Seligsprechung

Seligsprechung: action spurensuche verfolgt den Weg des Pater Jeningen

Ellwangen / Lesedauer: 4 min

„action spurensuche“ verfolgt den Weg des Paters – Freude über Seligsprechung ist groß
Veröffentlicht:11.07.2022, 11:00

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Seit 30 Jahren verfolgt die geistliche Bewegung„action spurensuche“ den Weg des guten Paters Philipp Jeningen, unternehmen Wallfahrten, halten Exerzitien in seinem Andenken ab. Für sie ist die Seligsprechung des Jesuiten am Samstag, 16. Juli, in Ellwangen auf dem Schönenberg ein Grund zur Freude.

Ein Fußabdruck mit dem Kopf Philipp Jeningens in der Mitte und darum der Schriftzug „Auf den Spuren Philipp Jeningens“, das zeigt das Logo der „action spurensuche“. Die geistlichen Bewegung, es handelt sich nicht um einen Verein, hat es sich 1992 zur Aufgabe gemacht, durch Exkursionen und Wallfahrten zu den Orten, an denen der gute Pater Philipp gelebt und gewirkt hat, seiner Person und seiner Spiritualität näher zu kommen. Und so verstehen zu können, wie er zu dem Jesuit wurde, als der er letztlich in Ellwangen gestorben ist.

Die erste Reise führte Markus Krämer , Wolfgang Steffel und die anderen Teilnehmer der „action spurensuche“ nach Eichstätt, wo Jeningen geboren wurde. Weitere Stationen waren unter anderem Ingolstadt, Mindelheim, Landsberg, aber auch in der Region war die „action spurensuche“ unterwegs. Für Markus Krämer, der in Ellwangen in der Marienpflege arbeitet, war der Volksmissionar schon immer eine faszinierende Figur gewesen. Da er in Ellwangen aufgewachsen sei, sei er immer wieder mit ihm konfronitiert gewesen. Durch die Exkursionen habe sich sein Bild auf den Jesuitenpater nochmal verändert. Er habe inzwischen ein sehr besonderes und enges Verhältnis zu ihm. Und er ist sich auch sicher: „Philipp Jeningen hat uns auf unserem Weg begleitet. Für mich war er die ganze Zeit dabei.“

Mit ihren Wallfahrten und Exkursionen kommt die geistliche Bewegung einem ihrer Grundsätze nach. Sie wollen nämlich religiöse Auszeiten im Alltag schaffen. Darüber hinaus sei es ihnen wichtig, die Spuren des Glaubens zu finden und zu bewahren und die Kirche zu bewegen und mitzuformen. So wie es einst auch Pater Jeningen zum Ziel gehabt habe. Er sei unbeirrt seinen Weg weitergegangen. Habe sich von den Widrigkeiten seiner Zeit – Pest, Hunger und Kriegen – nicht aufhalten lassen, erklärt Wolfgang Steffel, Dekanatsreferent des katholischen Dekanats Ehingen-Ulm. Dadurch bekomme die Seligsprechung nochmal eine ganz besondere Aktualität, denn die Zeiten von damals ließen gewisse Parallelen zu heute erkennen.

Beide betonen, dass auf ihrer Spurensuche die Seligsprechung nie ein formuliertes Ziel gewesen sei. Freuen würden sich beide aber darüber. „Wir waren im ersten Moment sogar etwas geschockt, als die Nachricht kam, denn wir hätten nicht damit gerechnet“, gesteht Wolfgang Steffel. Doch inzwischen würden sie eine große Chance darin sehen, die Person Philipp Jeningen und dessen Wirken einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Wir hoffen, dass so mehr Menschen die Möglichkeit haben, Pater Jeningen und seine Werte kennenzulernen“, sagt Markus Krämer. Er freue sich persönlich schon sehr auf das Kirchenfest. Es werde da jemand geehrt, der in seiner Zeit viel gemacht hat und auch heute noch viel zu sagen hat, betont Krämer.

Die „action spurensuche“ wird bei den Feierlichkeiten auch mitgestaltend tätig sein. So wird am Sonntag, 10. Juli, ein Bild des Künstlers Uli Brauchle der Öffentlichkeit präsentiert, das das Haupt Philipp Jeningens in Lebensgröße zeigt. Dies hatte die Gemeinschaft in Auftrag gegeben. Darüber „reihen wir uns demütig in die Festgemeinde ein“. Geplant sei es, bei dem gemeinsamen Beisammensein auf dem Kirchplatz von Tisch zu Tisch zu gehen und Lieder zu singen.

Und auch nach der Seligsprechung geht die Spurensuche für die christliche Gemeinschaft weiter. „Glaube sucht immer weiter“, betont Wolfgang Steffel. Daher werden sie in rund einem Monat ihre Fußwallfahrt von Eichstätt nach Ellwangen unternehmen, und auch sonst ist dieses Jahr noch einiges geplant: Allem voran die Feier zum 30. Geburtstag des Vereins im Rahmen des Stationenkonzerts.