Plädoyer

Flammendes Plädoyer für Fortbestand der Ellwanger LEA

Aalen / Lesedauer: 3 min

SPD-Kreisrat Herbert Hieber macht sich fÃŒr die Zukunft der Erstaufnahmestelle stark
Veröffentlicht:30.03.2022, 13:51
Aktualisiert:31.03.2022, 12:44

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Ein Plädoyer für das Weiterbestehen der Landeserstaufnahmestelle (LEA) in Ellwangen über das Jahresende hinaus hat Herbert Hieber (SPD) in der gemeinsamen Sitzung des Sozial- und Gesundheitsausschusses und des Jugendhilfeausschusses des Kreistags gehalten. Viele Ellwanger könnten sich nicht vorstellen, dass die Einrichtung dicht gemacht werde, sagte der SPD-Kreisrat und forderte Landrat Joachim Bläse auf, auf die Stadt Ellwangen zuzugehen.

Aus dem Bericht von Carsten Hiller , dem Leiter des Geschäftsbereichs Integration und Versorgung im Landratsamt, über Herausforderungen der Flüchtlingsunterbringung hörte Hieber, wie er sagte, die versteckte Bitte heraus, die LEA möge erhalten bleiben. Auch nach Hiebers Überzeugung, sei sie nach wie vor wichtig. Und er bekräftigte: „Rot-Grün ist für die LEA als Dauereinrichtung. Wir brauchen sie mindestens noch ein paar Jahre.“

Bezugnehmend auf den Bericht von CDU-Kreisrat Peter Högerle, der seit Jahren als Arzt in der LEA tätig ist und darüber im Ausschuss berichtete, rief Hieber die Kollegen aus den übrigen Fraktionen auf, ebenfalls für den Fortbestand der Einrichtung zu werben. Sie dürfe zu keinem Wanderzirkus werden, zumal dies auch mit Kosten verbunden wäre.

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Hiller sprach von einer beispiellosen Hilfsbereitschaft im Ostalbkreis. Der Geschäftsbereich sei im Krisenmodus, aber er stelle sich der Herausforderung sehr gerne. Man habe mit der Registrierung der Flüchtlinge begonnen, aber viele seien privat untergekommen.

Deswegen sei das bisherige dreistufige Unterbringungsmodell – von der Erstaufnahme in der LEA in die vorläufige Unterbringung durch den Landkreis und danach in die Anschlussunterbringung durch die Kommunen - nicht durchgängig anwendbar.

Inzwischen seien im Kreis knapp 1400 Flüchtlinge gemeldet, rund 1000 erhielten Sozialhilfeleistungen. Es gebe über 200 kommunale Wohnraumangebote, teils abgeschlossener Wohnraum, teils lediglich „Sofaplätze“. Die große Spendenbereitschaft nannte Hiller unvorstellbar. Man könne sie nicht hoch genug würdigen.

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Momentan, fuhr er fort, verfüge man über 100 Plätze im DRK-Pflegeheim in Bopfingen und baue die Unterkunft in der Werrenwiesenstraße in Schwäbisch Gmünd sukzessive auf 100 Plätze aus.

Im Aufbau sei außerdem die Wohncontaineranlage Ulmer Straße in Aalen (52 Plätze), das Tagungshaus Kloster Neresheim (65 Plätze), das Kloster Kirchheim (40 Plätze) und die Wohncontaineranlage Benzholzstraße in Schwäbisch Gmünd (50 Plätze). Verfügbar sei zudem die Notunterkunft im Bosch-Gebäude in Schwäbisch Gmünd mit 120 Plätzen, in Aalen werde eine geschaffen.

Perspektivwechsel bei Fluchtbewegungen

Man müsse aber weitere langfristige Kapazitäten aufbauen, sagte Hiller. Zwar wollten viele Ukrainer wieder in ihre Heimat zurückkehren, aber man wisse nicht, wie lange der Krieg dauere und wie viele noch fliehen müssten. Zudem sei die Zahl der sonstigen Flüchtlinge schon seit einiger Zeit im Steigen begriffen. Man müsse unter Umständen auch afghanische Ortskräfte oder weitere Jesiden aufnehmen. Vorausschauendes Handeln sei wichtig.

Sozialdezernentin Julia Urtel unterstrich, seit Kriegsbeginn seien viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund um die Uhr im Einsatz. Hier finde ein Mammutkraftakt statt und sie sei stolz auf alle Kolleginnen und Kollegen.

Peter Högerle ( fordere, die Willkommenskultur wieder aufleben zu lassen. Man brauche Strukturen, um Flüchtlinge auch nach dem Krieg zu versorgen. „Das Thema Migration wird uns weiter begleiten!“

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Einen Perspektivwechsel erkannte Ute Schlipf (Grüne ). 2015 hätten viele die Fluchtbewegung als Krise wahrgenommen, jetzt sehe man es positiv, dass nämlich Menschen kämen, die Hilfe brauchen. Es dürfe aber nicht Flüchtlinge erster und zweiter Klasse geben.

In die gleiche Kerbe schlug Bernhard Richter ( . „Das Willkommen muss auch für Afghanen und Syrer gelten!“ Die Integration der Menschen werde eine schwierige Aufgabe sein.

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