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Städtischer Winterdienst ist gerüstet: 850 Tonnen Streusalz stehen bereit

Aalen / Lesedauer: 4 min

Bauhof-Mitarbeiter haben ihre ersten Einsätze hinter sich. Doch der Winter hat gerade erst angefangen. Trotz großem Einsatz gibt es immer wieder Kritik von Bürgern.
Veröffentlicht:29.11.2023, 18:44

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Der Winter hat auf der Ostalb Einzug gehalten. Bereits am Dienstag waren Mitarbeiter des städtischen Bauhofs den ganzen Tag über auf dem Härtsfeld im Einsatz, um Straßen von Schnee zu befreien. Am Mittwoch begann der Winterdienst bereits in den frühen Morgenstunden auch im Aalener Stadtgebiet.

„Hier mussten wir weniger räumen, sondern vor allem wegen Eisglätte streuen“, sagt der Leiter des städtischen Bauhofs, Georg Fürst. Laut Wetterprognose wird sich dies ändern. Denn am Donnerstag und Samstag sind längere Schneefälle angesagt.

Mit den Vorbereitungen für den Winterdienst ist der Bauhof bereits seit Mitte Oktober beschäftigt. Die Streckenpläne sind überarbeitet, die rund 2500 Schneeleitpfähle bei Wirtschafts-, Fuß- und Radwegen sind gesetzt, die 1800 laufende Meter an Schneefangzäunen an bestimmten Ortsverbindungsstraßen aufgestellt und die rund 300 Streuboxen im Stadtgebiet gefüllt.

„Für diesen Winter haben wir 850 Tonnen Streusalz im Vorrat“, sagt Fürst. Dieses ist sowohl im Bauhof gebunkert als auch in zwei Silos in Ebnat und Unterkochen. Hinzu kommen 25.000 Liter Salzlauge.

Für den Winterdienst, für den die Stadt jährlich 1,4 Millionen Euro im Haushalt einstellt, stehen zwölf große Räum- und Streufahrzeuge zur Verfügung sowie sieben kleine, mit denen vor allem Geh- und Radwege sowie öffentliche Plätze vom Schnee befreit werden. Überdies sind 13 Handräumkolonnen zu je drei Mann für den Winterdienst abgestellt, die sich unter anderem um das Freiräumen und Salzen von Treppenwegen kümmern.

In dieser Reihenfolge wird geräumt

Bei Bedarf rücken die Besatzungen im gesamten Stadtgebiet täglich ab vier Uhr morgens aus. Bis zum Ende des Berufsverkehrs, also bis 20 Uhr, besteht die Pflicht, zu räumen und zu streuen. Die Straßen zum Thermalbad würden allerdings bis 22 Uhr von Eis und Schnee freigehalten. Um dies zu bewerkstelligen, werde in einem Zweischichtbetrieb gearbeitet.

Der Winterdienst sei nicht schlimmer wie die Arbeiten, die die Mitarbeiter des Bauhofs im Sommer erledigen müssten. Was allerdings an den Nerven zehre, sei das Anspruchsdenken in der Gesellschaft. „Sobald es schneit, steht unser Telefon nicht mehr still“, sagt Fürst. Jeder Bürger erwarte, dass die Straße, in der er wohnt, als Erstes geräumt wird.

„Bei starkem Schneefall können wir allerdings nicht überall gleichzeitig sein.“ Priorität hätten zuerst alle Hauptstraßen, Ortsdurchfahrten und Buslinien. Bei starkem Schneefall könnten ohnehin nur diese Flächen geräumt werden. Priorität zwei hätten dann weitere Sammelstraßen, die Zubringerstrecken zu den Wohngebieten und die Steilstrecken. Zu allerletzt kommen dann alle anderen Straßen, unter anderem in den Wohngebieten, dran.

Überdies würden sich die Bürger mitunter darüber echauffieren, dass die Räumfahrzeuge den Schnee einen Meter von der Straße auf den Gehweg oder Privateinfahrten schieben. Bei allem Verständnis über den Ärger macht Fürst allerdings darauf aufmerksam, dass der Bauhof Räumfahrzeuge, allerdings keine Schneevernichtungsfahrzeuge hat. „Wir nehmen ohnehin schon Rücksicht, aber den Schnee können wir nicht wegzaubern.“ Mit Blick auf die Anwohner hat Fürst auch die Bitte, wenn möglich, nur auf einer Seite zu parken. In kleineren Seitenstraßen oder Sackgassen sei es schlichtweg unmöglich, mit einem 3,20 Meter breiten Schneepflug hineinzufahren.

Jeden Winter gebe es laut Fürst auch Bürger, die versuchten, im Falle eines Unfalls gegenüber der Stadt Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Deshalb seien alle zwölf Großfahrzeuge mit GPS ausgestattet. Damit werde gerichtsverwertbar dokumentiert, wann und wo ein Fahrzeug im Einsatz war und welche Menge an Salz gestreut worden ist.

Überdies seien auch die Bürger in der Pflicht, ihr Fahrzeug auf die winterlichen Verhältnisse mit Winterreifen vorzubereiten und ihre Fahrweise entsprechen anzupassen. Dasselbe gelte für Fußgänger. „Wer mit Sandalen auf glatten Wegen unterwegs ist, kann nicht der Stadt die Schuld geben, weil er hingefallen ist.“

Räum- und Streupflicht besteht auch für die Bürger

Georg Fürst erinnert auch die Bürger an ihre Räum- und Streupflicht. Geräumt werden müssen Gehwege und sonstige Flächen (Flächen am Rande von Fahrbahnen ohne Gehwege, Flächen am Rande von verkehrsberuhigten Bereichen und von Fußgängerbereichen) in einer Breite von 1,50 Meter, so dass die Sicherheit für Fußgänger gewährleistet ist. Geräumt werden muss werktags bis 7 Uhr, sonn- und feiertags bis 8 Uhr. Die Pflicht endet um 20 Uhr. Zum Bestreuen sollte Sand, Splitt oder Asche verwendet werden. Der Einsatz von auftauenden Mitteln wie Salz oder salzhaltigen Stoffen ist verboten. Diese dürfen nur bei Eisglätte oder gefährlichen, steilen Stellen verwendet werden.