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Ellwangen-Pfahlheim

Ortsvorsteher Wolfgang Seckler erlebt seine letzte Absetzung

Ellwangen-Pfahlheim / Lesedauer: 3 min

Die wilden Weiber von Pfohla nahmen den Ortsvorsteher unter ihre Fittiche und haben ihm kräftig zugesetzt.
Veröffentlicht:10.02.2024, 12:00

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Die Ortsvorsteher-Ruhestands-Mausefalle ist nach 15 Jahren zugeschnappt und Wolfgang Seckler war darin gefangen. Die wilden Weiber von Pfohla nahmen den Ortsvorsteher unter ihre Fittiche und wussten allerhand über ihn zu berichten. Zuvor war Seckler in einem Umzug um die Kirche, musikalisch begleitet von der Halheimer Bauernkapelle, der Bevölkerung vorgeführt worden. Heiligs Blechle Heidanei, so könnet bloß die Weiber in Pfohla sei.

Daran anschließend begaben sich alle in den Sitzungssaal des Pfahlheimer Rathauses und man musste sich Sorgen um die Statik des ehrwürdigen Gebäudes machen. Weit über 100 Besucher lauschten den Anschuldigungen von Christiane Schäffler und Daniela Feile, welche die Verfehlungen in Reimform zu Tage brachten.

Heiligs Blechle Heidanei. Diesmal waren sie, wie viele andere, als Elefanten verkleidet und der lange Rüssel machte dem Ortsvorsteher schon ein bisschen Angst. Em Zirkus Pfohla zur Abschiedsshow stellten sie fest, dass sich der Chef als Ortsvorsteher wieder groß aufspielte. Aber … „Wolfgang zu deiner Abschiedsgala hier, lassad mir den Vortritt dir. Wir fraiad uns auf die letschda Bütt‘. Wolfgang Seckler war darauf vorbereitet, als er sagte: „Liebe Frauen, eins ist klar, heut‘ ist der schönste Tag im ganzen Jahr. Wer unseren Rathaussturm nicht kennt, der hat das Wichtigste verpennt. Das ganze Haus voll hübscher Frauen, die sich auch was zu sagen trauen. Drum lass ich’s über mich ergehen, ich werd‘ den Tag schon überstehen. Heiligs Blechle Heidanei, so schwierig ko’s em Rathaus sei“. Und auf seinen baldigen Ruhestand: „Ich kann dann wie die anderen motzen und sagen, ich finde das zum Kotzen“.

„So, do hosch heit aber wieder dick auftraga, die Sproch hot’s uns no lang ne verschlaga. Wir hoffat, dir got’s gut. Denn ohne uns, sagat mir unerschrocka, wär die Veranstaltung hier ganz schea trocka. Beim Feira sen mir älle dabei, Heiligs Blechle Heidanei“. Und die Frauen hielten auch mit Kritik nicht hinter dem Berg und monierten zum Beispiel das Bodenluftbild vor der Schule, auf das man heute noch warten würde, und sie vermuteten, dass sich Seckler in Beschba ein Denkmal setzen wolle. „A Denkmal für d’r Wolfgang muaß trotzdem ned sei: Heiligs Blechle Heidanei“. Und auf die neue Liebe von Wolfgang Seckler reimten sie: „So verliebt, wie du jetzt bisch, hosch koi Zeit mehr für dei Amt und viele Sacha fallad ondern Tisch. Nur der Radweg nach Ellwanga nei, den will faschd koiner, aber der muaß sei. Doch oins, des miaßat mir zugeba, den Rathaussturm däd’s ohne die net gäba.“

„Der Ortsvorsteher hat Angschd um sei Hidde, dass Decke net nakracht, des wär scho sei Bitte. Des kennad mir garantiera, mir send ja älle schlank und adrett, wega uns Elefanta bassiert des heid net. Mir wellad bloß feira und luschdig sei, beim senga und danza, do sen mir älle dabei“.

Nach der Rede tanzte im wahrsten Sinne nicht der Bär, sondern der Elefant, aufgefordert von den Rhythmen der Halheimer Bauernkapelle. Es wurde getanzt und geschunkelt auf Teufel komm raus. Als dann die Bauernkapelle das Lied „Fliege mit mir in die Heimat“ anstimmte, sangen alle lauthals mit. Fliege mit mir in die Heimat … die Heimat aller war der Fasching in Pfahlheim, so muss es sei. „Heiligs Blechle Heidanei, so schön kann der Weiberfasching in Pfohla sei“.