Produktionshalle

Aalener Start-up-Unternehmen ZEI-Tec meldet Insolvenz an

Aalen / Lesedauer: 2 min

Provisionsforderungen bringen Start-up-Unternehmen auf SHW-Gelände in Schwierigkeiten
Veröffentlicht:20.12.2021, 15:59
Aktualisiert:20.12.2021, 16:44

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Unerfreuliche Meldung für den Wirtschaftsstandort Aalen kurz vor Weihnachten: Geschäftsführer Bertram Ehmann hat für das Start-up-Unternehmen ZEI-Tec GmbH beim Amtsgericht Aalen die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt. Das teilt der vorläufige Insolvenzverwalter Henning Necker mit.

ZEI-Tec hatte erst im vergangenen Frühjahr die Büro- und Produktionshallen des ehemaligen Gießereiunternehmens SHW Casting Technologies in Wasseralfingen bezogen. Dort soll eine innovative, hochtechnologische Produktionsanlage für neuartige und höchst effiziente weichmagnetische Eisenkerne für Transformatoren entstehen.

Konsequenzen sollen so gut es geht abgefedert werden

Wie Necker von der Aalener Kanzlei Dr. Franke, Necker, Britsch mitteilt, werde er den Geschäftsbetrieb mit den vier Beschäftigten und dem bisherigen Geschäftsführer fortsetzen. Dabei hoffe er, möglichst schnell eine Fortführungslösung zu finden. Als Grund der finanziellen Schieflage gab Ehmann Provisionsforderungen eines Beratungsunternehmens in erheblicher Höhe an, die vor Auszahlung der Leistung fällig gestellt worden seien und damit für die Krise mit ursächlich seien.

Vorgeschlagene Lösungsansätze seien im Vorfeld der Antragstellung zurückgewiesen worden. „Die Zahlungsunfähigkeit war damit gegeben und deshalb musste ich den Insolvenzantrag stellen“, sagte der ZEI-Tec-Geschäftsführer, der hofft, „dass der Insolvenzverwalter eine Fortführungslösung aufzeigen kann“.

Internationale Investorengruppe will sich beteiligen

Bedauerlich sei, dass die Insolvenzbeantragung nicht vermieden werden konnte, da eine internationale Investorengruppe bereitstehe, sich an ZEI-Tec zu beteiligen. Ehmann baut nun neben der Kompetenz des Insolvenzverwalters auf die Unterstützung der Schröder-Consult GmbH mit Sitz in Berlin.

Diese stehe der ZEI-Tec GmbH beratend zur Seite und wolle versuchen, dass die Zusage des Bundesumweltministeriums über die bewilligten Fördermittel in Höhe von 7,4 Millionen Euro weiterhin gilt, wenn sich eine nachhaltige Fortführungslösung auf der Grundlage des bestehenden Geschäftskonzepts ergeben sollte.

ZEI-Tec als Leuchtturmprojekt hervorgehoben

Zur Übergabe des Bewilligungsbescheids war die damalige Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter vom Bundesumweltministerium Anfang Juli eigens nach Aalen gekommen und hatte dabei von einem „Leuchtturmprojekt für die Energieinfrastruktur mit Strahlkraft weit über die Region hinaus“ gesprochen.

Ursprünglich war geplant, dass mit dem Um- und Ausbau der Produktionshallen auf dem SHW-Gelände Anfang 2022 begonnen wird. Aufträge zur Fertigung der rund 24 Millionen Euro teuren technischen Anlagen wurden bereits teilweise vergeben. Bis Ende 2022 sollten erste Produktmuster an Anwender der Energieversorgung geliefert werden. Für Ende 2023 war der industrielle Produktionsstart geplant, auf den die großen Energieversorger wie E.ON, EWE Netze oder Netze BW bereits warteten, wie es in der Mitteilung heißt.