschätzten Instrument zu Unrecht nachsagt. Das dunkle Fagott-Timbre und das Orchester verschmolzen auf beglückend harmonische Weise.

Paradestück für Cellisten

Camille Saint-Saëns erstes Cellokonzert a-Moll von 1872 hat sinfonischen Charakter und ist ein elegantes Paradestück für Cellisten. Mit Leidenschaft und unerhörtem Tiefgang widmete sich Iris Mack dem hohen Anspruch dieser „Perle“ des Cellorepertoires. Meisterhaft gestaltete sie das anmutige Allegro des ersten Satzes, das kapriziöse Menuett des Allegretto und die expressive Solokadenz des Finalsatzes. Die Spannung der Zuhörer löste sich in langem Jubel.

Den gab’s hochverdient auch für die dritte Sinfonie F-Dur von Johannes Brahms. Zwischen Dur und Moll changierend steigt die Musik in immer neuen Harmonien bewegt auf und ab – „gotische Genauigkeit“ nannte das der im März verstorbene Dirigent Nikolaus Harnoncourt. Hochkonzentriert und bis ins Detail ausgefeilt entwickelte das Orchester die Schönheit des Werks. Für stehenden Beifall und Bravorufe dankte es mit der Schnellpolka „Leichtes Blut“ von Johann Strauß Sohn. Der Erlös des Konzerts fließt in Projekte des Lions Club Ostalb-Ipf.

Die Junge Philharmonie Ostwürttemberg ist am kommenden Samstag, 4. Juni, in der Aalener Stadthalle zu hören und gastiert am 10. Juni in Schwäbisch Gmünd sowie am 12. Juni dann in Heidenheim.