Galgenbergstraße

Unsere Region hat Potenzial und bietet enorme Möglichkeiten

Aalen / Lesedauer: 4 min

„Wir leben hier in Ostwürttemberg in einem gelobten Land“, sagt Albrecht Barth, Sprecher der Agendagruppe Regionalvermarktung
Veröffentlicht:30.09.2011, 17:30
Aktualisiert:25.10.2019, 15:00

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48 regionale Anbieter präsentieren am 3. Oktober auf der Galgenbergstraße und im Innenhof der Aalener Löwenbräu ihre Produkte und Dienstleistungen. „Wer weiter denkt, kauft näher ein!“ lautet das Motto des Tages der Regionen, den die Projektgruppe Regionalvermarktung der Lokalen Agenda 21 zum sechsten Mal ins Leben ruft. Im Vorfeld sprach Verena Schiegl mit Albrecht Barth, Inhaber der Aalener Löwenbräu und Sprecher der Agendagruppe Regionalvermarktung.

Der Tag der Regionen macht Werbung für die Region. Was sind Ihrer Ansicht nach die Stärken unserer Region?

Wir leben hier in einer wunderbaren Kulturlandschaft, in der die kleine, mittelständisch strukturierte Landwirtschaft gepflegt wird. Darüber hinaus haben wir in unserer Region einen breiten Mittelstand und sind somit nicht von ein bis zwei Großfirmen abhängig. Aufgrund der kurzen Wege ist es zudem möglich, schnell Kontakte zu knüpfen. Weitere Pluspunkte sind der Reichtum an Wäldern und die Nähe zur Natur. Wir müssen uns nicht stundenlang ins Auto setzen, um mal einen Baum oder eine Kuh zu sehen. Nicht zuletzt haben wir in der Aalener Bucht wunderbare klimatische Verhältnisse mit nur drei bis vier Nebeltagen im Jahr. Und wer einmal an der Donau gelebt hat, weiß dies zu schätzen.

Was war der Grund für Aalen, sich vor sechs Jahren zum ersten Mal zu beteiligen? Warum ist die Veranstaltung so wichtig?

Ich hatte das Aktionsbündnis Tag der Regionen, das es sich zum Ziel gesetzt hat, funktionierende regionale Wirtschaftskreise zu erhalten, bereits seit mehreren Jahren im Fokus. Wir leben hier in Ostwürttemberg in einem gelobten Land. Ein Blick nach Ostdeutschland mit der dortigen groß parzellierten Landwirtschaft führt uns dies ganz klar vor Augen: Dort gibt es keinen Bäcker oder Metzger mehr um die Ecke, keinen Wochenmarkt und auch nicht die Möglichkeit, auf kurzem Weg regionale Produkte zu kaufen. Der Tag der Regionen soll den Menschen ins Bewusstsein rücken, wie gut sie es vor Ort haben. Wir haben hier nicht nur den bereits 200 Jahre alten Wochenmarkt, sondern auch die Direktvermarkter. Bei uns kennt man den Bauern und Metzger und weiß somit, dass das Fleisch nicht aus einer Fabrik kommt und das Vieh noch auf der Weide grast. Darüber hinaus soll den Menschen vor Augen geführt werden, dass wir in Aalen einen starken Mittelstand und ein starkes Handwerk haben, die beide einen Großteil an Ausbildungsplätzen stellen und nicht zu unterschätzende Möglichkeiten eröffnen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Veranstaltung die Möglichkeit bietet, der Bevölkerung zu demonstrieren, wie viel Potenzial in unserer Region steckt und wie viele Möglichkeiten sich in dieser bieten. Für die Marktteilnehmer ist die Veranstaltung eine gute Gelegenheit, ihre Produkte in die Öffentlichkeit zu tragen.

Wie viele Teilnehmer sind in diesem Jahr vertreten?

Es werden jedes Jahr mehr. Angefangen haben wir mal mit elf, mittlerweile sind es 48. Es hat sich gezeigt, dass die Veranstaltung den Nerv der Bevölkerung trifft. Die Besucher haben hier direkte Ansprechpartner und so die Gelegenheit, sich im persönlichen Gespräch zu informieren und beraten zu lassen. Nicht zuletzt deshalb verzeichnen wir in den vergangenen Jahren einen steigenden Zulauf an Besuchern.

Gibt es in diesem Jahr Neuheiten?

Ja, zum ersten Mal sind in diesem Jahr ein Bio-Imker, Alpakas aus einer Zucht in Neunheim, der Bezirksbienenverein und die Familie Dangelmaier von Waldhausen mit ihren Bio-Christbäumen und Pflegeschafen, den so genannten Shropshire Schafen, mit im Boot.

Wie sieht das Programm aus?

Nach einer ökumenischen Einstimmung eröffnen wir den Tag der Regionen um 10.30 Uhr. Ab 11 Uhr startet das umfangreiche Kinderprogramm mit Streichelzoo, Bastelecke, Märchenerzählerin, einer Hüpfburg und dem Basteln von „Riabagoischtrn“. Ab 11.30 Uhr gibt es einen rustikalen Mittagstisch mit Produkten aus unserer Region. Kaffe und Kuchen servieren die Landfrauen.

Ab 14 Uhr bietet die Nabu-Ortsgruppe Aalen den Bau von Nistkästen an. Den ganzen Tag über suchen wir für unser Kochbuch-Projekt  „Rezepte von der Streuobstwiese“ noch regionale Rezepte. Darüber hinaus werden die Jäger zum diesjährigen Schwerpunkt „Wild“ einen Wald aufbauen und über das dortige Leben informieren.

Den ganzen Tag über erleben die Besucher den Querschnitt der regionalen Wertschöpfung – vom Christbaumanbieter über den Schäfer und Lebensmitteländler bis hin zum Flaschner, Zimmermann.

Nicht zuletzt wird auf der gesperrrten und zur Energiestraße umfunktionierten Galgenbergstraße die ganze Palette der regionalen Energieversorgung gezeigt: von der Hackschnitzel- und Holzpelletherstellung über die Photovoltaik bis hin zur Windkraft. Dieses bunte Allerlei und die Vielfalt an Angeboten kommt bei den Besuchern jedes Jahr an.

Mit wie vielen Besuchern rechnen Sie?

Wir können dieses Jahr mit großer Sicherheit an den Erfolg von 2010 anknüpfen und stellen uns auf eine große Anzahl an Besuchern ein.