Erfolgskurs

VR-Bank Aalen ist weiterhin auf Erfolgskurs

Aalen / Lesedauer: 6 min

Vorstand spricht bei der Vertreterversammlung von einer erfreulichen Entwicklung
Veröffentlicht:30.05.2016, 20:42
Aktualisiert:23.10.2019, 15:00

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Die VR-Bank Aalen ist weiterhin auf Erfolgskurs. Das hat der Vorstand des Kreditinstituts am Montagabend bei der Vertreterversammlung in der Stadthalle deutlich gemacht. Vorstandssprecher Hans-Peter Weber sprach von einer erfreulichen Entwicklung. Sein Kollege Kurt Abele sagte, mit dem Ergebnis 2015 sei man zufrieden. „Im laufenden Jahr 2016 sind wir über Plan unterwegs. Die „größten Brocken“ sind dabei der Neubau der Hauptstelle in Aalen, der laut Vorstandsmitglied Ralf Baumbusch im Plan liegt, und die angestrebte Fusion mit der Volksbank Schwäbisch Gmünd (siehe gesonderten Kasten).

Weber machte keinen Hehl daraus, dass er sich über die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ärgert. In einem wirtschaftlichen Umfeld, das durch Niedrigzins-, Nullzins- und sogar Minuszinsphasen gekennzeichnet sei, habe das historisch niedrige Zinsniveau gravierende Folgen für die Sparer und für das Altersvorsorgesystem. Der VR-Bank Aalen beschere die Nullzinspolitik im Jahr 2020 einen Ertragsausfall von jährlich sechs Millionen Euro. Gegensteuern könne das Kreditinstitut nur durch ein risikobewusstes Wachstum und indem es neue Ertragsfelder erschließe, etwa das Studentenwohnheim in Hofherrnweiler, ergänzte Abele. Darüber hinaus werde man Personal abbauen, die Filialstruktur optimieren und interne Abläufe straffen. Zum Kostenmanagement zählt bei der VR-Bank aber auch, Synergiepotenziale zu heben durch die Verschmelzung mit anderen Banken.

Ein Dorn im Auge ist Weber nach seinen eigenen Worten aber auch die zunehmende Regulierungswut im Bankgewerbe. Dadurch entstünden der VR-Bank weitere Kosten von jährlich einer halben Million Euro.

Region profitiert in hohem Maße

Trotz aller Herausforderungen und des Kostendrucks engagiere sich die VR-Bank Aalen weiterhin bei der Förderung von Ehrenamt, Sport und Kultur in der Region, fuhr Weber fort. Im Jahr 2015 seien 350 000 Euro gespendet worden. Die Region profitiere in hohem Maße von der VR-Bank, denn diese trage als Arbeitgeber, Auftraggeber und guter Steuerzahler zur regionalen Wertschöpfung bei. 37 500 Menschen setzten ihr Vertrauen in das Kreditinstitut und seien als Mitglieder zugleich Eigentümer und Fundament der VR-Bank Aalen.

Gut entwickelt hat sich nach den Worten von Vorstandsmitglied Baumbusch das 2013 gegründete Tochterunternehmen VR-Ostalbimmobilien GmbH. Das vermittelte Objektvolumen bezifferte er mit 15 Millionen Euro, den Provisionsumsatz mit 900 000 Euro bei 106 vermittelten Objekten. Gut gelaufen ist nach dem Bericht des Vorstands auch das Vermittlungsgeschäft: Die Bausparsumme lag bei 78 Millionen, die Versicherungssumme bei 21 Millionen, der Wertpapierumsatz bei 80 Millionen.

Voll im Plan liegt die VR-Bank Aalen laut Baumbusch auch bei ihrer eigenen Immobilie: Der Rohbau der Hauptstelle in Aalen soll im vierten Quartal dieses Jahres fertig sein, im Winter 2016/17 folgt die Abdichtung und der Innenausbau beginnt. Fertig sein soll die neue Hauptstelle im dritten Quartal des kommenden Jahres. Dabei gingen die Aufträge in einem Volumen von 96 Prozent in die Region.

Hohes Engagement

Die Vertreterversammlung, musikalisch umrahmt von der Bigband des Kopernikus-Gymnasiums Wasseralfingen unter der Leitung von Hans-Jörg Beiderwellen-Fuchs, hatte Aufsichtsratsvorsitzender Claus Albrecht eröffnet. In ihren Grußworten würdigten Oberbürgermeister Thilo Rentschler und Landrat Klaus Pavel das hohe gesellschaftliche Engagement der VR-Bank Aalen und ihre großen baulichen Aktivitäten. Für den baden-württembergischen Genossenschaftsverband bestätigte Wirtschaftsprüfer Uwe Dienstdorf, der Leiter der für die Bank zuständigen Prüfungsgruppe, eine solide, stabile Weiterentwicklung. Den positiven Prüfungsbericht des Verbandes erstattete der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Arno Brucker. Bei der Wahl zum Aufsichtsrat, die Vorstandsmitglied Baumbusch leitete, stellten sich Thomas Rembold, Joachim Schubert und Jürgen Vetter zur Wiederwahl. Die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat leitete Silke Kiesewetter.

Kennzahlen

Die VR-Bank Aalen schließt das Jahr 2015 ab mit einer Bilanzsumme von 1,1 Milliarden Euro, in etwa so wie im Vorjahr. Die Erträge belaufen sich wie im Vorjahr auf knapp 35 Millionen Euro, das Betriebsergebnis vor Bewertung liegt bei 10,1 (2014: 9,5) Millionen Euro. Die betreuten Kundenkredite werden mit 916 Millionen Euro ausgewiesen, das Kundenvolumen, also die Summe aus Kundenkrediten und Kundenvermögen, mit 2,35 Milliarden Euro (2014: 2,28 Milliarden). Die Dividende auf Geschäftsguthaben liegt bei 3,5 Prozent, was einer Summe von 1,2 Millionen Euro entspricht. Aus dem Betriebsergebnis gehen außerdem 3,5 Millionen in die Rücklagen, 2,4 Millionen sind als Steuern fällig und 3,9 Millionen gehen an den Fonds für allgemeine Bankrisiken. Die Bank hat 37 500 Mitglieder und ist damit das größte genossenschaftliche Kreditinstitut im Kreis.

Neue Bank: Würfel fallen erst im kommenden Jahr

Über die angestrebte Fusion mit der Volksbank Schwäbisch Gmünd , die bereits am 1. Januar 2017 wirksam werden soll, soll erst die Vertreterversammlung am Donnerstag, 1. Juni 2017, befinden. „Die Signale sind bislang ausschließlich gut“, sagte der Vorstandssprecher der VR-Bank Aalen, Hans-Peter Weber, am Montag bei der jüngsten Vertreterversammlung. Dies heiße jedoch beileibe nicht, dass der Vorstand sich jetzt zurücklehnen könne. Es gebe ein Kommunikationskonzept, wonach im Herbst die Pläne in kleineren Kreisen ausgiebig erläutert werden sollen. Die neue Bank soll VR-Bank Ostalb eG heißen und ihren juristischen Sitz in Aalen haben. Dem Vorstand gehören bis Ende 2018 fünf Personen an, danach vier. Hauptstellen sind in Aalen und Schwäbisch Gmünd. Das Geschäftsgebiet umfasst 240000 Einwohner. Die neue Bank hat 52000 Mitglieder und 420 Mitarbeiter.

Weber sagte, es gebe eine positive Grundstimmung, aber es seien noch viele Fragen zu klären. Durch die Fusion der beiden Banken sollen nach seinen Worten die Kunden noch individuellere Beratungsleistungen erhalten mit einem größeren und spezielleren Angebot. Mittelständische Unternehmen könnten noch besser mit Krediten versorgt werden, das erhöhte Eigenkapital biete neues Potenzial in der Marktbearbeitung, die Wettbewerbsfähigkeit werde durch eine verbesserte Kostenstruktur gesteigert. Dabei bleibe die Nähe zum Kunden durch 27 Filialen erhalten. Für die Mitarbeiter werde die neue Bank ein noch attraktiverer Arbeitgeber, der bessere Karrierechancen, langfristig sichere Arbeitsplätze, stets sozialverträglichen Umgang und eine optimierte Personalentwicklung biete.

Die Bank selbst könne Kosten- und Ertragssynergien besser heben, indem sie nur noch eine Bilanz vorlege, nur noch eine Revision und ein Marketing habe und Regulierungsvorschriften besser bewältigen könne. Außerdem verfüge sie über ein höheres Eigenkapital, könne Abläufe effizienter und kostengünstiger gestalten, Doppelarbeiten vermeiden und nachhaltige Existenzsicherung betreiben. Ob dies alles so kommt, darüber muss allerdings die Vertreterversammlung im kommenden Jahr entscheiden. Die Vorarbeit, die der Vorstand jetzt leistet, ist laut Weber ein „Investment ins Ungewisse.“