StartseiteRegionalRegion OstalbAalenTrainerwechsel verpufft - VfR verliert auch in Kassel

Abwärtstrend hält weiter an

Trainerwechsel verpufft - VfR verliert auch in Kassel

Kassel / Lesedauer: 4 min

Regionalligist Aalen liegt im letzten Spiel in 2023 früh mit 0:2 hinten, zeigt Moral kassiert bitteres 2:3 und überwintert auf Platz 15.
Veröffentlicht:09.12.2023, 17:45

Artikel teilen:

Was für eine Woche. Erst fliegt Trainer Tobias Cramer und dann steht es nach 27. Minuten im Abstiegskracher zwischen Kassel und Aalen 2:0 für den KSV. Doch der VfR zeigt Moral, gleicht aus und verliert am Ende dennoch 2:3. Wie auch sonst dieser Tage in Kassel. Es war der dritte Heimsieg unter der Leitung von Trainer Alexander Kiene. Das dritte Mal siegt Kassel 3:2. Verrückt.

Heiko Richter mit dabei

Ein neuer Mann im Aalener Trainerteam: Heiko Richter sprang ein und unterstützte Interimstrainer Petar Kosturkov und Torwarttrainer Tobias Linse im so wichtigen letzten Spiel des Jahres. Der VfR Aalen begann im Auestadion zudem mit einem neuen Gesicht in der Startaufstellung. Johannes Kraus komplettierte die Aalener Abwehr.

Bereits nach elf Minuten hätte Alessandro Abruscia der den VfR in Führung bringen können - vielleicht sogar müssen. Doch nach starkem Zuspiel von Yannick Thermann scheiterte dieser an Keeper Franz Langhoff.

Es war ein kurzweiliges Spiel, in dem beide Mannschaften ihre Momente hatten. Kassel trat zumeist durch Eckbälle in Erscheinung. So auch in der 13. Minute, als eine Ecke von Faton Dzemailji durch den VfR-Strafraum flog. Am Ende fand diese aber keinen Abnehmer.

Sararer trifft

Die erste gute Gelegenheit hatte Kassel dann sieben Minuten später durch einen Freistoß. Sercan Sararer zwang VfR-Keeper Michel Witte zur Parade. Die anschließende Ecke landete wieder bei Sararer und der schoss Kassel eiskalt zur Führung.

Die spannende Frage, wie reagiert der VfR dieses Mal? Zuletzt immer wieder anfällig nach Gegentreffern zeigte dieser sich erst einmal nicht beeindruckt. Dennoch schlug der Ball in der 27. Minute wieder im Tor der Aalener ein.

Ein langer Ball auf Nikos Zografakis, Kraus hob das Abseits auf und der Offensivmann umkurvte Witte und stellte auf 0:2. „Es gibt einfach Phasen, da schlafen wir und verpennen einfach. Da machen wir es dem Gegner einfach viel zu einfach“, kritisiert VfR-Kapitän Ali Odabas. Was nun? Zunächst verstolperte der wieder glücklose Ibrahima Diakite einen möglichen Umschaltmoment (32.). Kassel mit breiter Brust zeigte gefälligen Fußball.

Jürgensen bringt den VfR zurück ins Spiel

Doch nach 37 Minuten jubelte plötzlich Lasse Jürgensen. Der Abwehrmann der Aalener köpfte eine Ecke von Abruscia sehenswert in die Maschen und es sollte noch besser kommen. In der Nachspielzeit erkämpfte sich Aalen noch einen Freistoß. Der VfR irritierte Kassel mit einer eigenen Mauer vor der Mauer und Abruscia traf sehenswert und unhaltbar zum 2:2 (45.+2). „Gut, dass wir nach dem 2:0 noch einmal zurück gekommen sind. Ich persönlich hatte dann das Gefühl, endlich haben mal wir keine 2:0-Führung hergeschenkt“, sagt Vico Meien.

Zur zweiten Halbzeit brachte Kosturkov mit Paolo Maiella einen neuen Mann. Jascha Döringer musste runter. Nach gut 60 Minuten dann mal ein Abschluss von Kindsvater nach Zuspiel von Thermann. Kein Problem für Langhoff.

Nach 69 Minuten verpasste Sararer das Abspiel und so verpuffte ein große Chance für Kassel. Nur zwei Minuten später war es wieder Sararer nach einer Aalener Ecke, der den Ball frei vor Witte deutlich über den Kasten setzte. Langhoff hatte den Konter durch einen schnellen und weiten Abwurf eingeleitet.

Odabas ratlos

Beide Mannschaften hatten Gelegenheiten. „Ich weiß einfach nicht, ob wir einfach zu dumm sind. Sowohl vorne als auch hinten“, stellt Odabas klar. Die besseren Chancen hatte aber der KSV, der noch einmal zuschlug. Der Wahnsinn geht einfach weiter. Nach 85 Minuten ging Kassel wieder in Führung. Einmal klärte noch der Pfosten beim Schuss von Zografakis. Doch der Abpraller landete über den Umweg Zografakis letztlich irgendwie beim eingewechselten Takero Itoi und der haute das Leder in der Aalener Maschen.

Kosturkov enttäuscht

„Es ist bitter und enttäuschend. Ich muss auch ehrlich sagen, zum Glück ist jetzt Pause“, schiebt Odabas nach dem Schlusspfiff nach. Und der Interimstrainer, der noch nicht weiß, welche Aufgabe auf ihn beim Trainingsauftakt am 15. Januar wartet, stimmt mit ein: „Wir sind natürlich enttäuscht und sind hergekommen, um die drei Punkte mit nach Aalen zu nehmen.“ Aber Kosturkov attestiert seiner Mannschaft Moral. Am Ende habe man aber wieder Fehler gemacht, wie beim späten Gegentreffer und sich so um mindestens einen Punkt gebracht: „Beim Siegtor von Kassel kann man auch von Glück sprechen. Wenn der Ball sich in diesem Raum befindet, dann haben wir etwas falsch gemacht.“ Aalen rangiert auf dem 15. Platz und damit einen Platz vor den sicheren Abstiegsrängen.


VfR: Witte – Jürgensen, Meien, Döringer (46. Maiella), Diakite (86. Kundruweit), Abruscia (79. Kabashi), Kindsvater, Odabas, Thermann (75. Schaupp), Kraus, Wächter (86. Preu). Tore: 1:0 Sararer (22.), 2:0 Zografakis (27.), 2:1 Jürgensen (37.), 2:2 Abruscia (45.+2) 3:2 Itoi (85.). Zuschauer: 1527.