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Aktionsbündnis

Walter Sittler kämpft und ist überzeugt, zu gewinnen

Aalen / Lesedauer: 2 min

Walter Sittler kämpft und ist überzeugt, zu gewinnen
Veröffentlicht:08.11.2011, 20:40

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Die Volksabstimmung zu Stuttgart 21 rückt näher. Am 12. November, dem landesweiten Aktionstag, leitet deshalb das Aktionsbündnis „Ja zum Ausstieg“ mit zahlreichen Veranstaltungen in Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd die heiße Phase des Wahlkampfes ein.

Ein vehementer Gegner oder besser gesagt das Gesicht des Widerstandes gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 ist der Schauspieler Walter Sittler , der gestern mit der Theaterfassung von Daniel Glattauers Liebesgeschichte „Gut gegen Nordwind“ in der Aalener Stadthalle gastierte. Beim zuvor stattfindenden Pressegespräch im Café Samocca zeigte er sich optimistisch, dass sich bei der Volksabstimmung am 27. November die Mehrheit gegen das Bahnprojekt ausspricht. „Wir gewinnen. Und dann wird erst einmal gefeiert“, sagte der in Stuttgart wohnhafte Familienvater, der sich zeitlich, finanziell, aber vor allem emotional gegen den Ausstieg aus dem Projekt engagiert. Am 30. September 2010, als die Situation im Schlossgarten eskalierte, habe er sich überlegt, auszuwandern. Auch persönlich sei er aufgrund seines Einsatzes angegriffen worden, zum Teil unter der Gürtellinie, wie etwa von dem CDU-Generalsekretär Thomas Strobl, der seinen S21-Protest mit der Nazi-Vergangenheit seines Vaters gleichsetzte.

Das Engagement des in Aalen präsenten und etablierten „Schwabenstreiches“ wertete Sittler als überaus positiv. Kritik übte der Regionalgeschäftsführer des BUND, Andreas Mooslehner, an der Stadt Aalen. „Wir durften im Rahmen des Wahlkampfes nur 40 Plakate aufhängen und mussten dafür auch noch eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 137,50 bezahlen.“ Mooslehner habe das Gefühl, dass das Aktionsbündnis in seiner Tätigkeit behindert werde. Auch für den Informationstisch am gestrigen Abend bei der Stadthalle habe es vonseiten des Ordnungsamtes keine Genehmigung gegeben.

„Seit Jahrzehnten ist hier in der Region nichts passiert“, sagte Mooslehner und spielte unter anderem auf die nicht realisierte Elektrifizierung der Strecke Aalen-Ulm mit zweigleisigem Ausbau an. Mit Stuttgart 21 werde auch noch der integrale Taktfahrplan in Aalen mit fast zeitgleichen Anschlüssen nach Ulm, Nördlingen und Crailsheim an die Züge aus Stuttgart de facto aufgehoben. „Wenn das Land schon viel Geld in die Hand nimmt, dann muss das spürbare Vorteile haben.“ Dies sei hier nicht der Fall.