Bundespferdefestival

Das große Aufräumen nach dem Fest

Ellwangen / Lesedauer: 5 min

Schon am Sonntagabend hat der Abbau angefangen – Reitplätze abbauen – Rasen wird neu eingesät
Veröffentlicht:04.08.2014, 18:11
Aktualisiert:24.10.2019, 11:00

Von:
Artikel teilen:

Es ist der letzte Einsatz fürs Bundespferdefestival. Nach drei Tagen Reiterfest auf dem Schießwasen kommt jetzt das große Aufräumen. Die Mitarbeiter des Bauhofs haben noch am Sonntagabend damit begonnen, Absperrgitter abzubauen. Ab spätestens Donnerstag können die Autofahrer wieder hier parken. Am Mittwoch macht auch der Wertstoffhof wieder auf.

Mit rund 50 Helferinnnen und Helfern bauen die Reitvereine Ellwangen, Rindelbach , Röhlingen, Hinterlengenberg und Grafenhof die Reitplätze ab. Bei einigen ist es damit getan, die Pfosten aus dem Boden zu ziehen und das Absperrband aufzurollen. Die Matten wieder aufzusammeln, die in der großen Arena und auf den Reitplätzen vorm Hallenbad ausgelegt waren, ist dagegen Knochenarbeit. 500 Tonnen Sand- und Holzgemisch liegen als zweite Schicht obendrauf. Nach dem vielen Regen dürfte sie deutlich schwerer geworden sein. Auch wenn Schaufellader den größten Teil herunterschieben, wiegen die Matten deutlich mehr als beim Auslegen vor einer Woche.

Reitvereine teilen sich das Holz-Sandgemisch

Verschwendet wird hier nichts. Die Matten gehen zurück zu der Firma, die sie fürs Bundespferdefestival ausgeliehen hat. Das Sand-Holzgemisch teilen sich die Reitvereine, die beim Abbau helfen. Sie bauen es in die Böden ihrer Reithallen ein.

Die Tribüne nehmen seit morgens um 7 Uhr die Mitarbeiter der Straßenmeisterei auseinander. Auch Straßenschilder und Abschrankungen sammeln sie wieder ein. Wie lange das dauert? „Der Tag wird scho rumganga.“

An der Arena hebt ein Gabelstapler die Betonabgrenzungen hoch und lädt sie auf einen Tieflader. Ein Drittel ist schon abgebaut. Es gibt noch viel zu tun.

Vom Messestand der Firma Reitsport Abele stehen nur noch die Zeltstangen. Der Rest ist schon verladen. Leonhard Abele war zufrieden mit dem Bundespferdefestival: „Wir haben angenehme Kunden gehabt.“

Festzelt und Vip-Zelt stehen morgens noch als leere Hülle. Bierbänke und Tische sind schon aufgestapelt und werden bald weggefahren. Von den Zelten wird bald nichts mehr zu sehen sein. Martin Hald von „Hirsch“ in Neunheim ist ganz zufrieden, wie’s gelaufen ist. Die Ellwanger Wirtsleut’, außer Hald gehören dazu noch Albert Winkler vom Kronprinzen und Wolfgang und Hariolf Kirsch von der Kanne, hätten zwar den vierfachen Aufwand gehabt, verglichen mit den Pferdetagen. Aber da am Samstagabend und Sonntagmittag das Wetter dann doch noch mitgespielt hat, hätten sie erreicht, was sie sich vorgenommen haben.

Durch den starken Regen am Samstag sehen die Wiesen, auf denen die Reiter ihre Paddocks aufgebaut hatten, etwas wüst aus. Einige haben Spurrillen, und auch der Rasen ist an einigen Stellen einem matschigen Boden gewichen. Doch das soll nicht so bleiben: Sobald die Wiesen trocken sind, will die Stadt mit den Aufräumarbeiten beginnen. „Unsere Gärtner werden den Boden dann wieder glatt walzen“, sagt Alexander Renschler, Leiter des Baubetriebshofs. Unebenheiten, die entstanden sind, werden dann mit Erde wieder aufgeschüttet und neuer Rasen gesät. Spätestens am Donnerstag soll mit den Ausbesserungen der Wiesen begonnen werden.

Das Bundespferdefestival in Zahlen

40000 Besucherinnen und Besucher waren von Freitag bis Sonntag beim Bundespferdefestival. Das schätzt Oberbürgermeister Karl Hilsenbek. Mit 60000 Besuchern hatten die Veranstalter, Stadt, Landkreis und Württbembergischer Pferdesportverband, gerechnet.

7200 Eintrittskarten sind für die drei Tage verkauft worden, am Freitag 1200, am Samstag und Sonntag je 3000. 20000 hätten es sein müssen, um mit einer schwarzen Null herauszukommen, hatte es im Vorfeld immer geheißen. Bei der Pressekonferenz nach dem Bundespferdefestival wurde aber Zuversicht verbreitet, dass es trotzdem eine schwarze Null gibt. Falls nicht? „Wir lassen niemanden im Regen stehen“, sagte Frank Reutter, Vorsitzender des Württembergischen Pferdesportverbands.

1600 Starts, 800 Reiterinnen und Reiter und 600 Pferde – so sieht die Wettbewerbsbilanz des Bundespferdefestivals aus. 40 Preisrichter haben die Noten vergeben.

260 Reiterinnen und Reiter haben auf dem Gelände übernachtet. Die größte Mannschaft kam mit elf Pferden und 70 Kindern und Begleitpersonen aus Hessen.

250 Strohballen haben die Verantwortlichen herbeigezaubert, als nach dem großen Regen am Samstag die Paddockstadt teilweise einer Schlammwüste glich. Eine Mannschaft, deren Zelt komplett im Wasser stand und nicht mehr bewohnbar war, durfte im Hallenbad campieren.

5000 Parkplätze sind auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne eingerichtet worden. Am Wochenende sei viel Betrieb auf dem Parkplatz gewesen. „Es standen Fahrzeuge aus der gesamten Bundesrepublik auf dem Parkplatz“, sagt Harry Irtenkauf, Leiter des Ordnungsamts.

Zwei Stadtbuslinien waren am Wochenende unterwegs, um die Besucher aus Richtung Rindelbach und Rotenbach zum Schießwasen zu bringen. Am Samstag sei – je nachdem, wie das Wetter gerade war – mal viel, mal wenig in den Bussen los gewesen. Das berichtet Joachim Adler von Omnibus Mack, der den Einsatz der Busse beim Bundespferdefestival mitorganisiert hat.

Drei bis fünf Shuttlebusse waren je nach Ansturm unterwegs, um die Besucher vom Parkplatz auf dem ehemaligen Kasernengelände zum Schießwasen zu fahren. „Das Angebot ist sehr gut von den Besuchern angenommen worden“, sagt Adler. Lange Wartezeiten habe es nicht gegeben. (gr, sapo).

Alle Artikel, Fotos und Videos zum Bundespferdefestival finden Sie unter und-jagst-zeitung.de.

Alle Ergebnisse der Wettbewerbe stehen online unter www.bpf-ellwangen2014.de .