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Radwegeverbindung

Schättere-Trasse – und kein Ende

Aalen / Lesedauer: 4 min

Technischer Ausschuss vertagt Thema in den Gemeinderat – Standpunkte weiterhin unverändert
Veröffentlicht:18.07.2018, 20:04

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Länger hatte man von ihr nichts mehr gehört – am Mittwoch hat sich der Technische Ausschuss des Gemeinderats dann doch wieder einmal der Schättere-Trasse angenommen, genauer einer Radwegeverbindung von Aalen auf das vordere Härtsfeld. Ergebnis: Der Gemeinderat soll am 25. Juli entscheiden, ob er dem Vorschlag der Stadt folgen will. Nämlich jeweils ein Gutachten zum Ausbau der Schättere-Trasse zu einem Geh- und Radweg sowie zu einer möglichen Öffnung des alten Bahntunnels erstellen zu lassen und gleichzeitig die sechs auf dem Tisch liegenden Alternativen zur Schättere-Trasse zu ertüchtigen.

Fast eine Stunde lang hat es gedauert, bis am Schluss klar war, dass der Ausschuss keine Empfehlung an den Gemeinderat abgeben will. Unter anderem auch deshalb, weil der zuletzt noch abgeänderte Beschlussantrag der Verwaltung wohl gar nicht mehr alle Ausschussmitglieder rechtzeitig erreicht hatte. Der sieht neben den beiden Gutachten und der Ertüchtigung der Alternativrouten Römerkeller, Waldhäuser Steige, Weiße Steige, Heulenbergweg, Glassteige und Steinernes Tor auch vor, eine touristische Potenzialanalyse für eine überregionale Radwegeverbindung zwischen Neckar und Donau mit den Themen Landschaft, Industriegeschichte und Eisenbahn in Auftrag zu geben.

Den Reigen der zahlreichen Wortmeldungen eröffnete Uschi Barth (CDU) mit der Feststellung, die sechs Alternativrouten seien zwar kein Ersatz für die Schättere-Trasse, deren Benutzbarkeit auch für Radfahrer weiter zu verfolgen sei. Insgesamt stimme man dem Gesamtvorschlag der Stadt als Basis für das weitere Vorgehen aber zu.

„Rausgeschmissenes Geld“

Thomas Battran (Grüne) holte weit aus. Das Grundthema einer Radwegeverbindung aufs Härtsfeld habe mit Unterkochen primär zunächst gar nichts zu tun. Man habe den Druck, CO2 einzusparen, lasse sich aber Zeit, um einmal mehr das hinauszuzögern, was überall in Deutschland möglich sei, nur nicht wegen einiger Unterkochener, nämlich Wege gemeinsam für Fußgänger und Radfahrer zu öffnen. 135 000 Euro für Alibi-Maßnahmen, die keiner brauche – gemeint waren die Alternativrouten – , so Battran weiter, seien rausgeschmissenes Geld. „Und die Radfahrer stehen wieder auf dem Schlauch“ – mit ungewissem Ausgang. Man könnte, so sein Vorschlag, an der Schättere-Trasse sofort Schilder aufstellen mit der Aufschrift „Radfahren erlaubt – Fußgänger haben Vorrang“ – „und wir hätten was“, so der Grünen-Stadtrat. Und parallel dazu könnte man prüfen, welche Möglichkeiten es gebe, über den Tunnel zu kommen. Die Stadt hingegen verfolge lieber das Ziel, gar nichts zu machen und die endgültige Lösung in den neuen Gemeinderat zu schieben.

Während sich Holger Fiedler (Die Linke/Pro Aalen) auf Battrans Seite schlug, schloss sich Heidi Matzik (SPD) dem Vorschlag der Stadt an, die sechs Alternativrouten auf alle Fälle jetzt herzustellen. Ulrich Starz ( CDU ) verteidigte den Spazierweg Schättere-Trasse als ein Stück Unterkochener Kultur und fürchtete fehlende Rechtssicherheit, sollten Fußgänger und Radfahrer dort gemeinsam unterwegs sein dürfen. Norbert Rehm (FDI) forderte, das Geld nicht in sinnlose Gutachten zu stecken, sondern in die Verbreiterung der Schättere-Trasse.

„Nicht unnötig schwer machen“

OB Thilo Rentschler befand, der Ausschuss mache es sich und dem ganzen Gemeinderat unnötig schwer. Was als Verwaltungsantrag auf dem Tisch liege, sei der Versuch, aus den Anträgen der Fraktionen zu diesem Thema und den Rückmeldungen aus den Ortschaftsräten etwas zu machen. „Ihre Aufgabe ist es, untereinander einen Kompromiss zu erarbeiten, aber nicht, immer wieder die Welt neu erklären zu wollen“, so Rentschler. Der sich gegen den Vorwurf verwahrte, die sechs Alternativrouten seien Alibi-Maßnahmen. Sie seien vielmehr wichtig für die touristische Erschließung und man dürfe sie deshalb nicht schlechtreden.

Thomas Battran konterte: Man könne doch nicht beschließen, dass auf der Schättere-Trasse wieder 20 Jahre lang nichts passiere. Und Uschi Barth stellte fest, nach aller Diskussion habe sich an den einzelnen Standpunkten gar nichts geändert.

„Vernünftige Lösung finden“

Wenn dieses Thema einfach wäre, so sagte Matzik, wäre es schon vor 20 Jahren gelöst worden. Außenstehende, die sich hier populistisch geben würden, würden nicht sehen, was für viele Menschen in Wahrheit hinter diesem Thema stecke. Man müsse, so Matzik, versuchen, den kleinsten gemeinsamen Nenner hinzubekommen. „Die Bevölkerung erwartet, dass wir uns in kleinen Schritten auf eine vernünftige Lösung zubewegen.“