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Das haben Archäologen bei Grabungen in Ellwangen entdeckt

Ellwangen / Lesedauer: 2 min

Wochenlang war die Aalener Straße wegen Grabungen des Landesdenkmalamts gesperrt. Stadtarchivar Christoph Remmele berichtet, was dort alles gefunden wurde.
Veröffentlicht:08.09.2023, 15:21

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Drei Wochen lang wurde auf einem kleinen Abschnitt in der Aalener Straße, auf Höhe der Post, archäologisch gegraben. Durch die Umleitung sorgte die Grabungsstätte nicht bei allen Ellwangern für Freudensprünge. Doch was hat das Landesdenkmalamt dort eigentlich genau gefunden? Gibt es bahnbrechende Erkenntnisse? Nicht unbedingt, wie Stadtarchivar Christoph Remmele berichtet.

Gegraben hat das Landesdenkmalamt dort, wo früher die alte Ellwanger Stadtmauer stand. Überreste dieser wurden bei den Grabungen auch gefunden, berichtet Christoph Remmele: „Es handelt sich um Fundamente der alten Stadtmauer aus dem 14. oder 15.Jahrhundert.“ Abgerissen wurden die letzten Meter der Mauer laut dem Stadtarchivar in den 1860er Jahren, als die Bahnlinie zwischen Aalen und Crailsheim gebaut wurde. Denn dort, wo die Stadtmauer früher verlief, schneidet heute die Bahnlinie ihren Weg durch die Stadt. „Deshalb wurde die Mauer damals auf ganzer Länge abgetragen.“ Weil die Fotografie erst um diese Zeit erfunden wurde, existieren keine Fotos als zeithistorisches Dokument.

Das Landesdenkmalamt habe sich diese Stelle ausgesucht, weil sie genau zwischen zwei Wehrtürmen lag. Einer davon ist bis heute an der Ecke Hirtengasse–Aalener Straße zu bewundern. Der zweite Turm wurde laut Remmele 1935 trotz Verbots von einem Brauer über Nacht abgetragen, um dort besser mit seinem Gespann fahren zu können. Das sei historisch dokumentiert. Er stand auf Höhe der heutigen Unterführung, gleich neben dem Drogeriemarkt Müller.

Doch bis auf die Fundamente hat das Landesdenkmalamt „relativ wenig gefunden“, sagt Christoph Remmele. Eine gute Bodenanalyse sei den Archäologen kaum möglich gewesen. Denn weil die Jagst zu Zeiten der Stadtmauer regelmäßig bis zu den Stadtgrenzen über die Ufer trat, wurde dort schon vor Jahrhunderten viel gebuddelt.

Das Landesdenkmalamt war für die Ipf– und Jagst–Zeitung/Aalener Nachrichten bis dato nicht zu erreichen und konnte deshalb noch keine Fragen beantworten. Doch Stadtarchivar Christoph Remmele resümiert: „WIr müssen die Stadtgeschichte nicht umschreiben.“