StartseiteRegionalRegion OstalbAalenVfR untermauert und vergoldet Offenbach–Sieg

Aalen

VfR untermauert und vergoldet Offenbach–Sieg

Kassel / Lesedauer: 4 min

Zwei Spiele, sechs Punkte — Fußball–Regionalligist Aalen besiegt Hessen Kassel dank 60 starken Minuten und einem großen Kämpferherz. Ein weiterer wichtiger Schritt zum Klassenerhalt ist gemacht.
Veröffentlicht:21.03.2023, 21:55

Artikel teilen:

Paolo Maiella hätte schon früh der Mann des Spiels sein können, sein müssen. Doch der Aalener Offensivmann hatte gegen Hessen Kassel an diesem Dienstagabend im Auestadion im ersten Durchgang kein Glück, vergab vor dem Tor von Marlon Sündermann zweimal kläglich und verstolperte den Ball nach starken Zuspielen. Es gehört aber auch zur Wahrheit, dass eben jener Maiella in Durchgang zwei auf 2:0 stellte. Am Ende reichte es auch deswegen zum neuerlichen Sieg der Aalener (2:1), die dadurch ihr Punktekonto auf 21 erhöhen.

Korb und Cesen rotieren rein

Zwei Wechsel nahm Tobias Cramer im Vergleich zur Partie gegen Offenbach (2:0) vor. Er brachte Sascha Korb und Kristjan Arh Cesen für Eduard Heckmann und Leon Volz. Die Leistung der Mannschaft war allerdings ähnlich stark, wie zuletzt im Heimspiel. Aalen bestimmte die Partie, kämpfte, ackert und erspielte sich ein Chancenplus. „Wir waren von der ersten Minute an hellwach“, stellte Michael Schaupp klar.

Jonas Arcalean dreht auf

Längst nicht nur Maiella fiel dabei besonders auf. Vor allen Dingen Jonas Arcalean war es, der Akzente setzte. Erst verpasste Steffen Kienle eine scharfe Hereingabe in der Mitte (8.), dann jagte Arcaelan selbst das Leder über den Kasten (9.). Von Kassel war wenig zu sehen. Bis zur 18. Minute, ehe Elias Liesche den herausstürmenden VfR–Keeper Michel Witte umkurvte und Ali Odabas in der Mitte in höchster Not klären musste. Es sollte die größte Möglichkeit der Löwen aus Kassel bleiben.

Michael Schaupp trifft mit dem Schienbein

Die Aalener indessen hatten nun gleich zweimal nach starken Zuspielen die Chance durch Maiella auf 1:0 zu stellen. Doch beide Male scheiterte der Aalener mehr an sich oder dem Rasen, als am Keeper der Heimelf. Es folgte die 39. Minute und der perfekte Eckball von Stefan Wächter, der den Kopf von Arcalean fand und vom Schienbein von Michael Schaupp den Weg ins Tor fand. „Ganz witzig war, dass Jonas und ich kurz vorher die Position getauscht haben“, schilderte der Torschütze die Szene: „Er bekommt ihn dann auf den Kopf und ich ans Schienbein. Phänomenal und die Freude war riesig.“ Dennoch war es nur eine knappe Führung, die die Aalener in die Halbzeit nehmen sollten. „Wir hätten in der ersten Halbzeit höher führen können“, bemängelte VfR–Trainer Cramer einzig die Chancenverwertung. „Die erste Halbzeit geht ganz klar an uns“, fand auch Ali Odabas.

Paolo Maiella erhöht auf 2:0

Nach der Pause indessen sollte er direkt wieder jubeln können. Nach einem schnellen Umschaltmoment bediente Wächter Maiella in der Mitte, der den Ball irgendwie im Tor unterbrachte — 2:0 (48.). Es sprach nicht mehr viel für Kassel und dennoch kehrten sie wieder ins Spiel zurück. Vielleicht auch durch einen Doppelwechsel. „Da kam etwas Unruhe rein“, gab Cramer zu und auch Arcalean monierte die fehlende Zuordnung.

Am Ende war es Sercan Sararer, der diese nutzte und nach einem Freistoß den Ball im Tor der Aalener unterbrachte. Aalen in der Folge nun unter Druck. „Die letzten 30 Minuten wurde es eklig“, gab Arcalean zu: „Aber wir haben es angenommen und Mentalität gezeigt.“ Trotz 60 starken Minuten drohte der VfR, um den verdienten Lohn gebracht zu werden. Doch der VfR warf alles rein und „ein weiterer Treffer von uns wäre auch nicht verdient gewesen“, gab KSV–Trainer Tobias Damm zu.

Zittern bis zum Ende

Dieser war mehr als enttäuscht, dass sein Team in den entscheidenden Parametern zu wenig auf den Platz gebracht hat. In der 76. Minute packte der eingewechselte Alessandro Abruscia einen feinen Pass aus, den der ebenfalls eingewechselte Mark Müller frei vor Sündermann nicht zum 3:1 nutzen konnte. So musste Aalen bis zum Ende zittern und wurde belohnt, und zwar mit dem Schlusspfiff nach langer Nachspielzeit. „Es war Abstiegskampf und die Mannschaft hat alles reingeworfen. So muss es sein“, sagte Odabas nach den weiteren drei Punkten für den VfR. Aalen hat auf Rang 14 jetzt vier Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz und damit Wormatia Worms.


VfR: Witte – Arh Cesen, Meien, Korb (86. Just), Arcalean (67. Abruscia), Bux, Schaupp, Odabas, Kienle (75. Seitz), Maiella (75. Müller), Wächter (67. Kindsvater).