Regionalverbandsversammlung

Region will von Stuttgart 21 auch profitieren

Aalen / Lesedauer: 2 min

Region will von Stuttgart 21 auch profitieren
Veröffentlicht:19.10.2012, 19:00
Aktualisiert:25.10.2019, 05:00

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„Die Perspektiven sind in Ordnung, aber für die Umsetzung müssen wir noch viele Schritte zurücklegen.“ So kommentierte gestern Ostalb-Landrat Klaus Pavel als Sprecher der CDU in der Regionalverbandsversammlung die von der Verwaltung vorgelegten Untersuchungen zur Entwicklung des Schienenverkehrs in Ostwürttemberg. Sie haben in erster Linie damit zu tun, dass sich mit der Verwirklichung von Stuttgart 21, also der Tieferlegung des Hauptbahnhofs in Stuttgart , und der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm wesentliche Änderungen im Schienenverkehr im Einzugsbereich der Landeshauptstadt und der Region Donau-Iller ergeben. Daran will auch Ostwürttemberg partizipieren. Denn hier wohnen, wie Verbandsvorsitzender Gerhard Kieninger bei der Sitzung im Landratsamt unterstrich, 70 Prozent der Einwohner an Schienenstrecken, jeder vierte Ostälbler sogar im direkten Einzugsbereich eines Bahnhofs oder eines Haltepunktes. Und sie nutzten die Bahn auch eifrig, denn viele Züge seien überfüllt. Daher müsse man dieses Thema voranbringen.

Zu den Kernpunkten des Konzeptes, das der stellvertretende Verbandsdirektor Dirk Seidemann präsentierte, gehören ein Halbstundentakt zwischen Aalen und Ellwangen, wobei der Nahverkehr durch den Fernverkehr ergänzt wird, und ein stündlich verkehrender direkter Regionalexpress nach Stuttgart. Nach Bopfingen soll es künftig in der Hauptverkehrszeit im Halbstundentakt gehen statt wie bisher nur jede Stunde. Jede Stunde soll es einen so genannten schnellen Sprinter, einen Interregio, von Aalen nach Ulm geben statt dem bisherigen Zwei-Stunden-Takt, wobei sogar dank des Regionalexpress eine Art Halbstundentakt entstünde. Zur Debatte stehen außerdem neue zusätzliche Haltepunkte in Schwäbisch Gmünd-West sowie in Aalen im Westen und Süden sowie beim Berufsschulzentrum in den Lederhosen. Seidemann nannte dieses Konzept volkswirtschaftlich sinnvoll und verfolgenswert. Allerdings würden dafür Ausbaukosten in hoher zweistelliger Millionenhöhe anfallen.

Die Vorschläge bezeichnete Pavel als sehr ambitioniert. Um sie umzusetzen, müsse man mit einem Zeitraum von etwa 20 Jahren rechnen. Und bei den schnellen Verbindungen aus den vier Mittelzentren der Region nach Stuttgart sei der Königsweg noch nicht gefunden. Rainer Domberg forderte für die SPD, zeitliche Korsetts einzuziehen, damit die Planung nicht im Unverbindlichen bleibe. Man müsse für ein schnelleres Vorankommen auf der Schiene sorgen, damit sie in der Konkurrenz mit der Straße bessere Chancen habe. Volker Grab nannte das Konzept als Sprecher der Grünen ein Grundgerüst. Es weise den richtigen Weg, um mehr Personen auf die Schiene zu bekommen. Diese sei schließlich ein wichtiger Teil des Nahverkehrs.

Der zusätzliche Verkehr auf der Schiene dürfe aber nicht dazu führen, dass man Haltepunkte schließe und damit Kommunen oder Teile von ihnen vom Schienenverkehr abhängt und zusätzlichen Zubringerverkehr nötig mache, warnte Herbert Witzany (Freie Wähler). „Wir sollen schon Gutes tun, aber es darf dann nicht Schlechtes dabei herauskommen. Sonst geht der Schuss nach hinten los.“