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Landeserstaufnahmestelle

Flüchtlings-Mahnwache mit wenig Beteiligung

Ellwangen / Lesedauer: 3 min

Die Ankündigung, nach dem Polizeieinsatz in der LEA in Ellwangen demonstrieren zu wollen, hat für Aufsehen gesorgt. Um das Image der Unterkunft sorgt sich unterdessen Ellwangens Oberbürgermeister.
Veröffentlicht:09.05.2018, 13:38

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Die angekündigte Mahnwache von Bewohnern der Landeserstaufnahmestelle in Ellwangen ist bislang weitgehend ausgeblieben. Vor Ort ist nicht ersichtlich, ob sich eine Mehrzahl von Flüchtlingen noch einfinden werden, um die Polizeieinsätze vergangener Woche aus ihrer Sicht darzustellen.

Zwei Aktivisten des Bündnisses „Aufstehen gegen Rassismus“ sitzen mit einem mitgebrachten Transparent auf einer Bank. Sie sind aus Schwäbisch Gmünd nach Ellwangen gekommen. „Wir haben das über unsere Mitglieder mitbekommen“, sagt Saskia Jürgens . Sie habe die Berichterstattungen über die LEA via Facebook erfolgt. „Es gibt so viel rechte Hetze, da wollten wir dagegen stehen.“

Mitglieder der "Antifa" sollen Demonstration begleiten

Dass Mitglieder der „ Antifa “ nach Ellwangen kommen, habe sie aus deren Kreisen mitbekommen. „Die möchten Transparente mitbringen“, erzählt sie. Beide hoffen sie, dass keine rechten Gruppierungen auftauchen. „Das soll alles friedlich bleiben.“

Laut Informationen des Friedensforums Ellwangen sitzen in den Mittagsstunden die Organisatoren der Demonstration, Polizei und Stadtverwaltung in einer nicht-öffentlichen-Sitzung zusammen.

Gegen Mittag war wenig los in Ellwangen.

Das Friedensforum Ellwangen hat sich zudem auf dem Marktplatz mit einem Transparent platziert. "Wir haben das Glück, dass wir seit 70 Jahren Frieden haben", sagt Peter Maile vom Forum. Aus diesem Grund müsse man sich auch mit den Menschen solidarisieren. "Die Politik müsste aber auch Fluchtursachen bereits im Vorfeld bekämpfen", sagt er weiter. Das Forum wolle die Mahnwache unterstützen. "Die Bewohner müssen die Möglichkeit haben, sich zu erklären", so Maile.

Wenig Andrang bei Mahnwache

Dass es so ruhig ist, erklärt sich Maile mit der Uhrzeit. "Mittags haben wenig Leute frei, um in die Stadt zu kommen." Gegen 17 Uhr, sobald die Demonstration startet, werde es sicherlich mehr Beteilung geben, schätzt er.

Vereinzelt gehen Bürger auf die Aktivisten zu - Diskussionen entstehen. Ein Mann fragt, wie viele Flüchtlinge denn von den Aktivisten bislang aufgenommen worden wären. "Keine", so die Antwort. "Sehen Sie, aber dennoch würden Sie am liebsten alle einfach aufnehmen", sagt der Passant.

Mehrere Kamerateams haben sich auf dem Marktplatz positioniert, viel zu Filmen gibt es nicht. Die Polizei hat mit vier Beamten für einige Minuten die Lage inspiziert.

Aktivisten hatten für Mittwochmittag in Ellwangen eine Mahnwache mit Bewohnern der LEA sowie einen Demonstrationszug angekündigt. Die Gruppe habe bei der Anmeldung eine Teilnehmerzahl von etwa 300 Personen genannt, teilte der Leiter des Ellwanger Ordnungsamtes, Harry Irtenkauf, der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.

Hilsenbek fürchtet um Image der LEA

„Das Thema Sicherheitsempfinden spielt jetzt wieder eine ganze wichtige Rolle“, sagte außerdem Ellwangens Oberbürgermeister Karl Hilsenbek (parteilos) am Mittwoch der deutschen Presse Agentur. Das trage nicht zu einem positiveren Image der LEA  bei. Hilsenbek geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Ereignisse die Bereitschaft der Ellwanger zu einer Verlängerung des im Frühjahr 2020 auslaufenden Vertrags der LEA negativ beeinflusst haben.

Auch Berthold Weiß, Leiter der Landeserstaufnahmestelle, gab dies den Bewohnern in einer Sitzung am Dienstagmittag zu bedenken (wir berichteten). Rechten Parteien würden solche Ereignisse zudem in die Hände spielen, sagte er, um Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen.