StartseiteRegionalRegion OstalbAalenWie VfB-Star Undav einst für eine Trainerentlassung in Aalen sorgte

Stuttgarter Star-Stürmer

Wie VfB-Star Undav einst für eine Trainerentlassung in Aalen sorgte

Aalen / Lesedauer: 3 min

2019 schockt er den VfR Aalen, heute verzaubert er ganz Deutschland. VfR-Trainer Markus Pflanz kennt Deniz Undav persönlich – und berichtet so über ihn.
Veröffentlicht:10.02.2024, 12:00

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Es sind nicht nur seine Tore, die ihn besonders machen. Vielmehr sind es sein erfrischendes Auftreten, seine ehrlichen Interviews, sein ungewöhnlicher Weg in den Profifußball und damit letztlich eben das Gesamtpaket.

Deniz Undav ist eben einer, der nicht den geraden Weg gegangen ist, kein Mann aus einem Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) und dennoch ist er auf dem Gipfel angekommen.

Der 27 Jahre alte Stürmer der Bundesliga-Überraschungsmannschaft VfB Stuttgart schickt sich an, die große Stürmerlücke bei der DFB-Elf zu füllen und der Offensive neues Leben einzuhauchen. Darum hat er auf der Ostalb einst für einen dunklen VfR-Moment gesorgt.

Undav sorgt für das letzte Spiel von Argirios Giannikis

Es war der 23. Spieltag in der 3. Liga. Der 10. Februar 2019. Tag der Entscheidung. Das Ende des Trainerexperiments Argirios Giannikis beim damaligen Drittligisten VfR Aalen, das Ende der kühnen Mission 2021 (der VfR wollte im Jubiläumsjahr zurück in der 2. Bundesliga sein) und wer hatte einen Anteil daran? Richtig. Deniz Undav.

Jener Mann, der beim VfB Stuttgart für Furore sorgt, sich längst in das Notizbuch des Bundestrainers gespielt hat, hat mit seinem Abstauber in der Nachspielzeit (90.+3) den 2:1-Sieg für den SV Meppen klargemacht. Die VfR-Fans kochten. Wieder hatte der VfR spät ein Spiel verloren und der Abstieg in die Regionalliga Südwest rückte immer näher. Die Verantwortlichen mussten handeln.

Den Abstieg konnte der Trainerwechsel aber auch nicht abwenden. Damals ahnte keiner in der Ostalb Arena, dass jener Undav im Jahr 2024 vielleicht für ein neues Sommermärchen bei der Europameisterschaft im eigenen Land sorgen könnte.

Ob es ein weiteres Sommermärchen geben wird, scheint trotz der starken Performance von Undav selbstverständlich fraglich. Die Auftritte der Fußball-Nationalmannschaft geben da aktuell nur wenig Anlass zur Hoffnung. Dass Undav mit aktuell 13 Treffern aus 17 Spielen in der Bundesliga aber schon bald das DFB-Dress überstreifen wird, das dürfte keinen mehr überraschen. Jüngst deutete auch Rudi Völler eine Nominierung des umtriebigen Stürmers mehr als an.

Dreh- und Angelpunkt beim VfB

Als Vorbereiter (fünf Assists), Vollstrecker und Dreh- und Angelpunkt im Spiel des aktuellen Tabellendritten aus Stuttgart kann Julian Nagelsmann gar nicht anders: Er wird den 27 Jahre alten Fußballer, der aktuell von Brighton & Hove Albion an Stuttgart ausgeliehen ist (Kaufoption liegt wohl bei 18 Millionen Euro), mindestens für die beiden letzten Testspiele vor der EM gegen Frankreich und die Niederlande nominieren.

So blind kann man gar nicht sein. Er ist aktuell der beste deutsche Stürmer.

Markus Pflanz

Der in Varel (Niedersachsen) geborene Stürmer hatte aber einen weiteren Berührungspunkt mit der Ostalb oder vielmehr eher mit einem gewissen Markus Pflanz. Schließlich trafen sich der heutige VfR-Trainer und Undav in der belgischen Liga. Erst duellierte er sich als Co-Trainer bei KV Oostende in einem Testspiel mit Union Saint-Gilloise (damals noch in der 2. Liga) mit Undav. „Da hat er beide Tore geschossen.“

So hat Markus Pflanz den Stürmer in Erinnerung

Später nach dem Aufstieg von Union in die 1. Liga gab es dann auch noch ein längeres Gespräch in der Kabine. „Er ist genauso, wie er rüberkommt“, sagt Pflanz: „Ein ganz netter Junge. Komplett bodenständig und ich gönne es ihm total, dass er es jetzt soweit gebracht hat.“

Er sei einfach ein Talent, das unter dem Radar gelaufen ist. „Da ist er in Deutschland sicher nicht der einzige Spieler.“ Er ist ein Beispiel dafür, dass Talente eben nicht nur aus einem NLZ hervorgehen können. „Er macht den Unterschied.“ Zu einer Nominierung für den DFB-Kader wird es sicher kommen.

„So blind kann man gar nicht sein. Er ist aktuell der beste deutsche Stürmer.“ Dass er Mannschaften mit seinen Qualitäten vor Probleme stellen kann, das hat man vor fünf Jahren schon gesehen.